Erdmischung

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Luca Passamani
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Erdmischung

Beitrag von Luca Passamani »

Hallo zusammen

Ich habe im Internet eine fertige Bonsaierdmischung gekauft und mich bereits beim umtopfen gewundert, dass diese eher steinchenartig als erdig ist. Nun verliert meine Ulme viele Blätter. Hängt dies evt. mit der Erde zusammen? Müsste diese nicht "erdiger" sein?

Besten Dank und liebe Grüsse

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Hippo
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Re: Erdmischung

Beitrag von Hippo »

Salü Luca,

Mal Grundsätzliches nebenbei: Dieses Substrat ist gemischt für Bonsai! Steht irgendwo auf der Packung, dass es sich für laubabwerfende Jungpflanzen eignet?

Wann hast Du umgetopft?

Wie und wie oft wässerst Du?

Wo steht das Bäumchen; Drinnen oder Draussen?

Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
Luca Passamani
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Re: Erdmischung

Beitrag von Luca Passamani »


Hippo hat geschrieben:Salü Luca,

Mal Grundsätzliches nebenbei: Dieses Substrat ist gemischt für Bonsai! Steht irgendwo auf der Packung, dass es sich für laubabwerfende Jungpflanzen eignet?

Wann hast Du umgetopft?

Wie und wie oft wässerst Du?

Wo steht das Bäumchen; Drinnen oder Draussen?

Gruss George
Helloo

Ja, es steht auf der Beschreibung, habe es auf bonsai.ch gekauft. Zwar sind Jungpflanzen nicht explizit erwähnt-.- Habe vor einer Woche umgetopft, auf Rat von verschiedenen Users hier im Forum und die chinesische Ulme nun schattig gestellt und giesse sobald es trocken ist. Gedpngt habe ich natürlich nicht.

Blätter verliert die Ulme ja nun sowieso, aber habe das Gefühl er stirbt mir weg..

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Stefan72
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Re: Erdmischung

Beitrag von Stefan72 »

Hallo Luca,
ich denke, dass Du mit dem Substrat nichts falsch gemacht hast. Wenn es vielleicht etwas körnig ist, dann kann das eben bedeuten, dass Du die Feuchtigkeit öfter kontrollieren solltest. Das finde ich persönlich einfacher, als zu nasses Substrat zu haben und hoffen zu müssen, dass es die Wurzel nicht zum Faulen bringt. Mit gröberem Substrat hatte ich bisher keine schlechten Erfahrungen; der Aufwand bei der Feuchtigkeitskontrolle mag etwas höher sein. Der Standort im Winter wäre eher ein Thema. Was den Blattfall angeht, ist das business as usual für Oktober. Meine Ulmen werden spätestens im Dezember die Blätter geworfen habe und stehen dann mit Wurzelschutz in der Pergola. Klappt seit mehreren Jahren schon so und sie kommen jedes Jahr wieder. Ich denke nicht, dass sie wegsterben wird, wenn Du sie gut überwinterst.
Freundliche Grüße, Stefan

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist in das Gelingen verliebt statt ins Scheitern.
Lenhart
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Re: Erdmischung

Beitrag von Lenhart »

Also immer wenn das Substrat etwa heller ist, kannst du gießen. Auf dem Foto sieht es so aus, als wäre der Zeitpunkt gekommen.
Und wenn ich heran zoome denke ich, dass du das Substrat mit einem Stäbchen noch etwas einarbeiten könntest. Es sieht so aus, als wäre neues luftleerer Raum dazwischen.
Zuletzt geändert von Lenhart am 04.10.2020, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Lennart

Jeder Bonsai ist gleich dreimal so cool, wenn man sich vorstellt, er würde irgendwo in Mittelerde wachsen! :)
Hippo
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Re: Erdmischung

Beitrag von Hippo »

Salü Luca,

Ich denke auch nicht, dass die Ulme gleich wegsterben wird sofern Du sie nicht vertrocknen lässt oder ersäufst.
Umtopfen unmittelbar vor dem Einwintern ist etwas gewagt aber sie wirft nur einen Teil der Blätter ab und macht nicht gleich schlapp.
Ich habe etliche Hundert Ulmen schon umgetopft und das zu jeder Jahreszeit. Allerdings habe ich sie anschliessend ins Warmhaus (Gewächshaus) gestellt und so zum reichlichen Neuaustrieb bewegt. Es wäre mir allerdings nie in den Sinn gekommen chin. Ulmen in rein mineralisches Substrat zu topfen. Mindestens ein Drittel humosen resp. organischen Anteil musste die Erde schon haben. Für Jungpflanzen sogar mindestens die Hälfte. Auch wenn hier im Forum Manche das anders sehen, habe ich damit die besten Erfahrungen gemacht.
Ich sag mir halt immer; Körniges Mineralsubstrat ist gut für Hydrokultur aber dann ohne Loch im Topf, mit Wasserstandsanzeiger. :lol: :lol: :lol:

Gruss George
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Luca Passamani
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Re: Erdmischung

Beitrag von Luca Passamani »

Stefan72 hat geschrieben:Hallo Luca,
ich denke, dass Du mit dem Substrat nichts falsch gemacht hast. Wenn es vielleicht etwas körnig ist, dann kann das eben bedeuten, dass Du die Feuchtigkeit öfter kontrollieren solltest. Das finde ich persönlich einfacher, als zu nasses Substrat zu haben und hoffen zu müssen, dass es die Wurzel nicht zum Faulen bringt. Mit gröberem Substrat hatte ich bisher keine schlechten Erfahrungen; der Aufwand bei der Feuchtigkeitskontrolle mag etwas höher sein. Der Standort im Winter wäre eher ein Thema. Was den Blattfall angeht, ist das business as usual für Oktober. Meine Ulmen werden spätestens im Dezember die Blätter geworfen habe und stehen dann mit Wurzelschutz in der Pergola. Klappt seit mehreren Jahren schon so und sie kommen jedes Jahr wieder. Ich denke nicht, dass sie wegsterben wird, wenn Du sie gut überwinterst.
Hallo Stefan

Danke für deine Antwort. Bezüglich dem körnigem Subtrat frage ich mich einfach, wie können sich die Wurzel darin festsetzen/hineinwachsen?

Liebe Grüsse

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Luca Passamani
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Re: Erdmischung

Beitrag von Luca Passamani »


Hippo hat geschrieben:Salü Luca,

Ich denke auch nicht, dass die Ulme gleich wegsterben wird sofern Du sie nicht vertrocknen lässt oder ersäufst.
Umtopfen unmittelbar vor dem Einwintern ist etwas gewagt aber sie wirft nur einen Teil der Blätter ab und macht nicht gleich schlapp.
Ich habe etliche Hundert Ulmen schon umgetopft und das zu jeder Jahreszeit. Allerdings habe ich sie anschliessend ins Warmhaus (Gewächshaus) gestellt und so zum reichlichen Neuaustrieb bewegt. Es wäre mir allerdings nie in den Sinn gekommen chin. Ulmen in rein mineralisches Substrat zu topfen. Mindestens ein Drittel humosen resp. organischen Anteil musste die Erde schon haben. Für Jungpflanzen sogar mindestens die Hälfte. Auch wenn hier im Forum Manche das anders sehen, habe ich damit die besten Erfahrungen gemacht.
Ich sag mir halt immer; Körniges Mineralsubstrat ist gut für Hydrokultur aber dann ohne Loch im Topf, mit Wasserstandsanzeiger. Bild Bild Bild

Gruss George
Hallo George

Danke für deine ausführliche Antwort. Ja das mit dem mineralischen Substrat ebi Ulmen hat was.. Muss mich noch bisschen einlesen. Was genau meinst du mot Hydrokultur?

Liebi Griess

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Hippo
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Re: Erdmischung

Beitrag von Hippo »

Salü Luca,

Ganz grob betrachtet ist Hydrokultur z.B. für Zimmerpflanzen, die Haltung der Pflanze in reinem Blähton in einem wasserdichten Gefäss wo (theoretisch) immer ein fingerbreit Wasser untendrin steht.
Du kannst es leicht googeln weil verlinken kann ich hier keine Seite weil alle irgendwie kommerziell sind.

Gruss George
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bock
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Re: Erdmischung

Beitrag von bock »

Moin!

Was ist eine Jungpflanze?
Welche Pflanzen bevorzugen mineralische Böden?

Bei der Anzucht macht Humus in den allermeisten Fällen Sinn. Besonders Eiben lieben Komposterde, Ruderalpflanzen wie Birken keimen auch gern auf sandigen Böden, Gebirgspflanzen sind häufig nicht auf Humus angewiesen.
Bei Ulmen habe ich zumindest für die Feldulme festgestellt, dass gute Durchlüftung des Substrates und die Vermeidung von Staunässe wesentliche Voraussetzungen für das Gedeihen sind. Meine Discounter-Chinaulme (als Zelkove erworben) steht im TPK mit rein mineralischem Substrat, 2 - 5 mm. Es geht ihr gut.
Ich vermute, dass Keimlinge aufgrund der besseren Feuchtigkeitsregulation in den oberen Bodenschichten humoses Substrat bevorzugen, bis die Wurzeln stark genug sind die Sprossachse zu verankern. Spätestens ab dem dritten Lebensjahr (besonders bei Vorhandensein passender Symbionten, Mykorrhiza) halte ich Humus für entbehrlich, abhängig von Pflanzenart, Umweltbedingungen (Regenmenge, Temperaturamplitude, durchschnittlicher Windgeschwindigkeit und Luftfeuchte) und Verhältnis Laubmasse zu Substratmenge. Speziell Feldulme, Feldahorn, Forsythie, Pfaffenhut, Felsenbirne, Stieleiche und Kirsche scheint eine trockenere Substratmischung besser zu bekommen als humusreiche Mischungen.
Im Gegensatz zur Hydrokultur ist auf eine gewisse Wasserspeicherfähigkeit aufgrund der Körnung und Substratstruktur zu achten. Blähton ist grundsätzlich geeignet, der Bruch ist den intakten Kugeln aber weit überlegen, auch was die Stabilität der Verankerung des Baumes im Substrat angeht. Bims ist ähnlich zu bewerten, hingegen hält Lavagranulat die Feuchtigkeit wesentlich besser. Akadama hat den Vorteil, dass an der Farbe die Feuchtigkeit erkennbar ist.
Im Übrigen ist zu mineralischem Substrat eigentlich schon alles geschrieben worden. Wesentlicher Vorteil ist die Strukturstabilität und gute Luft- und Wasserführung. Für Sumpfpflanzen eher weniger geeignet.

:)
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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Re: Erdmischung

Beitrag von kleiner_bonsai_22 »

Hallöchen
Ich wundere mich ebenso wie sich wurzeln in so einem stark körnigen Material gut festwachsen können. Da ist doch ein funktionierender Nährstoffaustausch nicht wirklich möglich? Oder ich liege hier komplett falsch :/
Hydrokultur ist mir natürlich bekannt!
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mydear
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Re: Erdmischung

Beitrag von mydear »

kleiner_bonsai_22 hat geschrieben: 08.10.2020, 19:54 Ich wundere mich ebenso wie sich wurzeln in so einem stark körnigen Material gut festwachsen können. Da ist doch ein funktionierender Nährstoffaustausch nicht wirklich möglich? Oder ich liege hier komplett falsch
Die Praxis sagt es funktioniert bestens!
Ich denke, dass Nährstofftransport immer an der Oberfläche stattfindet und davon gibt es in modernem Substrat genügend. Dazu kommt der perfekte Luftaustausch, dass die Oberfläche nicht permanent nass bleibt und Fäulnis Wirksam unterbindet.

Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
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Stefan72
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Re: Erdmischung

Beitrag von Stefan72 »

Hallo Luca,
hab eben erst gesehen, dass Du nochmal nachgefragt hattest. Rainer hat es ja bereits beantwortet hinsichtlich der Nährstoffe und der Durchlüftung. Meine Beobachtung ist hier auch, dass größere Zwischenräume die Wurzeln eher zur Verzweigung "einladen" und er Raum schnell durchwachsen wird.
Freundliche Grüße, Stefan

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist in das Gelingen verliebt statt ins Scheitern.
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Re: Erdmischung

Beitrag von achim73 »

man darf ja auch das phänomen der adhäsion nicht vergessen. bzw. des damit zusammenhängenden kapillareffektes. also haben die wurzeln schon genug kontakt *z*
Gruss, Achim
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Mirjam
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Re: Erdmischung

Beitrag von Mirjam »

Hallo Achim, bitte erlaube mir, hier gleich nochmal nachzufragen.

Adhäsion kann ich nachvollziehen. Das heißt, die Wurzeln schmiegen sich an die Substratkörnchen.

Aber Kapillarkraft? Habe eine Crassula in mineralisches Subrat gepflanzt und denke jetzt, naja so gut war das nicht. Denn jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich eigentlich jeden Tag (oder so) den ganzen Pott tunken müsste. Denn der Wasserüberschuss im Unterteller wird nicht durch Kapillarkraft nach oben verteilt. Er verdunstet eher, als dass da etwas aufgesogen würde.
Vielleicht hast du das aber mit Adhäsion und Kapillarkraft/ Kapillareffekt ganz anders gemeint?

LG, Mirjam
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