Hallo Heinrich, wären die Buchsbäume in Deinem Garten vielleicht sogar auch als Bonsai-Rohlinge geeignet?
Über den Buchsbaumzünsler habe ich schon viel Schlimmes gehört, damit ist wirklich nicht zu spaßen. Als wir die wunderschönen Herrenhäuser Gärten bei Hannover besucht haben, haben wir dort gehört, dass die 20 km Buchsbaumhecken, die dort die traditionellen Barockgärten säumen, weitgehend vernichtet wurden durch den Schädling. Man wollte evtl versuchen, mit ähnlich aussehenden Pflanzen wie Ilex crenata Ersatz zu schaffen. Aber Barockgärten ohne Buchsbaum wären schon schade.
Hallo Rudi, danke für Deine lieben Worte! Und ja, die Schalen von Claudi musst Du bei Gelegenheit mal in die Hand nehmen und rundum befühlen, das glaubt man sonst kaum. Claudias Mann Thomas sagt, er verbringt mit dem Glätten eigentlich absurd viel Zeit, die man sich bei den Schalenpreisen gar nicht bezahlen lassen kann. Die beiden meinen, das geht wirklich nur, weil sie das Töpfern gemeinsam als Nebenerwerb und Leidenschaft in begrenzten Stückzahlen betreiben und nicht davon leben müssen.
Zur Pflege des Buchsbaums als Bonsai kann ich eigentlich nur sagen, ohne den besagten schlimmen Schädling ist das eine vollkommen unkomplizierte Pflanze.
- Im Sommer mag er viel Wasser, nimmt es aber auch nicht übel, wenn er mal trocken wird.
- Er ist natürlich super schnittverträglich, als berühmtes Hecken- und Formschnittgehölz.
- Er lässt sich an jüngeren Pflanzenteilen hervorragend drahten, man muss nur auf die feine Rinde achten und den Draht rechtzeitig entfernen.
- Buchsbäume können auch auf kargen und mageren Böden wachsen, mögen es aber nicht zu sauer, lieber alkalisch / kalkhaltig.
- Sie bilden feine, dichte Wurzeln aus, müssen nicht übermäßig oft umgetopft werden und vertragen den Wurzelschnitt sehr gut. Daher sind sie meist auch gut auszugraben, wenn man ältere Exemplare aus Gärten bekommen kann.
- Dünger sollte genug Stickstoff und Spurenelemente enthalten, damit die Blätter eine schöne Farbe bekommen und nicht blass und chlorotisch werden. Er reagiert auch gut auf Blattdüngung.
- Der Standort kann in voller Sonne oder im Halbschatten sein, da ist der Buchsbaum auch nicht sonderlich anspruchsvoll.
- Man kann bei kräftigen Pflanzen Blätter entfernen, ich habe zum besseren Drahten schon mal einen Teil des Laubs entfernt. Ganz entlaubt habe ich den Buxus noch nicht, geht aber wohl auch. Allerdings verzweigt er sich eh sehr willig und wenn man ihn nicht zu übertrieben wuchern lässt, ist er gar nicht mal so empfindlich von wegen Verkahlen im Inneren.
- Die Blüten sind relativ unscheinbar, grünlich gelb, und ziehen viele Insekten an. Die Früchte finde ich hässlich, sie haben die Form von Seeminen und sie zehren auch, der Baum macht dann nach meiner Beobachtung weniger Triebwachstum, wenn man viele Früchte reifen lässt. Deswegen entferne ich die frühzeitig.
- Die heimischen Buchsbäume sind eigentlich sehr winterhart, in der Bonsaischale würde ich sie aber besser vor starkem Frost schützen (die Chinesischen Buchsbäume natürlich erst recht).
- Es soll, abgesehen vom Zünsler, noch eine ganze Reihe anderer Schädlinge und Pilzkrankheiten geben, die dem Buchsbaum zusetzen können, aber bei meinem Baum ist noch nie irgendwas aufgetreten.
- Vermehrung geht leicht durch Stecklinge und Abmoosen.
Das ist jetzt erstmal alles, was mir adhoc einfällt. Wenn es sonst noch Fragen gibt, versuche ich sie gerne zu beantworten!
Liebe Grüße,
Heike