Noch einmal: Wundverschluss
- Dirk K. aus L.
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Noch einmal: Wundverschluss
Hallo!
Bisher glaubte ich, Wundverschluss sei Tinnef.
Bei meinem Feldahorn habe ich im März 2015 dickere Äste entfernt und zur Probe eine Schnittstelle mit Wundknete versehen, die andere blieb unbehandelt.
Seht euch den Vergleich an:
Nun könnte man vielleicht einwenden, dass an der linken Stelle mehr Saftfluss sei als an der rechten. Der größere Kallus sei also nicht auf die Knete zurückzuführen.
Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht?
Grüße, Dirk
Bisher glaubte ich, Wundverschluss sei Tinnef.
Bei meinem Feldahorn habe ich im März 2015 dickere Äste entfernt und zur Probe eine Schnittstelle mit Wundknete versehen, die andere blieb unbehandelt.
Seht euch den Vergleich an:
Nun könnte man vielleicht einwenden, dass an der linken Stelle mehr Saftfluss sei als an der rechten. Der größere Kallus sei also nicht auf die Knete zurückzuführen.
Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht?
Grüße, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
- bonsaiheiner
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Hallo Dirk,
Wundverschluss bei Feldahorn ist kein Tinnef, wenn Du mit Knete arbeitest aber entbehrlich, wirklicher Tinnef ist L**c-B**l**m.
Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Die Schnelligkeit des Wundverschlusses hängt ab vom Saftfluss, wie Du bereits angedeutet hast.
Ich hänge mal Fotos von 2 Wunden am Feldahorn an. Beide mit Knete nur auf dem Wundrand, beide etwa 2 €urostück gross, beide etwa 2 1/2 Jahre alt. Die grössere(!), voll im Saftfluss, hat sich eher(!) ganz geschlossen als die etwas kleinere, die in der Spitze und daher weniger im Saftstrom liegt.
Ein Beispiel hat keine Beweiskraft, ist statistisch gesehen nicht ausreichend, soll nur als Hinweis dienen, ist aber trotzdem interessant.
Gruss,
Heiner
Wundverschluss bei Feldahorn ist kein Tinnef, wenn Du mit Knete arbeitest aber entbehrlich, wirklicher Tinnef ist L**c-B**l**m.
Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Die Schnelligkeit des Wundverschlusses hängt ab vom Saftfluss, wie Du bereits angedeutet hast.
Ich hänge mal Fotos von 2 Wunden am Feldahorn an. Beide mit Knete nur auf dem Wundrand, beide etwa 2 €urostück gross, beide etwa 2 1/2 Jahre alt. Die grössere(!), voll im Saftfluss, hat sich eher(!) ganz geschlossen als die etwas kleinere, die in der Spitze und daher weniger im Saftstrom liegt.
Ein Beispiel hat keine Beweiskraft, ist statistisch gesehen nicht ausreichend, soll nur als Hinweis dienen, ist aber trotzdem interessant.
Gruss,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Re: Noch einmal: Wundverschluss
Ich würde gerne hierauf hinweisen:
Dr. Alex Shigo (hat genau dies ein Leben lang studiert)
https://shigoandtrees.com/index.php?_a=viewDoc&docId=5
Hoffe es hilft
Dr. Alex Shigo (hat genau dies ein Leben lang studiert)
https://shigoandtrees.com/index.php?_a=viewDoc&docId=5
Hoffe es hilft
Mit freundlichem Gruss
Raphael
Raphael
- Frank Abbing
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Der verpönte, nahezu bösartig geredete Lacbalsam wird brav und hilfreich, wenn man ihn ganz einfach nicht pur anwendet. Mit einem wässrigen Pinsel aufgetragen bildet er einen seidig glatten, und gar nicht mehr zugekleisterte Verschluss, der die Wunde gut schützt und die Wundstelle zudem nicht mehr so schlimm aussehen lässt.
Diese beiden Stellen z.B. habe ich Mitte Juli mit dem Dremel gefräst und geglättet und mit dem verdünnten Lacbalsam aufgetragen. Etwas Fingerspitzengefühl ist aber angesagt, das beste Mischungsverhältnis zu finden. Seit diesem Jahr behandle ich alle meine Schnittstellen so.
Auf den Bildern sind eine Hainbuche und der Kappschnitt bei einem Metasequoia zu sehen.
Shigo war Spezialist für Großbäume. Inwieweit seine "Lehren" auf Bonsai anzuwenden sind...
Diese beiden Stellen z.B. habe ich Mitte Juli mit dem Dremel gefräst und geglättet und mit dem verdünnten Lacbalsam aufgetragen. Etwas Fingerspitzengefühl ist aber angesagt, das beste Mischungsverhältnis zu finden. Seit diesem Jahr behandle ich alle meine Schnittstellen so.
Auf den Bildern sind eine Hainbuche und der Kappschnitt bei einem Metasequoia zu sehen.
Shigo war Spezialist für Großbäume. Inwieweit seine "Lehren" auf Bonsai anzuwenden sind...
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- IMG_20151031_49644.jpg (65.6 KiB) 3578 mal betrachtet
Liebe Grüße
Frank
Frank
Re: Noch einmal: Wundverschluss
Bei dem 2. Bild sieht das aber schwer nach Rückständen an den Rändern aus
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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- Frank Abbing
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Das scheint vielleicht so. Der Kallus schiebt sich ja unter der Rinde aus dem Kambium hervor. Aber verwässert verkleistert es nicht.
Liebe Grüße
Frank
Frank
Re: Noch einmal: Wundverschluss
Warum ist Lackbalsam so schlimm, es verschliesst die Wunde oder?
Gruß
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
László
"Wer arbeitet, macht Fehler."
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- Dirk K. aus L.
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Hallo, Heiner!
Dann hätte die Wundknete ja nicht nur eine kosmetische, sondern auch eine überlebenswichtige Bedeutung. Richtig?
Welchen Wundverschluss bevorzugst du denn? Ist das abhängig von der Baumart? Was hältst du von selbstklebender Alufolie?
Grüße, Dirk
Du sprichst von Schutz. Schutz wovor? Vor Pilzen? Vor Rücktrocknung? Davor, dass Teile des angeschnittenen Astes absterben?bonsaiheiner hat geschrieben: Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Dann hätte die Wundknete ja nicht nur eine kosmetische, sondern auch eine überlebenswichtige Bedeutung. Richtig?
Welchen Wundverschluss bevorzugst du denn? Ist das abhängig von der Baumart? Was hältst du von selbstklebender Alufolie?
Grüße, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Re: Noch einmal: Wundverschluss
In der Tat, es verschließt die Wunde und ist auch anschließend kaum abzubekommen. Pur verwendet (von Auflösen in Wasser hat bisher niemand berichtet gehabt) bildet es eine Schicht, die keinen Wasserdampf gurchläßt, sodaß sich im Holz Kondenzwasser ansammelt und unter der Schicht Lacbalsam vergammeltes Holz gefunden wurde.espanna hat geschrieben:Warum ist Lackbalsam so schlimm, es verschliesst die Wunde oder?
Da wird zunächst an Pilzsporen gedacht, insbesondere bei empfindlichen Ahornarten.Dirk K. aus L. hat geschrieben:Hallo, Heiner!
Du sprichst von Schutz. Schutz wovor? Vor Pilzen? Vor Rücktrocknung? Davor, dass Teile des angeschnittenen Astes absterben?bonsaiheiner hat geschrieben: Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Meine Erfahrung: Nach dem Schnitt trocknet Kambium zurück. Je nach Art auch mal sichtbar mehr als 1 mm. Mit Wundknete oder z.B Vaseline wird das verhindert und gibt damit einen zeitlichen Vorteil.
Wenn ich jetzt schreibe, gefühlt wächst die Schnittstelle an Ahornen mit Wundknete auch später schneller zu, ist das rein subjektiv.
73 Anja
- bonsaiheiner
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Hallo,
bei deckender Verwendung von L** B****m bildet sich ein hermetischer Abschluss und darunter und deswegen eine sogenannte "feuchte Kammer", die besonders bei Gehölzen, die sowieso Schwierigkeiten mit dem Wundverschluss haben, weil sie dazu lange brauchen, zu einer schnelleren Verrottung des Totholzes führt.
So gesehen und persönlich erlebt bei Punica granatum und ganz besonders bei Metasequoia glyptostroboides. Letzterer überwallt schnell nur in der Jugendphase, beim Aufbau, später bekommt er grosse Schwierigkeiten damit.
Mit der wässrigen Verdünnung, wie Frank es darstellt, habe ich keine Erfahrung.
Gruss,
Heiner
bei deckender Verwendung von L** B****m bildet sich ein hermetischer Abschluss und darunter und deswegen eine sogenannte "feuchte Kammer", die besonders bei Gehölzen, die sowieso Schwierigkeiten mit dem Wundverschluss haben, weil sie dazu lange brauchen, zu einer schnelleren Verrottung des Totholzes führt.
So gesehen und persönlich erlebt bei Punica granatum und ganz besonders bei Metasequoia glyptostroboides. Letzterer überwallt schnell nur in der Jugendphase, beim Aufbau, später bekommt er grosse Schwierigkeiten damit.
Mit der wässrigen Verdünnung, wie Frank es darstellt, habe ich keine Erfahrung.
Gruss,
Heiner
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Heiner, sind denn die kritischen Anmerkungen auch beim Holzhärter zutreffend?
Da wird die Oberfläche ja auch komplett plastiniert.
Ich habe bei 2 Cornus und Birken diese Efahrung gemacht.
Da wird die Oberfläche ja auch komplett plastiniert.
Ich habe bei 2 Cornus und Birken diese Efahrung gemacht.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Noch einmal: Wundverschluss
Holzhärter ist doch Schwefel basiert, oder? Falls ja dann zieht der ein und kalzifiziert das Holz.. also wird keine Feutchtigkeit eingeschlossen, was zum Faulen führen kann.
Mit freundlichem Gruss
Raphael
Raphael
Re: Noch einmal: Wundverschluss
Hallo Raphael,
hier geht es wohl um den speziellen Härter nach Walter Pall. Genaueres dazu müsste ich jetzt suchen
hier geht es wohl um den speziellen Härter nach Walter Pall. Genaueres dazu müsste ich jetzt suchen
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Jürgen hat recht.
Jin-Mittel habe ich nicht gemeint sondern den in Aceton gelösten Kunststoff.
Gerade weil er hauptsächlich zur Konservierung schon fortgeschrittener Totholzstrukturen eingesetzt wird, verhindert er in keiner Weise das tiefgründigere Fortschreiten der Rotte.
Jin-Mittel habe ich nicht gemeint sondern den in Aceton gelösten Kunststoff.
Gerade weil er hauptsächlich zur Konservierung schon fortgeschrittener Totholzstrukturen eingesetzt wird, verhindert er in keiner Weise das tiefgründigere Fortschreiten der Rotte.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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- Philipp R.
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Re: Noch einmal: Wundverschluss
Durch den holzhärter wird die Oberfläche plastiziniert, weswegen ich auf 2 mögliche Auswirkungen komme
1. sofortiger wundverschluss. Keine Fäulnis im inneren durch fehlendes eindringendes Wasser
2. Fäulnis durch fehlende athmungsaktivität/eingedrungenes Wasser
Was jetz davon zutrifft keine Ahnung
1. sofortiger wundverschluss. Keine Fäulnis im inneren durch fehlendes eindringendes Wasser
2. Fäulnis durch fehlende athmungsaktivität/eingedrungenes Wasser
Was jetz davon zutrifft keine Ahnung
Keine Bange, der gießt auch nur mit Wasser
