Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Alles andere was zu Bonsai passt.
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Tomsai 92
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Tomsai 92 »

Hallo Allerseits,

leider entfernt sich dieser Thread durch mehrere Faktoren inhaltlich immer mehr vom eigentlichen Ziel...
Chloroplast hat das Problem treffend auf den Punkt gebracht (danke dafür!), und die inhaltlich stechend präzisen Ideenimpulse von Dieter und Norbert drohen nun in einem gestelzten (wenn auch fachlich überwiegend korrekten) Wortschwall, sowie in der Diskussion wie wir uns zielführend verständigen könnten, unterzugehen. Das kann wirklich nicht Sinn und Zweck in einer öffentlichen Diskussion sein. Ich möchte auch nicht leugnen, dass ich es auch nicht sein lassen kann, meist allerdings unabsichtlich, meine Aussagen durch verquere Wortwahlen (ah, misst schon wieder) und endlose Sätze zu verkomplizieren. Verstanden zu werden gehörte noch nie zu meinen Stärken, ich gehöre augenscheinlich zur gleichen Gattung von „Dummschwätzern“ (Achtung, nur zitiert!) wie Dieter. Verzeiht mir das bitte.

Dieter, ich glaube langsam wir müssen uns mal live über unsere Betriebssysteme unterhalten, unsere automatischen Updates scheinen zu einem gewissen Grad inkompatibel mit dem Forum zu sein.

Ich sehe nun ein, dass Norberts Anmerkungen am Anfang von Seite 4 weitsichtiger waren als mein gescheiterter Versuch mit einer Antwort weiter zu kommen.
Aufrüttelnde Fragen bringen wohl wirklich mehr als stets zur Wertung neigende Antworten.

...


Aber andererseits:
Wenn es nicht in einem Forum wie diesem zur Entstehung revolutionärer Gedanken kommt, wo dann? Im mit Profis gespicktem IBC-Forum wird auch jeder noch so künstliche Kiefernlaubbaum bejubelt. Und in der Profiszene gibt es niemanden, der bereit wäre seine finanzielle Basis nur aufgrund künstlerischer Absichten in die Luft zu sprengen. Walter Palls „Pseudo-Erfindung“ des lediglich bis vor seinem Protest unbeleuchteten „Naturalistischen Stils“ hat damals für ihn ganz nebenbei eine Marktnische erschlossen, die sich durch sein Charisma natürlich umso besser vermarkten ließ. Was wäre z.B. geschehen, wenn Nakas Bonsai Techniken nie publiziert wären?
Wenn also nicht das unabhängige Hobbyisten-Folk öffentlich ästhetische Konventionen kritisiert, wer dann? Natürlich muss man damit leben können, dass man sich damit u.U. nicht beliebt machen wird.

hwolf hat geschrieben:die Hobbyisten, die das "Gutgerede" riesiger Klopperbäume hinter sich lassen wollen, um noch Spaß an ihrem "Friedhofsmaterial" zu haben VS die Profis, die nur hämisch über Fici-Postings lachen und sich gegenseitig stets belobigen, um dann widerum selbst belobigt zu werden
Diese These stimmt für die ersten Seiten des Threads absolut nicht und verfälscht unter Umständen für manche erkenntnisbemühten Mitlesenden (die die Beteiligten nicht alle persönlich kennen) die Grundabsicht warum z.B. alte erfahrene Hasen wie Dieter und Norbert und fanatisch bemühte tollwütige Karnickel wie meine Wenigkeit sich hier so bemühen die Diskussion sinnvoll voran zu treiben. Z.B. bin ich Norbert sehr dankbar dafür, dass er regelmäßig im Forum seine abwechslungsreichen Bäume zu Diskussion stellt, aber Dieter und auch ich haben schon unsere Gründe warum wir unsere Bäume nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen. Vom vielverheißenden Riesenklopper, über elegante Gruppengestaltungen und spärliche Literaten bis hin zum Shohin haben wir alles am Start (wenn auch in unterschiedlichen Entwicklungsstadien). Nur augenscheinlich im Gegenzug zu manchen leithengstigen Profis haben wir uns die Freiheit bewahrt keine Art von Bäumen zu bevorzugen, sondern wissen alle Ausdrucksformen gleichermaßen zu schätzen. (Ich zähle Dieter und Norbert hier übrigens nur als Beispiele auf, weil ich mir einbilde ihre Absichten halbwegs zu durchschauen, nicht weil ich andere Beteiligte herabwürdigen möchte.)


zopf hat geschrieben:Wie wäre es mit 2 neuen Stilen ?
Der "schöne Baum Stil" und als Ergänzung der "naive Baum Stil".
Ich bin dabei!
Jetzt müssen wir nur noch einen glaubwürdigen Bonsaigott als Sprachrohr finden, der das dem Bonsaivolk verkauft.


zopf hat geschrieben:Wie viel unglückliche Bäume, die nicht sein können, was Sie sind,
sollen noch die Bonsaiwelt bevölkern?
Diese Frage war übrigens eine meiner Hauptabsichten, die mich dazu verleiteten mir stundenlang mit rauchender Birne hier die Finger blutig zu tippen. Die Bäume, deren naive Gestaltung heute beginnt, werden vielleicht in 20 Jahren unveränderlich ästhetisch verstümmelt sein.
Es sei mir verzeihen, den so oft thematisierten würdevollen Umgang mit unseren Bäumen an vielen Stellen zu vermissen. Ein 300jähriger Greis aus dem Hochgebirge im Minirock und Strapsen wirkt auf mich nun mal einfach ein wenig obszön.




Vielleicht habe ich aber auch nur einfach die schlechte Angewohnheit zu viel nachzudenken.
Aber was soll ich sonst machen? Einen Fernseher habe ich nicht, Drogen bringen einen nicht weiter und um jedes Wochenende auf einer Party das Leben zu feiern, während die Natur und die Menschlichkeit dieser Erde zu Grunde gehen, bin ich auch zu blöd.


Naja, zur Not machen wir halt alle Bonsai wie Whata Pull...



...oder fangen doch lieber wieder an die Sesamstraße aufmerksam zu gucken:
„Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt ist ...“
Dateianhänge
Groß und Klein<br />alles fein<br />nur frei sollten sie sein
Groß und Klein
alles fein
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von hwolf »

Moin,

dass die Diskussion aus dem gewünschten Rahmen gelaufen ist, nehme ich auf meine Kappe. Sorry, das war mir bis zu Toms Post nicht aufgefallen. Jeder Mensch ist unterschiedlich und das ist solange Grund zum Feiern bis der Unterschied jemanden stört. Gut, dass Du was sagst Tom, hoffentlich gehts jetzt weiter in Deinem Sinne.

Ich wünsche mir eigentlich, jetzt einfach die Klappe zu halten, aber so weit bin ich wohl einfach noch nicht
Nur eine Sache möchte ich noch kurz anmerken. Das muss man jetzt nicht groß ausdiskutieren und vielleicht täusche ich mich arg, dennoch erscheint es mir richtig und wichtig, das nochmal zu betonen (nobody-is-perfect):
hwolf hat geschrieben: ich kann mir vorstellen, dass Fragen deswegen nicht beantwortet werden, weil man sich nicht darüber austauscht, was man mit der Diskussion erreichen will.
So bilden sich Lager (die Hobbyisten, die das "Gutgerede" riesiger Klopperbäume hinter sich lassen wollen, um noch Spaß an ihrem "Freidhofsmaterial" zu haben VS die Profis, die nur hämisch über Fici-Postings lachen und sich gegenseitig stets belobigen, um dann widerum selbst belobigt zu werden). So stirbt jede Konversationskultur.
Vielleicht geht es nicht um Profis vs. Hobbyisten, oder Klopper vs. Kleinzeug, aber die guten Gründe, Bäume hier nicht zu zeigen, zum Thema gewisser Leute lieber nichts zu sagen und die Wut und die Häme, die mir aus diesem Forum jeden Tag seit meines ersten Posting entgegen rotzt, ist der eindeutige Beweis dafür, dass sich hier mindestens zwei Lager bekriegen. Das merkt jeder, der nur zwei Wochen lang die neuen Beiträge verfolgt. Und das schreibe ich hier jetzt nicht weil, sondern obwohl ich mich an manchen Stellen hier angegriffen fühle. Wenn diese Haltung nicht überwunden wird (und ich dachte, dieser Thread sei dafür geeignet), dann wird es hier nie zu einem offenen Austausch kommen.

Nichts jemals hier böse gemeint,
Heinrich
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abardo
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von abardo »

Hi,
Tomsai 92 hat geschrieben:aber Dieter und auch ich haben schon unsere Gründe warum wir unsere Bäume nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen
Kann ich verstehen, aber ohne etwas zu zeigen, werden sich Sichtweisen nicht ändern.

(an dem obigen Bild kann ich nicht wirklich etwas unübliches erkennen)
Grüße, Frank
___________
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zopf
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von zopf »

Hallo Heinrich
Das Thema Laufen war auch schon mal da, also mal ein kurzer Schwenk.
Vom Prinzip gibt es Läufer und Jogger
und es spielt keine Rolle welcher Schnitt oder welche Strecke gelaufen wird.
Der Jogger läuft seine Runde und gut ist,
der Läufer trainiert (meist besessen) und versucht besser zu werden.
Deshalb kann auch ein 10jähriger Ahorn ein guter Baum sein
und ein 50jähriger muss es keineswegs.
Auf meinen Kommentar der Schalenwahl bezogen, bedeutet das
- bist Du ein Jogger, dann entschuldige vielmals
- bist Du ein Läufer, schluck die Pille und verabschiede Dich von den Gedanken,
"Schönheit liegt im Auge des Betrachters", "Die Geschmäcker sind verschieden"
als Begründung zu nehmen.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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camaju +
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von camaju + »

Sorry OT
hwolf hat geschrieben: und die Wut und die Häme, die mir aus diesem Forum jeden Tag seit meines ersten Posting entgegen rotzt,
Ich habe mir jetzt mal deine ganzen Beiträge durch gelesen, sind ja nicht so viele, und hab beim besten Willen nichts derartiges gefunden. Das mögen evtl. PN's sein, die du angesprochen hast. Darüber haben wir gesprochen und du kannst die nötigen Massnehmen einleiten. Aber mit diesem Satz dieses auf das Forum zu verallgemeinern ist schon starker Tobak Das ist schon fast üble Nachrede. Mit solchen Aussagen solltest du sehr vorsichtig sein.

Sorry Tom
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Heike_vG
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Heike_vG »

hwolf hat geschrieben:Vielleicht geht es nicht um Profis vs. Hobbyisten, oder Klopper vs. Kleinzeug, aber die guten Gründe, Bäume hier nicht zu zeigen, zum Thema gewisser Leute lieber nichts zu sagen und die Wut und die Häme, die mir aus diesem Forum jeden Tag seit meines ersten Posting entgegen rotzt, ist der eindeutige Beweis dafür, dass sich hier mindestens zwei Lager bekriegen. Das merkt jeder, der nur zwei Wochen lang die neuen Beiträge verfolgt. Und das schreibe ich hier jetzt nicht weil, sondern obwohl ich mich an manchen Stellen hier angegriffen fühle. Wenn diese Haltung nicht überwunden wird (und ich dachte, dieser Thread sei dafür geeignet), dann wird es hier nie zu einem offenen Austausch kommen.
Heinrich, ich glaube Du siehst die Lage hier im BFF viel zu negativ. Seit über 10 Jahren sind etliche Leute (und auch ich) in diesem Forum aktiv und fühlen sich hier (von einzelnen Situationen abgesehen) sehr wohl. Vielen geht es so. Es haben sich eine große Menge Freundschaften entwickelt. Sonst wären die BFF-Sommerfeste sicherlich auch keine so außergewöhnlich schönen und harmonischen Feste.
Ich sehe hier keine verfeindeten Lager, die sich bekämpfen. :roll: Es wäre auch sehr schade, so etwas hier jetzt heraufzubeschwören.

Sicherlich gibt es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, wie überall, wo Menschen zusammenkommen. Es gibt auch einzelne Leute, die sich gegenseitig nicht so mögen. Auch das ist normal. Im Großen und Ganzen kann hier aber jeder problemlos mit jedem kommunizieren und jeder vom anderen lernen, solange der Ton stimmt.

Klar, die Leute, die auf einem ähnlichen Niveau sind und sich außerdem gut persönlich kennen, schreiben einander bevorzugt in ihren Threads. Da weiß man auch, wie es ankommen wird. Es ist auch gut, wenn z.B. fortgeschrittene Anfänger sich gegenseitig helfen und bestärken, die sich mit ihren Themen gegenseitig verbunden fühlen.

Die Schwierigkeiten, die zwischen Anfängern und seit Jahrzehnten erfahrenen Enthusiasten bzw. echten Profis, die ihr Geld mit Bonsai verdienen, manchmal auftreten, haben immer wieder die gleichen Ursachen. Entweder fühlt sich ein Profi oder Halbprofi, der sein halbes Leben Bonsai mit großer Leidenschaft gewidmet hat, verärgert, weil er respektlose und unqualifizierte Kritik bekommt. Der Anfänger hat oft keine Ahnung, mit "wem" er es zu tun hat. Das entschuldigt manchmal etwas, aber besser wäre, von vornherein etwas vorsichtiger anstatt zu forsch zu sein.

Andersherum richten manche Anfänger gerne ihre Fragen an "die Profis" (wäre das z.B. im Sport denkbar?), die sich vielleicht seit zehn Jahren mehr oder minder geduldig mit den immer gleichen oder ähnlichen Fragen befasst haben, aber das irgendwann ein bisschen leid werden und die Beantwortung auch gerne mal ab und zu anderen überlassen würden. Wenn der Gefragte dann eine ehrliche Meinung oder fachlichen Rat abgibt, ist das manchmal nicht das, was der Frager hören wollte. Dann gibt es Unmut, der eine wird als überheblich und der andere als beleidigt angesehen.

In all den Jahren haben wir oft beobachtet, dass neue User hier sich entweder spontan wohlfühlen und das gute, freundliche Miteinander sowie die Hilfsbereitschaft loben, oder sich von Anfang an beklagen, wie schlimm es hier ist und wie böse alle sind, so dass letztere Vertreter nicht lange bleiben und oft mit einem großen Knall aussteigen. Irgendwann hat man das Gefühl, das kennt man schon. Einige kriegen auch nach anfänglichen Problemen die Kurve und fügen sich dann prima ein. Zwei, die ein Problem miteinander hatten, haben sich schon auf Events getroffen, ein Bier zusammen getrunken und den Zwist ad actas gelegt. Das liegt m.E. zum großen Teil an der jeweiligen Persönlichkeit und weniger am BFF.

Wenn man schon ein paarmal gelesen hat, dass diese oder jene Person üblicherweise eine ganz andere Anschauung vertritt als man selbst, dann klinkt man sich vielleicht nicht in deren Threads ein, sondern überlässt dies Leuten, die dem näher sind oder sonst Lust dazu haben. Das hat aber nicht unbedingt mit der Bildung verfeindeter Lager zu tun, sondern eher mit Toleranz. Man kann jeden sein Ding machen lassen und den Leuten, die es anregt, die Diskussion überlassen.

Manchmal ist es zu beobachten, dass intelligente, erfolgreiche, selbstbewusste Leute sich schwer damit tun, nicht gleich von Null an auf hohem Niveau mitmischen zu können, sondern mühsam akzeptieren müssen, auf einem Gebiet noch Anfänger zu sein, dessen Umfang und Vielschichtigkeit für sie vielleicht zu dem Zeitpunkt noch kaum zu erfassen ist.

Hier passt wieder einmal das Zitat aus Bjorn Bjorholms Who is Who-Porträt, das ich gerne einfüge, da es mir aus der Seele spricht:
"Ich möchte auch sagen, dass in der Bonsaiwelt kein Platz für große Egos sein sollte. Es ist doch so, als Bonsaikünstler retten wir nicht die Welt oder heilen Krankheiten... wir spielen mit kleinen Bäumen, also bewahrt Euch den Spaß dabei und haltet Eure Egos im Zaum!"

Wenn sich alle ein wenig zurücknehmen, ein bisschen gelassen bleiben und die gemeinsame Freude an Bonsai ohne Eitelkeiten, Neid und ähnliche negative Gefühle in den Vordergrund stellen, wird das BFF auch weitere 10 Jahre vielen Leuten Freude machen.

Liebe Grüße,

Heike

P.S. Es ist Winter, Sauregurkenzeit für Bonsaianer. Da wird viel geschrieben, sich aus Untätigkeitsfrust und Winterdepression heraus eher gekabbelt. Der Frühling wird in einigen Wochen kommen und mit Blüten, Austrieb, Sonne und Gartenarbeit wird die bessere Laune zurückkehren.

Nun könnt Ihr gerne wieder mit Eurer Diskussion fortfahren. *undwech* *back*
Zuletzt geändert von Heike_vG am 20.01.2016, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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Tomsai 92
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Tomsai 92 »

Vielen Dank Heike!

Um auch noch einmal auf den Faktor Mensch einzugehen:
abardo hat geschrieben:
Tomsai 92 hat geschrieben:aber Dieter und auch ich haben schon unsere Gründe warum wir unsere Bäume nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen
Kann ich verstehen, aber ohne etwas zu zeigen, werden sich Sichtweisen nicht ändern.
Doch, natürlich.
Man muss nur offen und gewillt sein sich auf das Hinterfragen der eigenen Absichten und Taten einzulassen.
Deshalb habe ich so viel in diesem Forum lernen dürfen. Jede Ansicht, auch die vermeintlich „falschen“, können inspirieren und den eigenen Horizont erweitern.
Dazu sind das Prinzip des „Sapere aude“ und die bittere Pille mit der Dieter dealt natürlich unverzichtbare Werkzeuge.

abardo hat geschrieben:An dem obigen Bild kann ich nicht wirklich etwas unübliches erkennen.
Das könnte daran liegen, dass es dort auch gezielt nichts zu erkennen gibt ;)

Wie gesagt:
Tomsai 92 hat geschrieben:Was ist neu? Es gibt, bzw. gab doch schon alles. Das Bonsairad lässt sich nicht mehr neu erfinden, da jeder Stil, jedes Stilelement irgendwann von irgendwem bereits angewandt wurde. An den äußerlichen Präsentationsformen lässt sich natürlich rumschrauben. Das täuscht aber letztendlich oft nur darüber hinweg, dass die Aussage des isolierten Baumes ohne das inszenierte Umfeld wieder dem herkömmlichen Formenkanon entspricht.
Dazu muss man natürlich z.B. Inhalte der ersten Kokufu-Bände, ebenso wie jene aus den 70ern sowie die aktuellen, gut kennen und vor allem in der Gänze des dort Gezeigten verinnerlichen.
Nur wer tut das schon?
Das WWW und die wirkliche Absicht zu recherchieren könnten diesen Defizit beheben.
Zur Not sei noch erwähnt, dass sich aus meiner Sicht die Investition in nur einen einzigen Kokufu-Bildband (Gebraucht etwa 50€) i.d.R. schon enorm lohnt. (hat mir damals die Augen weiter geöffnet)


Und um mich ein weiteres Mal selbst zu zitieren und die Diskussion an den Startpunkt zu erinnern:
Tomsai 92 hat geschrieben:Ich habe auch erst nach Jahren gemerkt was man mit der urteilenden Sichtweise alles verpasst.

Der einzige der sich uns nachhaltig in den Weg stellt sind wir selbst...
Haarsträubende Kritik bringt die Meinungsbildung in der Regel weiter als immer das gleiche zu lesen. Deshalb sei es mir bitte verziehen, wenn ich aus Hoffnung auf neue Meinungen und damit einhergehende Inspiration gerne mal den Konventionen den Mittelfinger zeige.

Und nun bitte *back*
zopf hat geschrieben:Es gibt keine unerbetenen Antworten, wir können Alle nur von Allem lernen
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abardo
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von abardo »

.. jetzt bin ich verwirrt *crazy*

Ihr möchtet also eine offene Sichtweise, eine erweiterte Definition von "guten Bäumen" und Kritik abschaffen (auf jeden Fall, wenn Sie keine Spielräume lässt) ... für etwas, was nicht zu sehen ist, nicht gezeigt wird und für niemand anderen sichtbar ist ?

Schön, dann wagemutigt (hmpf) jeder Zuhause alleine vor sich hin, macht, was er will und freut sich glücklich dabei, wenn er dann endlich "offen" genug ist ...
... und auf Ausstellungen, im Interweb und jeglichen sonstigen Veröffenlichungen wird weiter nur das gezeigt, was immer gezeigt wird (weil etwas anderes gar nicht zur Verfügung steht) und die Masse wird dem weiterhin hinterherdackeln.

Und was soll dann eine öffentliche Diskussion ?
Grüße, Frank
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Tomsai 92 »

abardo hat geschrieben:Schön, dann wagemutigt (hmpf) jeder Zuhause alleine vor sich hin, macht, was er will und freut sich glücklich dabei, wenn er dann endlich "offen" genug ist ...
Was gäbe es denn besseres als auch ohne Lob glücklich mit seinen Taten zu sein? ;)
Das bedeutet doch nicht, dass man nichts mehr zeigt und seine Bäume nicht andernorts zur Diskussion stellt.



Mein Versuch eine Idee dieser Diskussion verständlich auf den Punkt zu bringen:

Eine gute Frage ist stets mehr wert als eine perfekte Antwort,
da sie jedem die Chance lässt die Antwort aus eigenem Antrieb heraus wirklich zu verstehen.



Lasst uns in diesem Sinne versuchen nach ungestellten Fragen über die Bonsaikunst suchen, anstatt uns über Antworten anderer zu ärgern und dadurch nicht vorwärts zu kommen.

Wie entwickeln sich Kinder? Indem sie Fragen stellen und nicht indem sie meinen eine Antwort zu wissen.
Wer lernen möchte muss sich also den Fragen öffnen und sich nicht an möglicherweise falschen Antworten festkrallen.

Und sollte hier eine Antwort doch mal zuträglich sein, dann bitte möglichst verständlich, sachlich, belegbar und ohne persönliche Wertung.
Wenn es trocken bleibt, kann es auch keine unangenehmen Schimmelflecken geben.
Und ohne Hitze kann sich auch niemand die Finger verbrennen.
(Sorry, die bildliche Denkweise werde ich einfach nicht los...)


PS: Verwirrung wirkt krampflösend *z*
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Tomsai 92
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Tomsai 92 »


https://www.youtube.com/watch?v=BhQIniEVtDk

Was stellen uns z.B. diese Bäume für Fragen?
Ignoriert die paar naiven Bäume, die Regeln befolgen und leicht zu durchschauen sind.
Stellt euch denen, die so frei sind einzigartig zu sein.
Wieso schaffen es manche Bäume in uns Emotionen zu wecken und uns an die Ausstrahlung echter Bäume zu erinnern?
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Anja M.
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Anja M. »

Bei dieser ganzen Diskussion - oder besser bei dem Teil, der mit Bonsai zu tun hat - fühle ich mich die ganze Zeit an einen Artikel von Colin Lewis erinnert. Für mich persönlich in seinen Arbeiten und auch in seinen Büchern das Vorbild überhaupt. Ich wäre fast geneigt zu behaupten, der käme nicht so Mimosenhaft daher, wenn ein unbedarfter Anfänger ihm eine naive Frage stellte, denn in seinen Büchern läßt er es an Humor nicht mangeln. Fast, denn in Person hab ich ihn nicht getroffen.

http://www.colinlewisbonsai.com/Reading ... onsai.html

Im verlinkten Artikel schwärmt er von den alten Zeiten, als niemand in Europa Bonsaiprofi oder -fachmann war und die ganze Gang sich zusammengerauft und die Dinge durch Versuch und Irrtum selbst erforscht hat.

In der heutigen Zeit erscheinen ihm die Gestaltungen allzu stereotyp geworden zu sein. Ein Grund dafür sieht er in der Kommerziealisierung. Die Profis wollen was zeigen und die Kunden wollen nicht den Weg selbst gehen, sondern was mehr oder weniger vorgedachtes bei entsprechenden teuren Workshops zum Ende bringen.
It is not the bonsai master, not the itinerant bonsai journeyman, and certainly not the commercial market traders, but the committed, motivated and talented enthusiasts who hold the future evolution of bonsai art in their hands. It is they who are free to experiment, create, push the boundaries, be adventurous. They have no reputation to build, no ego to boost, no big investment to lose apart from time. It is they, and only they, who can preserve the variety of style and species, adding more as time goes by. It is they who are most likely to practice bonsai as an expressive art, forever pushing the boundaries, rather than as an investment or a performance. All they need to do is believe in their own dreams, set their sights on the highest goal and, take the longest path to reach it.
'Es wird nicht der Bonsai-Meister, nicht der reisende Demonstrator und ganz sicher nicht der kommerzielle Händler sein, sondern die engagierten, motivierten und talentierten Amateure, die die zukünftige Entwicklung der Bonsaikunst in ihren Händen halten. Sie sind es, die die Freiheit haben zu experimentieren, zu gestalten, die Grenzen auszutesten und sich auf Abenteuer einzulassen. Sie brauchen sich keinen Ruf zu erarbeiten, kein Ego zu polieren und haben außer ihrer Zeit nichts zu verlieren. Sie sind es und nur sie, die die unterschiedlichen Stiele und Arten erhalten und mit der Zeit auch vermehren können. Sie sind es die Bonsai aller Wahrscheinlichkeit nach als eine expressive Kunstform betreiben werden, immer wieder die Grenzen austestend, statt das Ganze als eine Investition oder eine Demonstration zu begreifen. Dafür müssen sie nur an ihre eigenen Träume glauben, nach weit entfernten Zielen streben und bereit sein dafür auch den längsten Weg auf sich nehmen um diese zu erreichen.'

So ernst sah ich bis zu dieser Lektüre die Lage nicht, aber wenn der Meister das sagt ;-)
Jetzt mach ich erst aml Futter.
73 Anja
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Herbert A
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle

Jetzt lese ich diesen Thread schon seit dem 1. Posting. Besser gesagt ich versuche den Inhalt zu verstehen. Selten beteilige ich mich an solchen Diskussionen, aber ich lese sie immer gerne.
Bei vielem nicke ich beim lesen zustimmend mit dem Kopf und bei manchem habe ich keine Ahnung worum es da eigentlich geht.

Ich versuche das gelesene auf meine Bäume umzumünzen und komme nach vielen Überlegungen immer wieder zu dem Schluss dass es beinahe müßig ist sich zu viele Gedanken zu machen, denn der Baum spricht nicht mit mir, er spricht mit meinem Bauch. Und aus diesem Dialog zwischen Baum und Bauch entstehen mit der Zeit Bäume die mir gefallen und auch Freude bereiten. Manchmal sind es wilde Bäume, abseits jeder Norm. Manchmal sind es ruhige und klassische Bäume.

Baum und Bauch scheren sich da wenig um Regeln und Stilvorgaben. Ein guter Baum ist für mich wenn ich das Bedürfnis habe vor ihm zu verweilen ohne auf Details zu achten.

lg
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von zwanziger »

Herbert,
da bin ich voll bei dir,
denn wie kann man den allgemeinen Geschmack besser verändern,
als eure Gestaltungen zu zeigen.
MfG André

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Herbert A
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von Herbert A »

Andre, das ist aber gar nicht meine Absicht den Geschmack anderer zu verändern.
Schönheit liegt einzig und alleine im Auge des Betrachters.

lg
Herbert
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Re: Nach dem Erklimmen des Gipfels bleibt nur der Abstieg

Beitrag von zopf »

grüsse an die bewohner von melmac
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