Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Alles andere was zu Bonsai passt.
zwanziger
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zwanziger »

ps Der Gedanke an eine übergreifende Zusammenarbeit
hat mich zeitlebens begleitet.
Leider scheitern solche Projekte immer an uns kleinen Menschlein.
Dieter, steckst du in einer so tiefen Lethargie?
Da wollte ich nicht bohren, hab nur immer mal wieder ein paar beknackte Ideen.
Aber mir geht das genauso, wer unkonventionelle Ideen hat, steht erst mal allein da.

George, also heißt das, wenn man den Ton zu feucht verarbeitet,
ist die Warscheinlichkeit groß, das die Schale reißt?
ich glaube, die Töpfer gehören auch zu den aussterbenden Spezies....warum sollten die was dazu sagen?
Erwin, ich hoffe das nicht.
Ich schätze gutes Handwerk,
nur gestalte und spare ich darauf hin.
Da sehe ich eher eine Chance für einheimische Töpfer.
Was meinst Du dazu?
MfG André

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Hippo
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Hippo »

zwanziger hat geschrieben: 30.12.2019, 23:56 George, also heißt das, wenn man den Ton zu feucht verarbeitet,
ist die Warscheinlichkeit groß, das die Schale reißt?
Ich habe leider überhaupt keinen Plan was das für eine Tonqualität sein könnte und welche Konsistenz benötigt wird, wenn man mit Ton direkt "drucken" möchte.
Bezüglich der nötigen Hardware habe ich noch weniger einen Hochschein.
Grumpy old fat Kiboko.
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Erwin
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Erwin »

Keramik Kraft hat tatsächlich 3D-Drucker im Angebot, ebenso speziell für diese Technik aufbereiteten Ton. Wenn ich das richtig verstanden habe (da bin ich mir nicht ganz sicher...) hat der Ton einen höheren Wassergehalt oder es ist eine Art Verflüssiger zugesetzt.

Ich denke, dass Keramik Kraft kein Problem damit hat, dass ich hier eine Seite des Katalogs 2020 veröffentliche. Im Internet Shop habe ich das gestern nicht gefunden, aktuell ist die Seite nicht erreichbar.

Erwin
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Wolfgang S
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Wolfgang S »

Hallo Erwin,
genau den meinte ich, als ich von 3D Druckern für Hobbykeramiker sprach. Und beim Hersteller in USA gibt es auch die entsprechenden Extruder (? Druckköpfe für Ton ?) zum Nachrüsten für andere 3D Drucker.
Übrigens gibt es die keramischen 3D Drucker auch im Automobildesign (ratet mal, wo Igor arbeitet). Und unsere Standardschalengröße ist durchaus technisch realisierbar, nur die Drucker sind -noch- recht teuer.
Gruß,
Wolfgang

PS: In einem der letzten Töpferblätter des Kalkspatz war ein Artikel mit den bereits verfügbaren 3D Druckverfahren in der Keramik. Verfasst von Grit Uhlemann.
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zopf
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zopf »

Hallo
viewtopic.php?f=35&t=49853
Einfach mal ein Beispiel für ein paar mögliche Antworten (etwas extremer beschrieben)
Wir streben einen individuellen Baum in bester Qualität für eine Ausstellung an,
hier eine Mume von Majo.
Als erstes müssen wir die Schale von der Größe und den Proportionen her bestimmen,
da wir ein bestimmtes Schalenvolumen für den Wurzelraum
und ein ausgewogenes Verhältnis von Schalen- und Baumvolumen brauchen.
Der nächste Schritt wäre die Form der Schale, rund, eckig...…..
Dann käme die Kontur der Schale (gerade, schräg, Rand, usw)
Ab dem Punkt wären dann die Töpfer mit Vater- und Mutterformen raus,
da wohl keiner so viele Formen hat.
@ George- Deine letzte Chance wäre eine runde Schale, die Du auf der Töpferscheibe machen könntest
Die genaue Form der Schale würde jetzt feststehen,
kommen wir also zur Farbe, Glasur der Schale.
Die Mume hat Blüten im rosa-pink Bereich, blühend wäre ja auch der Ausstellungszeitraum,
also wäre der Hauptfaktor der Farbenbestimmung die Blütenfarbe.
Dazu kämen noch das dunkle braun des Stammes, hier und da etwas weiss-graues vom Totholz
und die Substratoberfläche, nehmen wir Moos an, also eher ein kräftiges grün oder ein blaugrün.
Und hier kommst dann Du Erwin in´s Spiel,
Du töpferst jede Schale, Du entwickelst die Glasuren und passt Sie den Kundenwünschen an....

Und irgendwann werden Kunden auch verstehen wieviel Arbeit, Engagement und Knowhow
darin stecken, eine individuelle Schale zu töpfern, und werden auch bereit sein den entsprechenden Preis zu bezahlen.

@George - Qualität und Profi, Erwin ist ein Profi und kann diese Qualität liefern

@Andre - Die Lethargie hat mich keineswegs ergriffen,
obwohl ich ein paar 3D-Drucker hier rumstehen habe, töpfere ich meine Schalen mit der Hand
und habe Spass daran mich zu quälen und erfreue mich (manchmal) am Ergebnis.
Der Schrieb mit dem Hbot war schon ernst gemeint,
das wäre die mechanische Grundlage eines vernünftigen Keramikdruckers.
Delta-Kinematik ist zwar faszinierend aber eher auf Höhe ausgelegt
und hohe Schalen haben Ihre Probleme bei der Stabilität,
das Gegenmittel Schamottbeimischung zerstört die Druckdüse,
usw

mfG Dieter

https://www.cerambot.com/CERAMBOT
grüsse an die bewohner von melmac
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Heike_vG
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Heike_vG »

Nur mal nebenbei bemerkt, der bescheidene Dieter stellt selbst auch Schalen in bester Profiqualität her.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Hippo
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Hippo »

Salü Erwin,

Diese Katalogseite ist wirklich sehr interessant!
Allerdings kann ich mir so einen Drucker in einer echten Keramikwerkstatt nicht wirklich vorstellen.
Der Wartungsaufwand, der Zeitfaktor beim Einscannen und Programmieren, die Amortisation und nicht zuletzt auch die angesprochene Störanfälligkeit scheinen mir nicht in einem vernünftigen ökonomischen Verhältnis zur kommerziellen Nutzung zu stehen.
Ich kann mir Nischensegmente in der Technik vorstellen wie z.B. Keramikstössel für Kompressoren, Zahntechnik, Prothesentechnik oder auch für die Reproduktion von defekten Antiquitäten, oder Duplizierung von musealen Objekten usw..
Für einzelne Segmente wird die Technik ja eh schon genutzt aber das Material Keramik grenzt den Zweck schon etwas ein aber eröffnet natürlich auch neue Perspektiven.
Irgendwie geht mir da die Star-Trek-Replikatorentechnik nicht aus dem Kopf. :lol: :lol: :lol:
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espanna
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von espanna »

Hallo ihr Lieben,

Leider habe ich das Foto nicht mehr was Studenten an der Hochschule für Künste in Bremen aus Ton gedruckt haben. Es hatte nichts mit Bonsai zu tun, es war "nur" kreativ. Von diesem Standpunkt aus betrachtet könnte das Neue (auch bei Bonsaischalen) eine Bereicherung sein.

Wo ich mir das auch gut vorstellen kann, wären die Negativen der Gipsformen a'la Tokoname -> da regt sich ja kaum einer auf, dass die Japaner alles in *ironie* Gipsformen matschen und am Ende das als echtes Handwerk verkaufen.

Meine Meinung nach ist alles Kung fu, oder in meiner Welt; kochen.
Es gibt ganz viele neumodische Kräuter wie Curry-kraut, Cola- Kraut, hunderte Kresse Sorten und und und. Durchsetzen werden sich ganz wenige, und die, die es schon immer gab (Rosmarin, Basilikum...), die ihre berechtigung seit Jahrhunderten haben, wird es noch in Jahrhunderten geben. Aus der Molekularküche haben sich eine handvoll wirklich gute Sachen ( wie zB. Sous Vide garer, flüssiger Stickstoff...) durchgesetzt, der Rest ist Geschichte.

Das nennt man wohl Entwicklung, ob wir wollen, oder nicht.

Für das neue Jahr nehme ich mir vor besser zu werden (und vielleicht ein wenig offener :wink: ) und wünsche euch allen einen guten Rutsch, Gesundheit, Zufriedenheit und einen dauergrünen Daumen!
Gruß
László

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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Hippo »

espanna hat geschrieben: 31.12.2019, 11:39
Wo ich mir das auch gut vorstellen kann, wären die Negativen der Gipsformen a'la Tokoname -> da regt sich ja kaum einer auf, dass die Japaner alles in *ironie* Gipsformen matschen und am Ende das als echtes Handwerk verkaufen.
Szia Lacikàm,

Was Du ironisch anmerkst ist tatsächlich Semantik und ein täglicher Balanceakt des Handwerkers, ein möglichst perfektes Ergebnis abzuliefern aber mit eben gerade soviel Unvollkommenheit, dass man, bei sehr eingehender Betrachtung, die Hand des Sch(T)öpfers eben noch andeutungsweise erkennen oder erahnen kann. Das nenne ich die grosse Kunst der Schalentöpferei. *huldigen*

Sogar das industrielle Giessen von Keramikteilen für Kachelöfen (ich habe da einen Einblick) wird als eine Art Kunsthandwerk gehandhabt weil man dafür nicht beliebige Arbeiter von der Strasse rekrutieren kann sondern fundierte Kenntnisse der Materie benötigt. Ich durfte auch für einen der grössten Keramikhersteller der CH arbeiten (Rössler) und bei der Produkteentwicklung ist neben dem Ingenieur für die Fertigungsstrasse auch der kreative Industriedesigner und ein ebensolcher Keramiker mit Furzideen und Experimentfreude gefragt. Wenn man 2 Wochen lang für einen einzigen besch... Fonduecaclon an der Scheibe gesessen hat, gesellt sich noch Sitzfleisch und Insistenz zum Kunsthandwerk dazu. :lol: :lol: :lol:

Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von zwanziger »

sorry Dieter, das wirkte auf mich so.
Ich trag das einfach mal gedanklich mit an die Arbeit.
Mal sehen, ein Gestell aus ITEM Profilen steht da schon als Versuchsaufbau.
Vielleicht spreche ich mal die Mitarbeiter aus dem Frauenhofer Institut an, vielleicht hat da jemant schon fundierte wissenschaftliche Kenntnisse drüber.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors
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Olaf_Gd
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Re: Wer hat Erfahrung mit ausgedruckten Schalen?

Beitrag von Olaf_Gd »

Wer in der Nöhe von Venlo ist kann sich das dort life anscheuen.

https://tiendschuur.net/de/3d-drucker/

Das Museum ist auch sonst sehenswert.
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