heute möchte ich Euch mein Sylvestris Projekt vorstellen.
Dieser Baum wurde 2009 von meinem Freund Ralf Steiner ausgegraben und steht seit dem in dieser Schale.
2010 bekam ich den Baum von Ralf zum Geburtstag geschenkt.
Bis vor ein paar Tagen wurde an diesem Baum nichts gemacht.
Also 4 Jahre konnte sich der Baum erholen und durch die gute Pflege bei Ralf, zu einem sehr vitalen Baum entwickeln.
Auch den Dickenwachstum im Verlauf des Stammes in dieser Zeit hat mich sehr Beeindruckt. Normalerweise fällt das einem ja nicht so auf, wenn
man den Baum im eigenen Garten stehen hat und Ihn jeden Tag sieht. Da der Baum aber die ganze Zeit bei Ralf stand…staunte ich nicht schlecht.
Hier ein paar Bilder von 2012
Und hier ein Bild von letzter Woche 2013.
Als ich am WE den Baum bei Ralf abgeholt habe, haben wir noch den Baum besprochen.
Wie immer gab es mehrere Varianten der Gestaltungsmöglichkeiten.
Da der Baum vor Kraft strotzt, habe ich den vorderen abgehenden Ast , den ich auf jeden Fall nicht verwenden kann, abgeschnitten.
Das entsprach vom Volumen her ca.50 % des Grüns.
Danach deckten wir mit einem Tuch das restliche Grün ab um uns nur auf den Stammverlauf konzentrieren zu können und
schauten uns verschiedene Pflanzwinkel an bis wir beide der Meinung waren, in diese Richtung sollte es gehen.
Hier ein kleiner Tipp, wenn Ihr einen Ast mit Grün abschneidet, verwendet Ihn in diesem Fall als Dummy für die spätere Krone.
So könnt ihr das Grün einfach mal da hinsetzen, wo später die Krone mal sein könnte. So hat man gleich einen besseren
Blick dafür, wohin muß das Grün wandern um die gewünschte Ausstrahlung (Proportion/Gleichgewicht/Position) zu bekommen.
Man kann auch gleich an diesem Ast testen wie biegsam die Äste sind, wie weit man gehen kann beim biegen bevor
es knack macht..
Nun weiter bezüglich der zukünftigen Gestaltung.
Hier gab es dann zwei Möglichkeiten.
Die erste Variante….bei dieser müssten man den Stamm verstärkt bandagieren
und Biegen und würde auch dabei den Blick auf die erste obere Biegung und
die tolle Abwärtsbewegung mit den dynamischen Bereichen zum Teil durch
die spätere Krone verdeckt werden.
Die zweite Variante….bei dieser würde ich nur durch abspannen in gewissen Bereichen um diverse Änderungen zu erreichen.
Der Scheitelpunkt weiter nach oben setzen, so dass später der dynamische Bereich mehr zu sehen sein sollte wenn das Grün mal platziert wurde.
Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da sie a) für mich eine größere Herausforderung darstellt und b) mehr markante Punkte
zum Vorschein kommen und so den Baum einzigartiger machen. Also mehr Dynamik, wenn ich schon so tolle Bewegungen im Stamm habe.
Diverses Abspannen dann durchgeführt.
Das Ganze wird eine Gratwanderung zwischen den Proportionen und auch der
richtigen Platzierung des Grüns um eine aussagefähige Gestaltung zu erreichen.
Des weiteren habe ich nun 2 Äste an Grün am Baum gelassen. Einen davon werde ich benötigen um die Krone
und Tiefenäste usw. zu gestalten.
Diese Gestaltung werde ich nächstes Jahr in den Sommermonaten durchführen, da um diese Zeit (meine Erfahrungen) die beste Zeit ist
um größere Biegungen durchführen zu können und natürlich auch aus dem Grund der von mir durchgeführten Reduzierung
des Grüns um 50%.
Hier sollte sich der Baum nun erst mal ohne Eingriffe bis nächstes Jahr erholen können um sich auf diese Gegebenheit einzustellen.
Also bis nächstes Jahr…wieder Finger wech vom Baum..*zwinker*
