Heike_vG hat geschrieben: 24.01.2021, 19:06
Hallo Andreas,
wie ist es denn um das Nebari zurzeit bestellt? ...
Moin Heike,
genau DAS ist die große Frage! Ich habe noch nicht nachgeschaut. Mache ich aber, wenn die Substratoberfläche etwas abgetrocknet ist.
Mir ist schon klar, dass die klassische Besenform ein hervorragendes Nebari erfordert. Allerdings hoffe ich mit konservativen Methoden ein brauchbares Nebari erreichen zu können. Deine Hinweise dazu werde ich gern befolgen, hatte aber eigentlich vor, das erst im August/September anzugehen. Erst mal schauen, wie der Baum auf meine Pflege und das "atlantische Klima" hier reagiert...
Leider hatten gekaufte (Prä-)Bonsai bei mir bisher durchweg kein langes Leben, deshalb habe ich dieses Projekt mit einer Jungpflanze gestartet, auch wenn ein tieferer Griff in die Ersparnisse erfolgversprechender gewesen wäre.
Dass Abmoosen nicht immer zum gewünschten Erfolg führt, musste ich vor etwa zehn Jahren schon bei meinem
Feuerahorn erkennen. Da die Ulmenartigen für starkes Wurzelwachstum geradezu berüchtigt sind, bin ich zuversichtlich, das Bäumchen mittelfristig in Sachen Wurzelansatz verbessern zu können.
Da offensichtlich durchaus Interesse an dem Projekt besteht, werde ich die weiteren Schritte in einem separaten Gestaltungs-Thema dokumentieren!
maexart hat geschrieben: 24.01.2021, 21:12
... Würdest du nicht mehr stammverdickung erreichen wenn du alles dran lässt bevor du bei Rot kappst?
VG max
Moin Max,
Ja!
Warum schneide ich die starken Triebe also alsbald ab?
Zum Ersten für den Wuchskraftausgleich. Ich möchte in der kommenden Saison nicht drei meterlange Peitschen an dem Baum entwickeln sondern gleichmäßiges buschiges Wachstum der Krone erreichen.
Zum Zweiten ist der unterste Zweig das wichtigste Element der Krone, gewissermaßen der "Kronprinz" der künftigen Besenform. Der darf keinesfalls verkümmern. Deshalb werde ich die Krone im oberen Teil regelmäßig zurückschneiden, um tiefen Austrieb zu fördern - mit Glück treibt der Stamm in der Nähe des roten Strichs noch einen weiteren Zweig, denn für eine Besenform brauche ich zwei Triebe auf einer Höhe,
Stammverdickung ist in diesem Jahr nicht mein Hauptproblem. Vielmehr kommt es zunächst darauf an, künftige Schnittstellen möglichst dezent verheilen zu lassen. Ein mastiges ungebremstes Wachstum mit langen Internodien wäre dafür unpraktisch.
Heiner und Rainer haben das Beispiel einer Besenform durch radikalen Rückschnitt dokumentiert. Die Problematik der inversen Verjüngung möchte ich auf diese Weise umgehen.
