Sigrid hat geschrieben: 08.02.2021, 18:38
Fido, ich glaube, hier liegt ein gründliches Missverständnis vor.
Ja, ich stimme Andreas zu: Bonsai ist eine abgehobene elitäre, anspruchsvolle Sache und die Idee, zur Geburt der Tochter "einen Baum zu pflanzen", den später die Tochter bekommen soll, hat gar nichts damit zu tun.
Tatsächlich kann man deine Intention für fragwürdig halten, und vielleicht tust du deiner Tochter keinen Gefallen damit. Aber inwiefern das eine Einmischung in Erziehungsfragen sein soll, erschließt sich mir nicht. Ja gut, da wird dir davon abgeraten, deine Tochter zu lebenslangem Giessen und endlosen Basic-Fragen im BFF zu verdonnern bzw. dazu abzurichten. Meine Güte, wir haben hier reichlich Erfahrung mit Usern, die völlig verzweifelt und hilflos daherkommen, weil sie Opfer gut gemeinter Bonsai-Geschenke wurden und damit überfordert sind.u
Und daraus herzuleiten, dass Andreas oder sonstwer hier sich über Basic-Fragen ärgert, ist auch ziemlich weit hergeholt. Und keinesfalls bedeutet das alles, dass du nicht fähig seiest, "Bonsai" zu lernen. Diese Verknüpfung deiner Intention mit den Fähigkeiten, wie sie dir nach deiner Vorstellung von Andreas zugeschrieben werden, hast allein du hergestellt.
Tja, die Sache mit dem Baum für die Tochter war ja vielleicht als Startidee ganz nützlich - aber wichtiger ist schon das eigene Interesse
Hallo Sigrid und Tofufee,
vielen Dank für Eure Antworten. Eigentlich wollte ich mich nicht weiter zu dieser Sache äußern, aber so sachlich und "nicht-angreifend" wie Ihr argumentiert, würde ich gerne weiterhin meine Stellung beziehen, weil es wohl offensichtlich doch ein wenig missverständlich gewesen ist. Ich denke, es ist wenig interessant für die meisten, aber gerne kann ich mich weiter rechtfertigen, vielleicht auch weil ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Ihr schreibt einem Anfänger, als den ich mich bezeichne, dass Bonsai nichts damit zu tun hat, dass man einen gezogenen Bonsai seiner Tochter schenken kann. Ich akzeptiere Eure Einstellung zu 100%, weil Ihr offensichtlich lange Zeit dabei seid und eine andere Philosopie verfolgt. DIE Philosophie, denke ich, gibt es nicht, wenn diese, anderen Menschen verwehrt, einen Weg zu gehen, der nicht dem Konventionellen entspricht. Bei Euch hört sich das ja schon fast nach einer Religion an. Aber gerade Religion zeigt uns doch, dass man tolerant und offen sein und jedes andere Leben respektieren sollte und nicht sagen soll, "nur mein Weg ist der richtige und jeder sollte ihn auch so gehen, sonst wäre er dieser Religion unwürdig". Ihr drei habt das nicht gesagt, aber Andreas und Achim haben mir das zu verstehen gegeben in einer Art, die ich nicht adäquat fand, besonders, wenn man sich einer "Elite" angehört fühlt.
Ich mache gerne Musik, was ebenfalls sehr kunstvoll ist und mit viel Gefühl zu tun hat, aber mir würde es im Leben nicht einfallen, einem Foristen zu schreiben, er solle doch bitte mit der Musik aufhören, so schlecht und unmusikalisch er auch sein mag, weil er weder Gefühl noch Talent hat. Ich würde doch niemals sagen, geh lieber in Konzerte oder spende den Musikern Geld, weil Du selber kein Gefühl hast? Kommt es nicht darauf an, einen Weg zu gehen und selbst zu entdecken, dass Musik mit Gefühl schöner ist, als ohne? Irgendwann werden Leute dieses Gespür zur Musik, aber auch zur Philospohie von Bonsai entwickeln, wenn sie sich damit näher beschäftigen und es ernst meinen.
Tofufee hat etwas geschrieben, was ich immer im Kopf hatte. Es werden Jahre und Jahrzehnte vergehen, bis ein Bäumchen zu einem Bonsai wird. Und es gibt zwei Möglichkeiten, entweder gebe ich auf und werde Eurer elitären Gruppe nicht angehören oder aber ich bin so fasziniert und lerne zu verstehen, was dahinter steckt. Und hier schließt sich der Kreis, ich werde mich weiter entwicklen und werde meine Tochter kennenlernen und ihren Weg begleiten und dazu erziehen, dass sie mir sagt, wenn ein Bonsai eine Bürde für sie wäre. Sigrid, das meine ich in Einmischung in die Erziehung. Andreas geht davon aus, dass es auf jeden Fall eine Bürde für meine Tochter sein wird und ich sie dahingehend "abrichte", mir einen Gefallen zu tun. Meine TOchter ist doch kein Hund, den man abrichtet. Ich erziehe meine Tochter dahingehend, dass sie mir sagen wird, dass sie keinen Bonsai pflegen möchte, wenn sie das nicht will. Glaubt Ihr wirklich, dass ich meine Tochter unglücklich machen will? Ich bin zwar schon ein paar Jahre aus dem Haus, aber weiß selber noch, wie es war mit 20 die eigene Bude zu haben. Da hätte ich auch Nullbock gehabt, eine Pflanze zu gießen und würde den Teufel tun, ihr diese Kunstform zu schenken. ABer mich jetzt schon zu verurteilen, weil ich in 20 Jahren vielleicht etwas tun möchte, finde ich nicht passend.
WIeso Du, Sigrid sagst, dass es von mir weit hergeholt ist zu sagen, dass Andreas sich über Basic Fragen ärgert verstehe ich nicht. Er hat geschrieben " Das wäre vielleicht die grössere Ehrenerbietung deiner Tochter gegenüber, als sie zu lebenslangem Giessen und endlosen Basics-Fragen im BFF zu verdonnern"....das impliziert, dass er keine Lust hat auf die wiederkehrenden Basic Fragen. Wenn ich das missverstanden habe, tut es mir leid und entschuldige mich.
Tofufee: ja, natürlich muss es immer von innen kommen, wenn man etwas will, aber durch Vorleben und Begeisterung schafft man genau dies von außen...eine innere Begeisterung zu schaffen. Ich habe soviel viel von meinem Vater gelernt, einfach nur durch sein Vorleben und seine Begeisterung. Und aufoktroyieren werde ich meiner Tochter niemals etwas...und lasse mir das auch nicht unterstellen, gerade weil sooooo viel noch passieren kann und WIRD. Deswegen würde ich sagen: Andreas, Thema verfehlt, setzen 6!
Vielen Dank, dass es rüber kam, dass auch ich ein Interesse an Bonsai habe, denn wer sollte denn Jahrzehnte etwas machen, wozu er keine Lust hat, nur um seinem Kind nach 20 Jahren einen Baum zu schenken?
In diesem Sinne einen schönen Abend :-)
Grüße