Stefan72 hat geschrieben: 28.05.2017, 17:39Aber so wie Du schreibst, scheint eine Übertragung von Baum zu Baum nicht möglich zu sein?
Doch – eben über das Substrat. Also indirekt schon.
Stefan72 hat geschrieben: 28.05.2017, 17:39Wenn man manchmal liest, dass man kranke Bäume im geschlossenen Plastiksack im Hausmüll entsorgen soll oder komplett mit Substrat verbrennen, dann hat das den Anschein, dass da Sporen fliegen könnten?
Nö. Man möchte nur erreichen, dass der komplette Krankheitsherd vernichtet wird – inklusive Substrat. Siehe unten.
Stefan72 hat geschrieben: 28.05.2017, 17:39Der Kranke kann also neben dem Gesunden stehen, das Berühren des infizierten Substrats oder der Kontakt mit kranken Pflanzenteilen führt nicht dazu, dass ich den Pilz auf andere Substratoberflächen "impfe"?
Doch. Pilze sind komplizierte Wesen. Sie bilden einerseits Myzele aus, oft im Boden, andererseits Fruchtkörper (das, was wir gerne pflücken). Von einem «Pilz» zu reden, ist etwa so richtig, wie wenn wir eine Weintraube mit dem Stock gleichsetzen.
Stefan72 hat geschrieben: 28.05.2017, 17:39Ich frag' deshalb so nach, weil der Heilung kranker Bäume landläufig wenig bis keine Chancen einräumt werden und im Umgang mit kranken Bäumen zur größten Sorgfalt angehalten wird. Wenn die größte Gefahr gebannt ist, wenn man die kranken Bäume entsorgt und das Werkzeug desinfiziert, dann wäre das ja schon mal eine Erleichterung.
Ehm – eben: Das Substrat. Da ist nämlich das Myzel drin. Zu Pilzen muss man wissen, dass sie aus einigen wenigen Zellgruppen eine komplette Lebensform rekonstruieren können (dost hätte wir keine Champignons...). Das bedeutet, ein Fitzelchen Myzel reicht, um dir auch in ein, zwei oder fünf Jahren neuen Ärger zu machen. Das Myzel überlebt im Boden, darum die Sache mit dem Substrat.
Also: Isolieren – nachhaltig zerstören (Feuer ist da nicht übel) – nächster Versuch.
Welkepilze sind sehr, sehr hartnäckig. Ich würde sie jetzt mal mit «Krankenhauskeimen» vergleichen.