Rotbuche

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Hans Peter
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Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Hallo und guten Abend,

wie versprochen zeige ich hier einen weiteren Baum der genau vor einem Jahr
zu mir kam.

Der Baum wurde nach der Übergabe sofort von mir in mein Folienlager gestellt und
regelmäßig gegossen, wenn man das so bezeichnen konnte. Der Wurzelballen nahm
beim Gießen nämlich kein Wasser mehr auf, alles lief über den Schalenrand nach unten.

Um den Baum überleben zu lassen, habe ich den Wurzelballen dann jede Woche mit der Gloria-Spritze
eingesprüht und gehofft, daß er bis zum Umtopfen überlebt.

Mitte April habe ich dann die Rotbuche zusammen mit Norbert S. bei den "Bonsairebellen"
umgetopft und ich war echt froh, erfahrene Bonsaileute an meiner Seite zu haben.

Der Wurzelballen bestand nicht mehr aus Wurzeln sondern hatte sich in ein
torfartiges Gemisch verwandelt. Je mehr ich mit dem Haken versuchte den Ballen
aufzulösen umso mehr verfiel der Ballen zu Staub und Norbert meinte, ich müßte jetzt
aufhören, sonst hätte der Stamm keine Wurzeln mehr. Ich hörte auf seinen Rat..............

Umgetopft haben wir dann die Rotbuche in eine Substratmischung aus Akadama und Bims und eine
schöne Schale von Erwin, die er "zufällig" dabei hatte. Nun hieß es hoffen und ich habe wirklich
nicht daran geglaubt, daß der Baum überlebt. :cry:

Aber das "Wunder" geschah............denn 3 Wochen nach dem Umtopftermin explodierte
der Baum förmlich und zeigte mir, daß er überleben wollte. Er trieb aus wie eine Explosion *daumen_new*

Um den Baum nicht zu schwächen, habe ich dann über den Sommer nur die großen Blätter entfernt
und andere Blätter halbiert, damit Licht in den Baum gelangte und er wieder anfing, im inneren Bereich Knospen zu bilden.

Die Rotbuche ist dann problemlos durch das Jahr gekommen, sie stand vollsonnig und wurde bestens gedüngt
und stark gegossen.

Einen richtigen Formschnitt der dann auch zum Baum paßt, bekommt die Buche erst in den kommenden Wochen und wird mich in diesem Jahr hoffentlich mit vielen neuen Zweigen in Stammnähe erfreuen.

Mir gefällt an diesem Baum besonders die Farbe des Stammes und die Kraft den der Baum ausströmt, so empfinde
ich es wenigstens.

Übrigens.....der Höcker in der Mitte des Stammes ist eine Eigenart des Baumes, die nicht durch mehrere dicke
Äste an einer Stelle verursacht wurde. Der Baum wollte das einfach so und mir gefällt das :-D

Auch diesen Baum werde ich Euch nach dem Formschnitt und dem Austrieb zeigen :-D

viele Grüße

Hans Peter
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Norbert_S
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Re: Rotbuche

Beitrag von Norbert_S »

Schön, dass die Buche so brav mitspielt, Hans Peter.
Das ist auch so ein Baum, dessen Ausstrahlung schwer auf Fotos zu bannen ist.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Stimmt Norbert,

ich habe die Fotos heute schnell mit dem IPhone vor dem Folienhaus geschossen und war echt am zweifeln, ob
ich sie einstellen soll. Aber der Baum und die Geschichte war es mir wert.

Aber wir wissen ja beide wie die Rotbuche in natura aussieht..........

Gruß
Hans Peter
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bonsai rastner
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Re: Rotbuche

Beitrag von bonsai rastner »

Hallo Hans Peter,

man kann natürlich aufgrund von Fotos die Ausdruckskraft dieser Rotbuche nur erahnen, aber ich finde, es kommt schon gut rüber. Gatuliere.
Was mich interessiert wäre die Grösse des Baumes.

Grüsse Christian
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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Hallo Christian,

Die Rotbuche ist ca. 85cm hoch

Gruß
Hans Peter
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Tomsai 92
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Re: Rotbuche

Beitrag von Tomsai 92 »

Hallo Hans Peter,

ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich als 16jähriger diesen Baum in einem meiner ersten Bücher „Bonsai aus heimischen Bäumen“ (Horst Stahl / Helmut Rüger, 1. Auflage 2006, Seite 25) immer und immer wieder für seine schmucklose Eleganz bewundert habe. *les*

Am Baum hat sich seit den 10 Jahren erstaunlich wenig geändert.
Der Charakter des Stammes erinnert mich stark an die schlangenartige mystische Ausstrahlung von Süntelbuchen. Der Ausdruck des Baumes lebt von seinen Bewegungen. Ich würde in Zukunft aufpassen die Aststrukturen nicht zu brav und dicht werden zu lassen. Nur zwei oder drei markante Richtungsänderungen der Äste an betonten Stellen in die Aststruktur einzubinden würde wahrscheinlich schon genügen um die angedeutete Ausstrahlung einer Süntelbuche glaubhaft werden zu lassen. Ein Besuch der (auch für andere Gestaltungen) sehr inspirierenden Süntelbuchenallee in Bad Nenndorf kann ich in diesem Sinne sehr empfehlen, sollte man dort mal in der Nähe sein.

Wie planst du den Ballen in den nächsten Jahren weiter zu sanieren?
Wie groß ist derzeit der verbleibende Anteil an verdichtetem Substrat?

Schöne Grüße
Tom
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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Hallo Tom,

du bist ein sehr guter Beobachter und was den Ursprung des Baumes betrifft, genau auf dem richtigen Weg.

Für deine gestalterischen Vorschläge danke ich dir sehr, sie decken sich mit meinen Überlegungen Tom.

Mittlerweile muß ich zugeben, daß ich froh bin, den alten Ballen fast aufgelöst zu haben. Es gibt kein verdichtetes Substrat mehr-

Der neue Wurzelballen hat sich so stark entwickelt, daß ich fast in Versuchung geraten bin, den Baum schon dieses Jahr
umzutopfen, weil sich der Wurzelballen stark nach oben drückt und das Substrat total durchwurzelt hat.
Ich gebe dem Baum aber noch ein weiteres Jahr Zeit für die Entwicklung bis zum nächsten Umtopftermin.

Bis jetzt wußte ich nicht, daß die Rotbuche bereits 2006 in einem Buch zu sehen war. Ich danke dir für deinen
diesbezüglichen Hinweis.

viele Grüße

Hans Peter
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Ferry
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Re: Rotbuche

Beitrag von Ferry »

Das ist eine sehr schöne Rotbuche mit toller Bewegung im Stamm. Viele Buchen haben einen relativ wenig bewegten Stamm. Die Verzweigung hat ebenso schöne, sanfte Kurven.

Nach meiner Erfahrung könnte der Wurzelballen im kommenden Frühjahr komplett ausgewaschen werden. Das wird sicherlich nicht ganz einfach, da er schon so verfestigt ist. Ich würde nicht mit der Wurzelkralle arbeiten, sondern eher mit einer scharfen Wurzelzange oder Gartenschere und mich Stück für Stück durcharbeiten und due Wurzeln immer wieder mit dem Wasserstrahl ausspülen. Alle Schnittwunden sollten sehr sauber nachgearbeitet werden. Die Buche als eine Spezies, welche sich sehr leicht abmoosen lässt, verkraftet den starken Rückschnitt an den Wurzeln sehr gut. Nach dem Einpflanzen in die gut durchlässige Substratmischung wie z.B. die oben beschriebene Bims-Akadama-Mischung würde ich den Baum leicht schattig stellen bis die neuen Wurzeln an den Abflußlöchern sichtbar werden.

Ein Rückschnitt der Triebe kann jetzt erfolgen. Hier findest Du sehr gute Infos:
Advanced Pruning Techniques for Fagus Sylvatica - European Beech - Harry Harrington (http://www.bonsaibasho.com/micromarket/ ... ibrary/a98)
LG,
F.
zwanziger
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Re: Rotbuche

Beitrag von zwanziger »

Moin Hans Peter,

also mit dem Baum hast Du Dir echt einen Schatz gesichert.
Wenn ich mir so was leisten könnte, hätte ich mir den auch gekauft!
ich habe die Fotos heute schnell mit dem IPhone vor dem Folienhaus geschossen und war echt am zweifeln, ob
ich sie einstellen soll. Aber der Baum und die Geschichte war es mir wert.

Aber wir wissen ja beide wie die Rotbuche in natura aussieht..........
Also, wenn Du dem Forum einen Gefallen tun möchtest,
dann schießt Du ein gutes Foto von dem Baum, wenn die Knospen aufgehen. :oops: :-D
Meine Meinung zu Deinem Baum ist,
nicht verändern und den Geist des ehemaligen Gestalters erhalten,
nur die Schale würde ich gegen eine optisch leichtere ersetzen.
Falls Dich meine Meinung interessiert: gut, falls nicht, bitte ignorieren und genauso weiter machen.

Achso, in natura hab ich schon öfter Rotbuchen mit ähnlich wilder Form gesehen,
die dann allerdings wie Büsche wachsen.
Die sind dann aber nicht so groß wie ihre vertikal wachsenden Kollegen,
da sie wohl auch ausgeholzt werden.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

@Ferry,

Vielen Dank für die Hinweise zum Umtopfen und dem Link zum Rückschritt der Rotbuche.

@Andre,

Danke für dein Interesse, das Bild nach dem Austrieb werde ich gerne einstellen.

Dann wird auch die Qualität des Bildes wieder stimmen und die Schale wird im richtigen Winkel
fotografiert und nicht mehr zu schwer erscheinen.

Gruß

Hans Peter

Ich danke
zwanziger
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Re: Rotbuche

Beitrag von zwanziger »

Achso und wieder fehlt eine Dimension.
Naja,
das kenne ich nur zu gut.

Besten Dank, Hans Peter.

P.S. Wenn ich mal groß bin, möchte ich auch mal solche Verzweigungen kreieren.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
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Heike_vG
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Re: Rotbuche

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Hans Peter,
Deine Rotbuche hat wirklich viel Charakter und Ausstrahlung! Ein tolles Exemplar. *clap* *daumen_new*
Anhand der Fotos hätte ich sie um einiges kleiner geschätzt, dabei ist sie ja laut Maßen ein imposantes Exemplar.
Außer wachsender Schönheit durch viele gute Pflegejahre in der Schale könnte ich mir irgendwann noch eine etwas flachere und längere Schale dazu vorstellen,
wenn der Wurzelballen dies eines Tages erlaubt.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Köhler Rudolf
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Re: Rotbuche

Beitrag von Köhler Rudolf »

Hallo,

entgegen der anderen Meinungen bin ich der Meinung, dass du noch den einen oder anderen Ast rausnehmen musst.

Ansonsten kommt zu wenig Licht nach unten.
Ich glaube nicht, dass man die Äste nur mit drahten so hin bekommt.

Viele Grüße

Rudi K.
Grüße
Rudi K.
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Hans Peter
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Re: Rotbuche

Beitrag von Hans Peter »

Hallo Heike

Die Schale habe ich aus dem falschen Winkel heraus fotografiert.

Nach dem Rückschnitt mache ich nochein Bild.

Wenn man den stammdurchmesser am Ansatz nimmt, stimmt die Höhe der Schale.

Hallo Rudi,

Alte Äste werde ich da keine mehr rausnehmen. Das regele ich alles mit Lichtschnitt über
Den ganzen Sommer.

Gruß
Hans Peter
Sanne
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Re: Rotbuche

Beitrag von Sanne »

Hallo Hans Peter,

danke für's Zeigen Deiner Rotbuche. Sie gefällt mir auch sehr gut. :-D Sie hat sicherlich auch eine schöne Herbstfärbung bekommen, wenn ich die liegen gebliebenen Blätter so sehe.
Hans Peter hat geschrieben:... Der Wurzelballen nahm beim Gießen nämlich kein Wasser mehr auf, alles lief über den Schalenrand nach unten...
...Der Wurzelballen bestand nicht mehr aus Wurzeln sondern hatte sich in ein torfartiges Gemisch verwandelt. Je mehr ich mit dem Haken versuchte den Ballen aufzulösen umso mehr verfiel der Ballen zu Staub ...Aber das "Wunder" geschah...denn 3 Wochen nach dem Umtopftermin explodierte der Baum förmlich und zeigte mir, daß er überleben wollte. Er trieb aus wie eine Explosion...
Freut mich besonders, dass es der Rotbuche jetzt wieder gut geht dank der kompetenten Hilfe beim Umtopfen. *daumen_new* Das ist nämlich nicht ganz einfach. Ich selbst habe dadurch bestimmt schon 2 Bäume verloren.

Viele Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
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