Noch einmal: Wundverschluss

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Dirk K. aus L.
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Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo!

Bisher glaubte ich, Wundverschluss sei Tinnef.

Bei meinem Feldahorn habe ich im März 2015 dickere Äste entfernt und zur Probe eine Schnittstelle mit Wundknete versehen, die andere blieb unbehandelt.

Seht euch den Vergleich an:
Schnittstelle mit aufliegender Knete.
Schnittstelle mit aufliegender Knete.
So sieht im Oktober 2015 der Kallus nach Entnahme der Knete aus.
So sieht im Oktober 2015 der Kallus nach Entnahme der Knete aus.
Hier die Schnittstellen im direkten Vergleich. Die rechte Wunde wurde zeitgleich beigebracht, sah aber nie Knete.
Hier die Schnittstellen im direkten Vergleich. Die rechte Wunde wurde zeitgleich beigebracht, sah aber nie Knete.
Nun könnte man vielleicht einwenden, dass an der linken Stelle mehr Saftfluss sei als an der rechten. Der größere Kallus sei also nicht auf die Knete zurückzuführen.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht?


Grüße, Dirk
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bonsaiheiner
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Dirk,
Wundverschluss bei Feldahorn ist kein Tinnef, wenn Du mit Knete arbeitest aber entbehrlich, wirklicher Tinnef ist L**c-B**l**m.
Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Die Schnelligkeit des Wundverschlusses hängt ab vom Saftfluss, wie Du bereits angedeutet hast.
Ich hänge mal Fotos von 2 Wunden am Feldahorn an. Beide mit Knete nur auf dem Wundrand, beide etwa 2 €urostück gross, beide etwa 2 1/2 Jahre alt. Die grössere(!), voll im Saftfluss, hat sich eher(!) ganz geschlossen als die etwas kleinere, die in der Spitze und daher weniger im Saftstrom liegt.
grössere Wunde am Stamm
grössere Wunde am Stamm
kleinere Wunde in der Spitze
kleinere Wunde in der Spitze
Ein Beispiel hat keine Beweiskraft, ist statistisch gesehen nicht ausreichend, soll nur als Hinweis dienen, ist aber trotzdem interessant.
Gruss,
Heiner
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Graph
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Graph »

Ich würde gerne hierauf hinweisen:
Dr. Alex Shigo (hat genau dies ein Leben lang studiert)
https://shigoandtrees.com/index.php?_a=viewDoc&docId=5

Hoffe es hilft *undwech*
Mit freundlichem Gruss
Raphael
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Frank Abbing
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Frank Abbing »

Der verpönte, nahezu bösartig geredete Lacbalsam wird brav und hilfreich, wenn man ihn ganz einfach nicht pur anwendet. Mit einem wässrigen Pinsel aufgetragen bildet er einen seidig glatten, und gar nicht mehr zugekleisterte Verschluss, der die Wunde gut schützt und die Wundstelle zudem nicht mehr so schlimm aussehen lässt.
Diese beiden Stellen z.B. habe ich Mitte Juli mit dem Dremel gefräst und geglättet und mit dem verdünnten Lacbalsam aufgetragen. Etwas Fingerspitzengefühl ist aber angesagt, das beste Mischungsverhältnis zu finden. Seit diesem Jahr behandle ich alle meine Schnittstellen so.
Auf den Bildern sind eine Hainbuche und der Kappschnitt bei einem Metasequoia zu sehen.

Shigo war Spezialist für Großbäume. Inwieweit seine "Lehren" auf Bonsai anzuwenden sind...
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Liebe Grüße
Frank *up*
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camaju +
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von camaju + »

Bei dem 2. Bild sieht das aber schwer nach Rückständen an den Rändern aus
Gruß Jürgen *wink*

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Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Frank Abbing
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Frank Abbing »

Das scheint vielleicht so. Der Kallus schiebt sich ja unter der Rinde aus dem Kambium hervor. Aber verwässert verkleistert es nicht.
Liebe Grüße
Frank *up*
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espanna
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von espanna »

Warum ist Lackbalsam so schlimm, es verschliesst die Wunde oder?
Gruß
László

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Dirk K. aus L.
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Heiner!
bonsaiheiner hat geschrieben: Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Du sprichst von Schutz. Schutz wovor? Vor Pilzen? Vor Rücktrocknung? Davor, dass Teile des angeschnittenen Astes absterben?

Dann hätte die Wundknete ja nicht nur eine kosmetische, sondern auch eine überlebenswichtige Bedeutung. Richtig?

Welchen Wundverschluss bevorzugst du denn? Ist das abhängig von der Baumart? Was hältst du von selbstklebender Alufolie?


Grüße, Dirk
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Anja M.
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Anja M. »

espanna hat geschrieben:Warum ist Lackbalsam so schlimm, es verschliesst die Wunde oder?
In der Tat, es verschließt die Wunde und ist auch anschließend kaum abzubekommen. Pur verwendet (von Auflösen in Wasser hat bisher niemand berichtet gehabt) bildet es eine Schicht, die keinen Wasserdampf gurchläßt, sodaß sich im Holz Kondenzwasser ansammelt und unter der Schicht Lacbalsam vergammeltes Holz gefunden wurde.
Dirk K. aus L. hat geschrieben:Hallo, Heiner!
bonsaiheiner hat geschrieben: Knete macht Sinn als Schutz für frische Wundränder, frisch verletztes, freiliegendes Kambium.
Du sprichst von Schutz. Schutz wovor? Vor Pilzen? Vor Rücktrocknung? Davor, dass Teile des angeschnittenen Astes absterben?
Da wird zunächst an Pilzsporen gedacht, insbesondere bei empfindlichen Ahornarten.

Meine Erfahrung: Nach dem Schnitt trocknet Kambium zurück. Je nach Art auch mal sichtbar mehr als 1 mm. Mit Wundknete oder z.B Vaseline wird das verhindert und gibt damit einen zeitlichen Vorteil.

Wenn ich jetzt schreibe, gefühlt wächst die Schnittstelle an Ahornen mit Wundknete auch später schneller zu, ist das rein subjektiv.
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bonsaiheiner
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,
bei deckender Verwendung von L** B****m bildet sich ein hermetischer Abschluss und darunter und deswegen eine sogenannte "feuchte Kammer", die besonders bei Gehölzen, die sowieso Schwierigkeiten mit dem Wundverschluss haben, weil sie dazu lange brauchen, zu einer schnelleren Verrottung des Totholzes führt.
So gesehen und persönlich erlebt bei Punica granatum und ganz besonders bei Metasequoia glyptostroboides. Letzterer überwallt schnell nur in der Jugendphase, beim Aufbau, später bekommt er grosse Schwierigkeiten damit.
Mit der wässrigen Verdünnung, wie Frank es darstellt, habe ich keine Erfahrung.
Gruss,
Heiner
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Norbert_S
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Norbert_S »

Heiner, sind denn die kritischen Anmerkungen auch beim Holzhärter zutreffend?
Da wird die Oberfläche ja auch komplett plastiniert.
Ich habe bei 2 Cornus und Birken diese Efahrung gemacht.
Norbert

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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Graph »

Holzhärter ist doch Schwefel basiert, oder? Falls ja dann zieht der ein und kalzifiziert das Holz.. also wird keine Feutchtigkeit eingeschlossen, was zum Faulen führen kann.
Mit freundlichem Gruss
Raphael
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camaju +
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von camaju + »

Hallo Raphael,

hier geht es wohl um den speziellen Härter nach Walter Pall. Genaueres dazu müsste ich jetzt suchen
Gruß Jürgen *wink*

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Norbert_S
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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Norbert_S »

Jürgen hat recht.
Jin-Mittel habe ich nicht gemeint sondern den in Aceton gelösten Kunststoff.
Gerade weil er hauptsächlich zur Konservierung schon fortgeschrittener Totholzstrukturen eingesetzt wird, verhindert er in keiner Weise das tiefgründigere Fortschreiten der Rotte.
Norbert

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Re: Noch einmal: Wundverschluss

Beitrag von Philipp R. »

Durch den holzhärter wird die Oberfläche plastiziniert, weswegen ich auf 2 mögliche Auswirkungen komme

1. sofortiger wundverschluss. Keine Fäulnis im inneren durch fehlendes eindringendes Wasser

2. Fäulnis durch fehlende athmungsaktivität/eingedrungenes Wasser

Was jetz davon zutrifft keine Ahnung
Keine Bange, der gießt auch nur mit Wasser
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