Moin!
Was ist eine Jungpflanze?
Welche Pflanzen bevorzugen mineralische Böden?
Bei der Anzucht macht Humus in den allermeisten Fällen Sinn. Besonders Eiben lieben Komposterde, Ruderalpflanzen wie Birken keimen auch gern auf sandigen Böden, Gebirgspflanzen sind häufig nicht auf Humus angewiesen.
Bei Ulmen habe ich zumindest für die Feldulme festgestellt, dass gute Durchlüftung des Substrates und die Vermeidung von Staunässe wesentliche Voraussetzungen für das Gedeihen sind. Meine Discounter-Chinaulme (als Zelkove erworben) steht im TPK mit rein mineralischem Substrat, 2 - 5 mm. Es geht ihr gut.
Ich vermute, dass Keimlinge aufgrund der besseren Feuchtigkeitsregulation in den oberen Bodenschichten humoses Substrat bevorzugen, bis die Wurzeln stark genug sind die Sprossachse zu verankern. Spätestens ab dem dritten Lebensjahr (besonders bei Vorhandensein passender Symbionten, Mykorrhiza) halte ich Humus für entbehrlich, abhängig von Pflanzenart, Umweltbedingungen (Regenmenge, Temperaturamplitude, durchschnittlicher Windgeschwindigkeit und Luftfeuchte) und Verhältnis Laubmasse zu Substratmenge. Speziell Feldulme, Feldahorn, Forsythie, Pfaffenhut, Felsenbirne, Stieleiche und Kirsche scheint eine trockenere Substratmischung besser zu bekommen als humusreiche Mischungen.
Im Gegensatz zur Hydrokultur ist auf eine gewisse Wasserspeicherfähigkeit aufgrund der Körnung und Substratstruktur zu achten. Blähton ist grundsätzlich geeignet, der Bruch ist den intakten Kugeln aber weit überlegen, auch was die Stabilität der Verankerung des Baumes im Substrat angeht. Bims ist ähnlich zu bewerten, hingegen hält Lavagranulat die Feuchtigkeit wesentlich besser. Akadama hat den Vorteil, dass an der Farbe die Feuchtigkeit erkennbar ist.
Im Übrigen ist zu mineralischem Substrat eigentlich schon alles geschrieben worden. Wesentlicher Vorteil ist die Strukturstabilität und gute Luft- und Wasserführung. Für Sumpfpflanzen eher weniger geeignet.
