leider entfernt sich dieser Thread durch mehrere Faktoren inhaltlich immer mehr vom eigentlichen Ziel...
Chloroplast hat das Problem treffend auf den Punkt gebracht (danke dafür!), und die inhaltlich stechend präzisen Ideenimpulse von Dieter und Norbert drohen nun in einem gestelzten (wenn auch fachlich überwiegend korrekten) Wortschwall, sowie in der Diskussion wie wir uns zielführend verständigen könnten, unterzugehen. Das kann wirklich nicht Sinn und Zweck in einer öffentlichen Diskussion sein. Ich möchte auch nicht leugnen, dass ich es auch nicht sein lassen kann, meist allerdings unabsichtlich, meine Aussagen durch verquere Wortwahlen (ah, misst schon wieder) und endlose Sätze zu verkomplizieren. Verstanden zu werden gehörte noch nie zu meinen Stärken, ich gehöre augenscheinlich zur gleichen Gattung von „Dummschwätzern“ (Achtung, nur zitiert!) wie Dieter. Verzeiht mir das bitte.
Dieter, ich glaube langsam wir müssen uns mal live über unsere Betriebssysteme unterhalten, unsere automatischen Updates scheinen zu einem gewissen Grad inkompatibel mit dem Forum zu sein.
Ich sehe nun ein, dass Norberts Anmerkungen am Anfang von Seite 4 weitsichtiger waren als mein gescheiterter Versuch mit einer Antwort weiter zu kommen.
Aufrüttelnde Fragen bringen wohl wirklich mehr als stets zur Wertung neigende Antworten.
...
Aber andererseits:
Wenn es nicht in einem Forum wie diesem zur Entstehung revolutionärer Gedanken kommt, wo dann? Im mit Profis gespicktem IBC-Forum wird auch jeder noch so künstliche Kiefernlaubbaum bejubelt. Und in der Profiszene gibt es niemanden, der bereit wäre seine finanzielle Basis nur aufgrund künstlerischer Absichten in die Luft zu sprengen. Walter Palls „Pseudo-Erfindung“ des lediglich bis vor seinem Protest unbeleuchteten „Naturalistischen Stils“ hat damals für ihn ganz nebenbei eine Marktnische erschlossen, die sich durch sein Charisma natürlich umso besser vermarkten ließ. Was wäre z.B. geschehen, wenn Nakas Bonsai Techniken nie publiziert wären?
Wenn also nicht das unabhängige Hobbyisten-Folk öffentlich ästhetische Konventionen kritisiert, wer dann? Natürlich muss man damit leben können, dass man sich damit u.U. nicht beliebt machen wird.
Diese These stimmt für die ersten Seiten des Threads absolut nicht und verfälscht unter Umständen für manche erkenntnisbemühten Mitlesenden (die die Beteiligten nicht alle persönlich kennen) die Grundabsicht warum z.B. alte erfahrene Hasen wie Dieter und Norbert und fanatisch bemühte tollwütige Karnickel wie meine Wenigkeit sich hier so bemühen die Diskussion sinnvoll voran zu treiben. Z.B. bin ich Norbert sehr dankbar dafür, dass er regelmäßig im Forum seine abwechslungsreichen Bäume zu Diskussion stellt, aber Dieter und auch ich haben schon unsere Gründe warum wir unsere Bäume nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen. Vom vielverheißenden Riesenklopper, über elegante Gruppengestaltungen und spärliche Literaten bis hin zum Shohin haben wir alles am Start (wenn auch in unterschiedlichen Entwicklungsstadien). Nur augenscheinlich im Gegenzug zu manchen leithengstigen Profis haben wir uns die Freiheit bewahrt keine Art von Bäumen zu bevorzugen, sondern wissen alle Ausdrucksformen gleichermaßen zu schätzen. (Ich zähle Dieter und Norbert hier übrigens nur als Beispiele auf, weil ich mir einbilde ihre Absichten halbwegs zu durchschauen, nicht weil ich andere Beteiligte herabwürdigen möchte.)hwolf hat geschrieben:die Hobbyisten, die das "Gutgerede" riesiger Klopperbäume hinter sich lassen wollen, um noch Spaß an ihrem "Friedhofsmaterial" zu haben VS die Profis, die nur hämisch über Fici-Postings lachen und sich gegenseitig stets belobigen, um dann widerum selbst belobigt zu werden
Ich bin dabei!zopf hat geschrieben:Wie wäre es mit 2 neuen Stilen ?
Der "schöne Baum Stil" und als Ergänzung der "naive Baum Stil".
Jetzt müssen wir nur noch einen glaubwürdigen Bonsaigott als Sprachrohr finden, der das dem Bonsaivolk verkauft.
Diese Frage war übrigens eine meiner Hauptabsichten, die mich dazu verleiteten mir stundenlang mit rauchender Birne hier die Finger blutig zu tippen. Die Bäume, deren naive Gestaltung heute beginnt, werden vielleicht in 20 Jahren unveränderlich ästhetisch verstümmelt sein.zopf hat geschrieben:Wie viel unglückliche Bäume, die nicht sein können, was Sie sind,
sollen noch die Bonsaiwelt bevölkern?
Es sei mir verzeihen, den so oft thematisierten würdevollen Umgang mit unseren Bäumen an vielen Stellen zu vermissen. Ein 300jähriger Greis aus dem Hochgebirge im Minirock und Strapsen wirkt auf mich nun mal einfach ein wenig obszön.
Vielleicht habe ich aber auch nur einfach die schlechte Angewohnheit zu viel nachzudenken.
Aber was soll ich sonst machen? Einen Fernseher habe ich nicht, Drogen bringen einen nicht weiter und um jedes Wochenende auf einer Party das Leben zu feiern, während die Natur und die Menschlichkeit dieser Erde zu Grunde gehen, bin ich auch zu blöd.
Naja, zur Not machen wir halt alle Bonsai wie Whata Pull...
...oder fangen doch lieber wieder an die Sesamstraße aufmerksam zu gucken:
„Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt ist ...“
