Bei starken Schnittstellen habe ich immer wieder Probleme vollständige Überwallung in überschaubarer Zeit hinzubekommen.
- wichtig ist natürlich genügend Laubmasse oberhalb der Schnittstelle. Viel Saftfluss bedeutet immer schnellere Kallusbildung
- ein Opferast (oder mehrere) hilft da auch gut weiter. Allerdings verdickt ein frei wachsender Zugast den Stamm. Am Gipfel ist dies ja meist unerwünscht. Die nächste größere Schnittstelle entsteht
- eine Bohrablaktion an den oberen Schnittrand wurde schon öfter hier im Forum genannt. Der Saftfluss würde genau an der gewünschten Stelle verstärkt. Der Ast kann später mit der Konkavzange sauber entfernt werden. Von der Theorie her sollte das die besten Ergebnisse liefern.
Hier die Praxis: die Zelkova serrata ist bekannt für starke Kallusbildung. Die Schnittstellen wwurden im Mai 2015 nachgeschnitten. Es bildete sich eine Art "Kalluskrater", der mehrere Millimeter tief war. Die Kallusränder stagnierten. Selbst jährliches Anritzen des Kallusrandes brachte kaum Erfolg. Durch Bohrablaktion eines Gipfelastes an den oberen Rand des Kallus konnte der Krater seit 2018 etwas aufgefüllt werden. In 2020 sollte alles eben verwachsen sein.

- 2014: unmögliche Schnittstellen
- 2014-05-04 -Kopie.jpg (394.93 KiB) 2513 mal betrachtet

- 2015: stark nachgeschnitten
- 2015-05-11 -Zel 2 Kopie.jpg (331.07 KiB) 2513 mal betrachtet

- es bildet sich ein mehrere Millimeter tiefer Kalluskrater, der kaum mehr überwallt.
- 2017-04-16 vgl .png (870.1 KiB) 2513 mal betrachtet

- 2019-06-11 -vgl Überwallung.png (872.26 KiB) 2513 mal betrachtet

- eine Bohrablaktion 2018 füllt den Krater, die Kallusbildung kommt wieder voran
- 2019-06-11 -vgl Überwallung.png (1.36 MiB) 2513 mal betrachtet
Und falls die Ablaktion nicht stört, kann sie auf die unterste Knospe zurückgeschnitten und als neuer Trieb integriert werden.
Wie sind eure Erfahrungen?
Grüße
Rainer