Auf dem Weg zum Rohling

Alles andere was zu Bonsai passt.
Antworten
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

Danke, László!

Stammverdicken ist geplant, aber nicht exzessiv. Abmoosen wie oben beschrieben nicht.
Ich plane zunächst die Primäräste zu entwickeln, dann ein Verzweigungsgrundgerüst aufzubauen und erst dann stärkeres Wachstum zuzulassen.
So in etwa nach der "first cut then grow"-Methode von Frank aka "abardo".

Ich werde berichten!

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
espanna
Freundeskreis
Beiträge: 3322
Registriert: 26.09.2014, 14:03
Wohnort: Bremen

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von espanna »

Ich meinte mit abmoosen, wenn die Wurzeln nicht passen😀
Mit Interesse werde ich es verfolgen!
Gruß
László

"Wer arbeitet, macht Fehler."
Alfred Krupp
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

:lol:

Da hast du natürlich Recht, László!
Aber da es eine Jungpflanze ist, wird das hoffentlich kein größeres Problem darstellen. Das Stämmchen ist auch erst bleistiftstark, da hätte ich mit meinen Wurstfingern ein Problem mit der Feinmotorik...

;)
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Andreas,

wie ist es denn um das Nebari zurzeit bestellt? Hast Du da schon mal nachgeschaut? Wenn da oberflächlich nicht viel zu finden ist, solltest Du in ca. zwei Monaten umtopfen, das Substrat entfernen und mal genau nachsehen, vielleicht ist etwas tiefer ja etwas Schönes zu finden. Eine etwas flachere und vor allem breitere Schale würde ich dann auch schon mal wählen und die hoffentlich vorhandenen auf einer Höhe ansetzenden Wurzeln schön sternförmig ausbreiten.
Das Abmoosen ist natürlich eine hilfreiche Technik, wenn keine andere Möglichkeit besteht, einen guten Wurzelansatz zu erhalten, aber der perfekte Erfolg ist nicht in jedem Fall garantiert und vielleicht ist ja gar kein Abmoosen nötig.
Neben dem schönen geraden und narbenfreien Stamm ist ein guter Wurzelansatz aber in der Tat ein besonders wichtiges Kriterium bei einer klassischen Besenform. Der Aufbau der Aststruktur und Verzweigung ist dann mehr oder weniger Fleißarbeit und Beharrlichkeit. Bitte halte uns auf dem Laufenden!

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
maexart
Beiträge: 783
Registriert: 01.10.2012, 21:19
Wohnort: Nürnberg

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von maexart »

Hallo Andreas, dein Plan klingt soweit ganz gut, einzig der Sinn der Schnitte bei blau will sich mir nicht ganz eröffnen. Würdest du nicht mehr stammverdickung erreichen wenn du alles dran lässt bevor du bei Rot kappst?
VG max

Gesendet von meinem VOG-L29 mit Tapatalk

Perfection would end evolution.
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

Heike_vG hat geschrieben: 24.01.2021, 19:06 Hallo Andreas,

wie ist es denn um das Nebari zurzeit bestellt? ...
Moin Heike,

genau DAS ist die große Frage! Ich habe noch nicht nachgeschaut. Mache ich aber, wenn die Substratoberfläche etwas abgetrocknet ist.
Mir ist schon klar, dass die klassische Besenform ein hervorragendes Nebari erfordert. Allerdings hoffe ich mit konservativen Methoden ein brauchbares Nebari erreichen zu können. Deine Hinweise dazu werde ich gern befolgen, hatte aber eigentlich vor, das erst im August/September anzugehen. Erst mal schauen, wie der Baum auf meine Pflege und das "atlantische Klima" hier reagiert...
Leider hatten gekaufte (Prä-)Bonsai bei mir bisher durchweg kein langes Leben, deshalb habe ich dieses Projekt mit einer Jungpflanze gestartet, auch wenn ein tieferer Griff in die Ersparnisse erfolgversprechender gewesen wäre.
Dass Abmoosen nicht immer zum gewünschten Erfolg führt, musste ich vor etwa zehn Jahren schon bei meinem Feuerahorn erkennen. Da die Ulmenartigen für starkes Wurzelwachstum geradezu berüchtigt sind, bin ich zuversichtlich, das Bäumchen mittelfristig in Sachen Wurzelansatz verbessern zu können.
Da offensichtlich durchaus Interesse an dem Projekt besteht, werde ich die weiteren Schritte in einem separaten Gestaltungs-Thema dokumentieren!
maexart hat geschrieben: 24.01.2021, 21:12 ... Würdest du nicht mehr stammverdickung erreichen wenn du alles dran lässt bevor du bei Rot kappst?
VG max
Moin Max,

Ja!

Warum schneide ich die starken Triebe also alsbald ab?
Zum Ersten für den Wuchskraftausgleich. Ich möchte in der kommenden Saison nicht drei meterlange Peitschen an dem Baum entwickeln sondern gleichmäßiges buschiges Wachstum der Krone erreichen.
Zum Zweiten ist der unterste Zweig das wichtigste Element der Krone, gewissermaßen der "Kronprinz" der künftigen Besenform. Der darf keinesfalls verkümmern. Deshalb werde ich die Krone im oberen Teil regelmäßig zurückschneiden, um tiefen Austrieb zu fördern - mit Glück treibt der Stamm in der Nähe des roten Strichs noch einen weiteren Zweig, denn für eine Besenform brauche ich zwei Triebe auf einer Höhe,
Stammverdickung ist in diesem Jahr nicht mein Hauptproblem. Vielmehr kommt es zunächst darauf an, künftige Schnittstellen möglichst dezent verheilen zu lassen. Ein mastiges ungebremstes Wachstum mit langen Internodien wäre dafür unpraktisch.
Heiner und Rainer haben das Beispiel einer Besenform durch radikalen Rückschnitt dokumentiert. Die Problematik der inversen Verjüngung möchte ich auf diese Weise umgehen.

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

bock hat geschrieben: 25.01.2021, 07:56 ... Ich habe noch nicht nachgeschaut. Mache ich aber, wenn die Substratoberfläche etwas abgetrocknet ist.
...
Es bleibt spannend.
ich habe gut 1 cm der oberen Substratschicht abgetragen. Darunter begannen feine Wurzeln rings um den Stamm und das Substrat war bis zum Topfrand mehr oder weniger gleichmäßig mit feinem Wurzelgeflecht durchsetzt.
Wie weit der Stamm noch in die Tiefe reicht oder ob weiter unten noch stärkere Wurzeln entspringen sehe ich erst beim Umtopfen.
Nun habe ich das Substrat wieder aufgefüllt und harre der Dinge.
8)
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
viohaend
Beiträge: 58
Registriert: 21.02.2015, 19:03
Wohnort: Thüringen

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von viohaend »

Hallo Andreas,habe mir gerade deinen Tread von vorn bis hinten durchgelesen und bin bin sehr gespannt auf die Weiterführung. Ich habe eine Frage,warum arbeitest du gerade im frühen Stadium der Entwicklung deiner Bäumchen nicht mit Draht? Gerade da kann man in der Gestaltung sehr viel erreichen,allerdings muss man immer am Ball bleiben,damit der Draht nicht Spuren hinterlässt.Dem kann man mit Schlauch aus der Aquaristik entgegenwirken.
Bitte immer weiter berichten,ich freue mich auf die Weiterentwicklung.
VG Viola
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

Moin Viola,
viohaend hat geschrieben: 25.01.2021, 17:26 Hallo Andreas,habe mir gerade deinen Tread von vorn bis hinten durchgelesen ...
VG Viola
Respekt und herzlichen Dank!
viohaend hat geschrieben: 25.01.2021, 17:26 ...warum arbeitest du gerade im frühen Stadium der Entwicklung deiner Bäumchen nicht mit Draht? ...
Gute Frage!
Zum einen bin ich einfach drahtfaul :oops: zum anderen habe ich bei den meisten Kandidaten noch keine Vorstellung, wie sie nach 5 - 10 Jahren aussehen sollen. Meist wird es dann ein Überraschungsei. Viele Bäume haben mir im Lauf der Jahre auch schon gezeigt, dass sie in eine andere Richtung wollen als ich.
Überdies habe ich das korrekte Drahten nie richtig gelernt und konnte erst in jüngerer Vergangenheit ein paar Termine in einem AK wahrnehmen. Aus der etwas älteren Vergangenheit und einem anderen AK begleitet mich noch meine "Merlin-Birke".
Also habe ich jahrzehntelang versucht, die Bäume nur durch Schnitt zu entwickeln. Hier und da mal ein Spanndraht, auch schon gepolstert mit Infusionsschlauch - aber an das Thema Drahten taste ich mich langsam heran.
Meine Mädchenkiefer habe ich bei der "Erstgestaltung" auch 2015 schon versucht zu verkabeln... :roll:
Jüngst hat der Draht bei einem Gestaltungsversuch einer Eibe Spuren hinterlassen.
Aber ich gelobe Besserung und die Zelkove soll - so sie denn tut was ich möchte - auch gern durch sanfte Drahtung auf den richtigen Weg gebracht werden.

Solltest du zu einem speziellen Baum den Eindruck haben, dass Draht ihn vorwärts bringen würde bin ich für Vorschläge immer offen...

:-D

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
viohaend
Beiträge: 58
Registriert: 21.02.2015, 19:03
Wohnort: Thüringen

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von viohaend »

Hallo Andreas,
ja also ich meinte bei jungen Sämlingen um ein besseres Nebari und ein interessantere Stammbewegung zu erzeugen.Denn normalerweise haben die Sämlinge die Angewohnheit schnurstraks und gerade in die Höhe zu wollen.
Oderbei einigen Arten verholzen die Triebe so schnell und da muss man rechtzeitig eingreifen,um etwas Bewegung rein zu bekommen.
Z.B. bei dienem großen Pfaffenhut würde etws Draht schon etwas bringen, oder beim Weißdorn.
Das drahten ist kein Hexenwerk,mit etwas Übung wird das schon. :)
Bin gespannt wie es weitergeht.

VG Viola *daumen_new*
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

viohaend hat geschrieben: 27.01.2021, 20:39 ...
Z.B. bei dienem großen Pfaffenhut würde etws Draht schon etwas bringen, oder beim Weißdorn.
...
*daumen_new* Die schaue ich mir dahingehend demnächst genauer an! Vielen Dank, Viola!

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

Moin!

So ist nun mein Winterquartier aufgelöst und ich habe begonnen, die Winterbilder meiner Rohlinge aufzunehmen.
Es geht langsam los. Erstmal die Azalee, aus unerfindlichen Gründen sind ein paar Triebe abgebrochen. Aber da sie ohnehin erst zur Blüte interessant wird - Schwamm drüber.

.
2021<br />(März)
2021
(März)
20210303.jpg (148.32 KiB) 1792 mal betrachtet
.

Die Berberitze zeigt bereits schüchternen Austriebsbeginn - aktuell muss sie noch mit Nachtfrösten zurecht kommen. Ein paar Triebe vom letzten Jahr habe ich leicht eingekürzt.

.
2021<br />(März)
2021
(März)
20210303.jpg (150.39 KiB) 1792 mal betrachtet
.

Und die erste Birke auf meiner Tabelle habe ich auch vor die Linse bekommen. Die Krone hat sich ganz ordentlich entwickelt, und wenn die Verzweigung noch etwas voran kommt, darf sie auch in einen eigenen Gestaltungs-Faden.

.
#8<br />2021<br />(März)
#8
2021
(März)
20210303.jpg (160.6 KiB) 1792 mal betrachtet
.

Kritik, Kommentare und Verbesserungsvorschläge wie immer gern.

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
maexart
Beiträge: 783
Registriert: 01.10.2012, 21:19
Wohnort: Nürnberg

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von maexart »

Hallo Andreas, wird die Azalee Mal eine Halbkaskade? Bietet sich in meinen Augen an. Die Birke finde ich sehr schön und meinen Respekt wie du sie in der flachen Schale so gut kultivierst. ist mir ein echtes Rätsel.
VG Max

Gesendet von meinem VOG-L29 mit Tapatalk

Perfection would end evolution.
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von bock »

Hallo Max,

vielen Dank für deinen Kommentar!
Birken gedeihen hier im kühlen Norden recht gut. Die Azalee ist ein Urlaubsmitbringsel aus Sachsen, mein Ziel ist vorläufig, sie am Leben zu halten. Aber etwas mehr in Richtung Halbkaskade darf es in Zukunft schon gehen - Danke für den Tip!

:-D
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Benutzeravatar
Barbara
Freundeskreis
Beiträge: 6528
Registriert: 09.03.2004, 17:38
Wohnort: Inning a. Ammersee

Re: Auf dem Weg zum Rohling

Beitrag von Barbara »

Hallo Andreas,

sehr schön, es geht ja gut voran bei Dir. *daumen_new*
Bei der Schalenauswahl hast Du auch gute Fortschritte gemacht. Die passen alle prima.
Einzig die Berberitze hätte ich links in der Schale platziert.

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Antworten