Hallo Thomas,
Bevor der Ahorn seine vorläufig endgültige flache Schale bekommt, würde ich ihn in eine, im Vergleich zur jetzigen, schon flachere, weitere Übergangsschale setzen, für etwa 2 Jahre und das Nebari bedeckt lassen.
Mit dem Umpflanzzeitpunkt Spätsommer/Herbst für Ahorn habe ich keine Erfahrung. Ich pflanze im März um, wenn nicht mehr mit Starkfrostperioden zu rechnen ist. Wenn die Knospen
anfangen zu schwellen, ist für mich der richtige Zeitpunkt.
Der Baum kommt dann ins Kalthaus, wenn Nachtfrost droht.
Mit der Erfahrung von heute hätte ich den Baum allerdings sofort nach Erwerb umgetopft, weil die Händler bei zum Verkauf stehenden Bäumen erfahrungsgemäß damit ziemlich nachlässig umgehen. Das soll aber nicht heissen, dass jetzt Eile geboten ist. Ab Mitte Oktober beginnt der Ahorn, seine Winterruhe zu entwickeln. Ich würde bei März bleiben. Dann ist allerdings mit einem erheblich verfilzten, total durchwachsenen Ballen zu rechnen, der beherzt ausgedünnt werden muss.
Ahornballen werden bei mir massiv zurückgeschnitten. Wenn man meint: "So, jetzt ist aber das Ende der Fahnenstange erreicht",
muss noch ein bisschen mehr ausgedünnt werden!
Wichtig ist die Säuberung des Kernballens von altem Substrat. Ich spüle ihn mit ziemlichen Druck (Wasserschlauch) aus. Bei Ahornen geht das gut. Dass dabei auch penible Nebaripflege betrieben werden muss, versteht sich von selbst, denn das Nebari bekommst Du ja nur alle 2-3 Jahren während des Umtopfens zu sehen, entwickelt sich aber hervorragend "von selbst" bei flachen Schalen und Wegnahme aller nach unten wachsenden Wurzeln.

- Beim nächsten Mal werde ich noch etwas radikaler ausdünnen
Bei Ahornen im speziellen wird viel zu wenig Wert auf den Zustand des Ballens gelegt. Oben kann die Gestaltung nicht gelingen, wenn unten geschludert wird.
Beste Grüsse,
Heiner