Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
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Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Sehr schöne Entwicklung ! Du bist durch die Lehrjahre durch. Ich glaube, dass er dir nun mehr und mehr Freude bereiten wird.
liebe grüße
christian
Instagram: krachkunst_der_fritz
christian
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Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
2 Dinge stechen besonders hervor:
Deine Vision zu Beginn und Deine Konsequenz!
Meine Hochachtung
Rüdiger
Deine Vision zu Beginn und Deine Konsequenz!
Meine Hochachtung
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Tom,
alles was du zu diesem Baum geschrieben hast, wird jeder emotional zugängliche Pfleger bestätigen, nicht nur beim campestere, bei dem aber besonders.
Mit dieser Sorte wird auf Dauer nur froh, wer sich den Eigenwilligkeiten der Art mit einer großen Portion Gelassenheit und Frustrationstoleranz stellt.
Wie an deinem gelungenen Beispiel schön zu sehen ist, schadet es nicht immer, dem Baum auch in Teilen die Führung zu überlassen.
Deinen Worten ist sehr schön die Verbundenheit mit dem Baum anzumerken. Das ist wunderbar, denn genau diese ist es, die dann auf der richtig langen Zeitachse das reife Exemplar entstehen lässt, das über allen wertenden Kriterien steht.
Ich erinnere mich noch gut an das jetzt bald 4 oder sind es schon 6 Jahre zurück liegende Gespräch über die Schale und den Baum. Das Bild von der Präsentation samt Platz in der Ausstellung ist mir noch sehr präsent. Noch heute stehe ich dazu, aber es gilt natürlich immer noch das damals gegebene Wort, meine Kritik an der Schale zu revidieren, sollte der Baum jemals passend hineinwachsen. Ich bezweifel es nach wie vor, deine angedeutete Alternative will mir da gleich viel besser gefallen.
Aber Gestaltung, überhaupt die ganze Entwicklung eines Baumes ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Die Auswahl der Schale gehört für mich definitiv dazu, ist sie doch mehr als nur Heimstatt für das Substrat samt Wurzeln.
Das, was der langjährig gestaltende Pfleger eines Baumes sieht, ist eben mehr als jeder andere Betrachter zu erkennen vermag. Deshalb kann die Schale eben durchaus passend sein, nur für mich nicht.
Weiterhin viel Freude an deinem Pflegling und zeige ihn uns bitte immer mal wieder.
alles was du zu diesem Baum geschrieben hast, wird jeder emotional zugängliche Pfleger bestätigen, nicht nur beim campestere, bei dem aber besonders.
Mit dieser Sorte wird auf Dauer nur froh, wer sich den Eigenwilligkeiten der Art mit einer großen Portion Gelassenheit und Frustrationstoleranz stellt.
Wie an deinem gelungenen Beispiel schön zu sehen ist, schadet es nicht immer, dem Baum auch in Teilen die Führung zu überlassen.
Deinen Worten ist sehr schön die Verbundenheit mit dem Baum anzumerken. Das ist wunderbar, denn genau diese ist es, die dann auf der richtig langen Zeitachse das reife Exemplar entstehen lässt, das über allen wertenden Kriterien steht.
Ich erinnere mich noch gut an das jetzt bald 4 oder sind es schon 6 Jahre zurück liegende Gespräch über die Schale und den Baum. Das Bild von der Präsentation samt Platz in der Ausstellung ist mir noch sehr präsent. Noch heute stehe ich dazu, aber es gilt natürlich immer noch das damals gegebene Wort, meine Kritik an der Schale zu revidieren, sollte der Baum jemals passend hineinwachsen. Ich bezweifel es nach wie vor, deine angedeutete Alternative will mir da gleich viel besser gefallen.
Aber Gestaltung, überhaupt die ganze Entwicklung eines Baumes ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Die Auswahl der Schale gehört für mich definitiv dazu, ist sie doch mehr als nur Heimstatt für das Substrat samt Wurzeln.
Das, was der langjährig gestaltende Pfleger eines Baumes sieht, ist eben mehr als jeder andere Betrachter zu erkennen vermag. Deshalb kann die Schale eben durchaus passend sein, nur für mich nicht.
Weiterhin viel Freude an deinem Pflegling und zeige ihn uns bitte immer mal wieder.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Ich danke euch allen sehr!
Es freut und motiviert mich, dem Forum auch mal etwas zurückgeben zu können, bei all den vielen kostbaren Inspirationen, die ich die letzten Jahre von euch bekam.
Interessant finde ich eure Stellungsnahmen zu meiner alten Skizze von 2011. Ich werde in Kürze eine neue anfertigen um zu verdeutlichen, was ich aktuell in dem Baum sehe. Dabei stellt sich mir vor allem eine Frage, zu der mich eure Meinungen interessieren würden:
Was haltet ihr von Zielsetzungen bei der Gestaltung von Laubbäumen?
Viele Grüße
Tom
Es freut und motiviert mich, dem Forum auch mal etwas zurückgeben zu können, bei all den vielen kostbaren Inspirationen, die ich die letzten Jahre von euch bekam.
Interessant finde ich eure Stellungsnahmen zu meiner alten Skizze von 2011. Ich werde in Kürze eine neue anfertigen um zu verdeutlichen, was ich aktuell in dem Baum sehe. Dabei stellt sich mir vor allem eine Frage, zu der mich eure Meinungen interessieren würden:
Was haltet ihr von Zielsetzungen bei der Gestaltung von Laubbäumen?
Viele Grüße
Tom
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Hallo Ania,
danke der Nachfrage. Hier noch eine kleine Fotoserie.
Ich denke, ich hätte heute noch mindestens ein Jahr gewartet mit der Vertiefung der Aushöhlung, um dem Baum länger Zeit zur Abschottung zu geben oder würde die Schnittstelle komplett überwallen lassen. Sie wäre bei guter Wundbehandlung (z.B. mit jap. Wundknete und erneutem Anritzen der Ränder bei Wachstumsstillstand) auf jeden Fall, wie alle sonstigen Wunden am Baum, längst geschlossen. Ich frage mich immer wieder, ob es zum einen langfristig (nach vielen Jahrzehnten) eine potentielle Infektionsstelle bleiben wird und zum anderen, ob dieses Detail die Gestaltung wirklich aufwertet. Bei Linde und Eiche sehe ich z.B. keinen Grund, warum man auf Totholz, bzw. Löcher bei Laubbaumgestaltungen verzichten sollte. Ihre Abschottungsfähigkeiten scheinen mir auf der Erfahrungsbasis der Arboristik völlig zu genügen, um dadurch die potentielle Unsterblichkeit eines Bonsai nicht zu gefährden. Bei z.B. Ahornen oder Rotbuchen bin ich skeptischer und vermeide es inzwischen mit Bäumen zu arbeiten, die ewig offenes Totholz haben werden.
Als Hintergrundidee wollte ich bei der Herstellung dieses Uros die schöne Tiefenwirkung der sie umgebenden Astansätze betonen und den drastischen Richtungswechsel des Stammes plausibel machen.
Außerdem mag ich die Symbolik der sich über alte Wunden neigenden Baumspitze. Der Baum betrachtet sich selbst bei der langsamen Heilung seiner Vergangenheit.
Viele Grüße
Tom
- Dateianhänge
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- April 2010, unbearbeitet
- 2010.4.AcerWunde.TomBähne.jpg (105.82 KiB) 4495 mal betrachtet
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- April 2011, bereits im Sommer 2010 definierte ich die Wundränder und beobachtete die Reaktion
- 2011.4.AcerWunde.TomBähne.jpg (116.11 KiB) 4495 mal betrachtet
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- November 2011 (feucht vom Regen), Im Sommer 2011 (kurz vor dem starken Wachstum zwecks Ast-/Spitzenverdickung) vertiefte ich die Wunde und unterhöhlte tlw. sogar die Ränder. Das würde ich heute milder angehen. Als das Holz trocken schien, gab es noch einen Anstrich mit Jinmittel und anschließend verdünnter schwarzer Acrylfarbe.
- 2011.11.AcerWunde.TomBähne.jpg (145.84 KiB) 4495 mal betrachtet
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- Februar 2020, Die Ränder sind bis tief in den ausgehöhlten Bereich gewachsen, den ich nicht weiter bearbeitete. Das Holz ist nach wie vor erstaunlich fest. Ich werde es aber nicht weiter bearbeiten, das dürfen der Baum und die Zeit entscheiden.
- 2020.2.AcerWunde.TomBähne.jpg (116 KiB) 4495 mal betrachtet
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Danke für die Ausführungen!
Ich finde das Uro fügt sich sehr natürlich ins Gesamtwerk.
Ich finde das Uro fügt sich sehr natürlich ins Gesamtwerk.
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Hallo Tom,
mir gefällt das Loch auch sehr gut, es ist ein schöner interessanter Fokuspunkt an diesem Baum und betont, dass es ein heimischer, naturalistischer Vertreter ist.
Ich denke, Zielsetzungen sind schon wichtig und man braucht sie als Leitlinien für die Arbeit. Allerdings können sie sich mit der Zeit ändern, abwandeln, durch die Reaktionen des Baums unrealistisch werden, oder konkretisiert und verbessert werden. Man muss m.E. relativ klare Ziele haben, aber flexibel bleiben. Und man sollte sich in Fällen, wo sich nicht sofort ein klares Bild des zukünftigen Bonsai vor dem inneren Auge ergibt, nicht verunsichern lassen, sondern darauf vertrauen, dass sich viele Dinge während der Entwicklung des Baums, einhergehend mit der Weiterentwicklung des eigenen Vorstellungsvermögens, noch ergeben werden.
Liebe Grüße,
Heike
mir gefällt das Loch auch sehr gut, es ist ein schöner interessanter Fokuspunkt an diesem Baum und betont, dass es ein heimischer, naturalistischer Vertreter ist.
Meinst Du Zielsetzungen generell? Und als Gegensatz dazu ohne feste Vorstellungen von der zukünftigen Gestalt an einem Baum zu arbeiten?Tomsai 92 hat geschrieben: 13.02.2020, 10:40 Was haltet ihr von Zielsetzungen bei der Gestaltung von Laubbäumen?
Ich denke, Zielsetzungen sind schon wichtig und man braucht sie als Leitlinien für die Arbeit. Allerdings können sie sich mit der Zeit ändern, abwandeln, durch die Reaktionen des Baums unrealistisch werden, oder konkretisiert und verbessert werden. Man muss m.E. relativ klare Ziele haben, aber flexibel bleiben. Und man sollte sich in Fällen, wo sich nicht sofort ein klares Bild des zukünftigen Bonsai vor dem inneren Auge ergibt, nicht verunsichern lassen, sondern darauf vertrauen, dass sich viele Dinge während der Entwicklung des Baums, einhergehend mit der Weiterentwicklung des eigenen Vorstellungsvermögens, noch ergeben werden.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Danke für deine Worte, Heike. Ich frage mich, inwiefern z.B. anhand eines Virtuals, einer Skizze, o.ä. das Potenzial eines Baumes behindert werden kann. Ich habe bspw. meistens recht schnell (d.h. nach ca. 2-3 Stunden reinen Betrachtens des jeweiligen Baumes) sehr konkrete langfristige Gestaltungsvorstellungen, die ich zwar augenscheinlich flexibel handhabe, aber letztlich recht konsequent verfolge. Wenn man bedenkt, dass eine wirklich in sich gereifte Laubbaumgestaltung 10, 20 oder mehr Jahre dauern kann, klingt das für mich nach möglicher Voreiligkeit.
Jürg Stäheli zeigte bei seiner Hopfenbuche eindrucksvoll eine solche Konsequenz, dessen Resultat jenen von mir bevorzugten Ausdruck eines Baumes, der aus sich selbst heraus entstand, vorbildlich verkörpert.
Ich frage mich, wie oft ich mir mit meinen Zielsetzungen selbst im Wege stehe. Und ob es Baumarten gibt, die einfach prädestinierter dafür sind pflegend, unterstützend und begleitend „gestaltet“ zu werden (z.B. Carpinus betulus) als solche wie Feldahorne, die nach meinem bisherigen Empfinden danach schreien drastisch geführt zu werden.
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Hallo
Wenn ich einen Rohling sehe habe ich nach ein paar Minuten ein Gestaltungsziel,
leider habe ich das eine Stunde später schon wieder vergessen.
Bildlich dargestellt ist der Rohling eher ein sehr großer Kreis
in dem ich einen kleineren Kreis als vage Vorstellung habe (Bäumchen halt)
Jahr für Jahr wird der große Kreis kleiner und nähert sich dem kleinen Kreis an,
was aus dem kleiner gewordenen Kreis herausragt (die Fehler) wird korrigiert
und aus dem großen Kreis schält sich mehr und mehr ein Bonsai-Bäumchen heraus.
Virtuals oder Skizzen mache ich nur für Andere, wenn es um eine Schale geht
oder ich mit einem neuen Projekt beginne und ich mich auf diesem Gebiet unsicher fühle.
mfG Dieter
Wenn ich einen Rohling sehe habe ich nach ein paar Minuten ein Gestaltungsziel,
leider habe ich das eine Stunde später schon wieder vergessen.
Bildlich dargestellt ist der Rohling eher ein sehr großer Kreis
in dem ich einen kleineren Kreis als vage Vorstellung habe (Bäumchen halt)
Jahr für Jahr wird der große Kreis kleiner und nähert sich dem kleinen Kreis an,
was aus dem kleiner gewordenen Kreis herausragt (die Fehler) wird korrigiert
und aus dem großen Kreis schält sich mehr und mehr ein Bonsai-Bäumchen heraus.
Virtuals oder Skizzen mache ich nur für Andere, wenn es um eine Schale geht
oder ich mit einem neuen Projekt beginne und ich mich auf diesem Gebiet unsicher fühle.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Gerade weil es so lange dauert, bis ein Bonsai "fertig" gestaltet und gereift ist, ist es ziemlich wichtig, einen mehr oder weniger klaren Plan zu verfolgen. Wenn man mal dieses, mal jenes Ziel verfolgen würde (im Extrem: zwischen Kaskade, Windgepeitscht und Literat schwanken, den Lieblingsformen aller Anfänger...) oder gar "planlos" agieren würde, käme ja auch nach 20 Jahren nichts Vernünftiges heraus.Tomsai 92 hat geschrieben: 13.02.2020, 12:57 Wenn man bedenkt, dass eine wirklich in sich gereifte Laubbaumgestaltung 10, 20 oder mehr Jahre dauern kann, klingt das für mich nach möglicher Voreiligkeit.
...
Ich frage mich, wie oft ich mir mit meinen Zielsetzungen selbst im Wege stehe. Und ob es Baumarten gibt, die einfach prädestinierter dafür sind pflegend, unterstützend und begleitend „gestaltet“ zu werden (z.B. Carpinus betulus) als solche wie Feldahorne, die nach meinem bisherigen Empfinden danach schreien drastisch geführt zu werden.
Allerdings höre ich aus Deinen Worten heraus, dass Du vielleicht manchmal zweifelst, ob Du am Anfang die richtigen Ziele erklärst und nicht etwa viele Jahre dem falschen oder jedenfalls nicht optimalen Ziel entgegen arbeitest. Ob es bessere Optionen gegeben hätte, die das Potenzial des Baums besser ausgeschöpft hätten.
Das wäre natürlich gelegentlich möglich. Manchmal hilft es ja eine Menge, einen Rohling mit anderen Bonsaifreunden zu diskutieren, um zu prüfen, ob jemand eine bessere Gestaltungsidee hat. Andere Ideen haben sie ja meistens, aber nicht immer kann man sich selbst mit diesen identifizieren, da doch jeder sein ganz eigenes individuelles Empfinden hat. Die beste Gestaltungsidee von jemand anderem muss nicht immer für einen persönlich passen. Und ich denke, die individuellen und persönlichen Gestaltungen sind oft die reizvollsten, wenn sie konsequent durchgezogen wurden. Sie heben sich von der Uniformität der Massenware ab.
Ich mache es meistens so, dass ich bei Bäumen, die mir klar erscheinen, wo ich eine eindeutige, mich begeisternde und machbare Vorstellung habe, auch direkt danach bearbeite. Bei Unsicherheit und unklaren Vorstellungen diskutiere ich gerne mit Kameraden oder bei ganz schwierigen Entscheidungen visiere ich einen Workshop bei einem guten Profi an, der auf meiner Wellenlänge liegt, um dessen Meinung zu erfahren und wenn gemeinsam eine in Kopf und Bauch stimmige Entscheidung getroffen wurde, Hilfe bei der Umsetzung zu erhalten.
Ganz klar bestätigen würde ich Deine Gedanken, dass einige Baumarten eindeutig stärkere und konsequentere Eingriffe erfordern als andere. Was von Natur aus zu grobem, sparrigem Wachstum neigt und vielleicht auch noch, wie der Feldahorn, hässliche Korkleisten produzieren kann, muss einfach intensiver und hartnäckiger bearbeitet werden und man muss die Bereitschaft mitbringen, immer wieder Rückschritte in Kauf zu nehmen, um am Ende ein ansehnliches Ergebnis zu erzielen. Früher fand ich es toll, dass man aus praktisch jeder verholzenden Pflanze einen Bonsai machen kann. Mit der Zeit bin ich dann zu dem Empfinden gekommen, dass man zwar kann, aber nicht immer muss. Bei den etwas undankbaren Arten denke ich heute, an die würde ich nur noch wieder drangehen, wenn ich einen ganz besonders guten und vielversprechenden Rohling finde.
Liebe Grüße,
Heike
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Fünfjahrespläne gibt es in vielen Bereichen des Lebens.
Meist werden sie jährlich aufgestellt, so hat jeder Plan eine unangefochtene Wirkzeit von einem Jahr.
Es passiert halt immer irgend etwas.
So verkehrt kann das bei Bonsai doch auch nicht sein.
Meist werden sie jährlich aufgestellt, so hat jeder Plan eine unangefochtene Wirkzeit von einem Jahr.
Es passiert halt immer irgend etwas.
So verkehrt kann das bei Bonsai doch auch nicht sein.
Norbert
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Wirklich schön geworden, Tom! Habe nichts anderes von dir erwartet! 
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Was ist „richtig“, was „falsch“? Wer entscheidet das? Ich stoße mich nicht selten daran, oberflächlich wirklich gut gemachte Bonsai zu erleben, die trotzdem auf mich eine gekünstelte fade Ausstrahlung haben.
Gerade dieser Baum hier gibt mir da zu denken.
Wenn ich mich mit meinen heutigen Vorstellungen an das Ursprungsbild heran setzte, träfe ich nun andere Entscheidungen. Wahrscheinlich hätte ich aber gar kein Anreiz mehr mir diesen Baum zuzulegen. Seit meiner radikalen Sammlungsreduktion stelle ich mir immer wieder die Frage ob ich einen Baum wirklich brauche, ob er mir etwas gibt oder ob ich ihn auch gehen lassen könnte.
Selbst bei diesem Feldahorn überlegte ich 2018 ob ich ihn abgeben soll.
Ich glaube zu der pflegenden Gestaltung tragen mehr Feinheiten bei als die reinen Techniken, damit letztlich Bäume entstehen wie Norbert und Dieter sie erwähnen. Diese alten unantastbaren Kokufubäume (überwiegend der früheren Jahre), in ihrer Ausstrahlung Bunjingi, in ihrer Gestaltung noch völlig frei wirkend. Es mag einfach nur die lange Zeit der Reifung sein, die solche Ausstrahlung erzeugt, aber ich möchte trotzdem aufpassen, nicht versehentlich Spuren in meinen Bäumen zu hinterlassen, die auch nach 30 Jahren noch den Ausdruck behindern.
Ich arbeite sowohl mit Jungpflanzen als auch mit sehr alten Findlingen, das führt mich immer wieder auf das Thema Zielsetzungen. Wahrscheinlich gibt es keine Antworten auf solche Fragen, die Resultate sprechen irgendwann ihre eigene Sprache. Mich reizt die Auseinandersetzung mit dem Unverstandenen dennoch.
Hätte ich das Bild von Februar 2016 als letztes gepostet, wären hier die Reaktion wohl viel mehr in Richtung „Verbesserungsvorschläge“ ausgefallen, oder nicht?
Gerade dieser Baum hier gibt mir da zu denken.
Wenn ich mich mit meinen heutigen Vorstellungen an das Ursprungsbild heran setzte, träfe ich nun andere Entscheidungen. Wahrscheinlich hätte ich aber gar kein Anreiz mehr mir diesen Baum zuzulegen. Seit meiner radikalen Sammlungsreduktion stelle ich mir immer wieder die Frage ob ich einen Baum wirklich brauche, ob er mir etwas gibt oder ob ich ihn auch gehen lassen könnte.
Selbst bei diesem Feldahorn überlegte ich 2018 ob ich ihn abgeben soll.
Ich glaube zu der pflegenden Gestaltung tragen mehr Feinheiten bei als die reinen Techniken, damit letztlich Bäume entstehen wie Norbert und Dieter sie erwähnen. Diese alten unantastbaren Kokufubäume (überwiegend der früheren Jahre), in ihrer Ausstrahlung Bunjingi, in ihrer Gestaltung noch völlig frei wirkend. Es mag einfach nur die lange Zeit der Reifung sein, die solche Ausstrahlung erzeugt, aber ich möchte trotzdem aufpassen, nicht versehentlich Spuren in meinen Bäumen zu hinterlassen, die auch nach 30 Jahren noch den Ausdruck behindern.
Ich arbeite sowohl mit Jungpflanzen als auch mit sehr alten Findlingen, das führt mich immer wieder auf das Thema Zielsetzungen. Wahrscheinlich gibt es keine Antworten auf solche Fragen, die Resultate sprechen irgendwann ihre eigene Sprache. Mich reizt die Auseinandersetzung mit dem Unverstandenen dennoch.
Hätte ich das Bild von Februar 2016 als letztes gepostet, wären hier die Reaktion wohl viel mehr in Richtung „Verbesserungsvorschläge“ ausgefallen, oder nicht?
Re: Feldahorn (Acer campestre): das gemeinsame Erwachsenwerden
Hallo
Nach Galloway (Lauftraining) gibt es 5 Stufen des Läufers
Anfänger
Jogger
Wettkämpfer
Athlet
Langläufer
Man kann den Wettkämpfer mit denjenigen vergleichen,
die bestrebt sind Ihre Bäume auf Ausstellungen zu zeigen.
Der Athlet wäre dann derjenige sein der versucht aus sich das Beste rauszuholen,
das der Baum sozusagen die Persönlichkeit des Gestalters widerspiegelt.
Der Langläufer hingegen läuft oder auch nicht,
mal kurz, mal lang, mal langsam, mal schnell, er läuft halt einfach.
So könnte auch die Wirkung alter Laubbäume entstanden sein,
kein Plan, kein Ziel, kein Zwang - mehr
einfach den Katalog der Fehler vermeiden und den Baum Baum sein lassen.
mfG Dieter
ps Stufen beinhaltet das man die vorherigen bestiegen hat
um die Fünfte zu erreichen
Nach Galloway (Lauftraining) gibt es 5 Stufen des Läufers
Anfänger
Jogger
Wettkämpfer
Athlet
Langläufer
Man kann den Wettkämpfer mit denjenigen vergleichen,
die bestrebt sind Ihre Bäume auf Ausstellungen zu zeigen.
Der Athlet wäre dann derjenige sein der versucht aus sich das Beste rauszuholen,
das der Baum sozusagen die Persönlichkeit des Gestalters widerspiegelt.
Der Langläufer hingegen läuft oder auch nicht,
mal kurz, mal lang, mal langsam, mal schnell, er läuft halt einfach.
So könnte auch die Wirkung alter Laubbäume entstanden sein,
kein Plan, kein Ziel, kein Zwang - mehr
einfach den Katalog der Fehler vermeiden und den Baum Baum sein lassen.
mfG Dieter
ps Stufen beinhaltet das man die vorherigen bestiegen hat
um die Fünfte zu erreichen
grüsse an die bewohner von melmac
