Bohrmehlwürste....

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Barbara
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Barbara »

Ah, ok, Frank. Die sind jetzt natürlich nicht mehr zu finden. Ich werde mal mit den Eichelstücken noch etwas rumexperimentieren. :wink:

Liebe Grüße,
Barbara
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Andreas Ludwig
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Andreas Ludwig »

Barbara – das sind ganz einfach Borkenkäfer (welche auch immer). Homöopathische Mittel schaden dem Baum sicher nicht, den Käferlarven aber auch nicht. «Abziehen» durch Eicheln ist verlockend, aber wenig tauglich, wer sich in deinem Baum eingenistet hat, wird sich da wohlfühlen und bleiben. Käferlarven sind wenig mobil. Jinmittel zähle ich zu den Hausmitteln, halte es aber für nicht wirklich tauglich. Da Borkenkäfer im Baum leben, also im System, empfehle ich systemische Mittel. Das sind Insektizide, die sich im Substrat lösen, vom Baum aufgenommen werden, sich darin verteilen und «die Larven madig machen». Ist grob, ich weiss, aber einen anderen Weg sehe ich da nicht.

Die Alternative ist, dass dir Strecken der Borke wegsterben, weil sie nicht mehr versorgt werden und du entsprechende Handicaps bei der Gestaltung hast. Der Baum an sich wird nicht eingehen, aber havariert werden schon. Deine Wahl.
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Barbara
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Barbara »

Hallo Andreas,

danke für Deine Einschätzung. Ich hätte kein Problem damit ein systemisches Mittel einzusetzen, wenn es denn hilft, oder zumindest die Chance besteht. Ich bin zwar sehr tierlieb, aber an diesen Würmern hänge ich nicht so wirklich.... *engel*
Ich weiß allerdings nicht, welches ich da nehmen könnte. Hast Du einen Tipp für mich?

Liebe Grüße.
Barbara
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abardo
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von abardo »

Holzwürmer oder Borkenkäfer am lebenden Baum zu bekämpfen ist wirklich schwer.
Extreme Hitze (ab 55 Grad) oder Kälte (unter -20), Unterdruck, Salmiak, Borax oder ähnliches kann man vielleicht bei Möbeln nutzen, aber nicht am Baum.

Möglich ist so etwas wie Cypermethrin oder Permethrin, sog. Kontaktgifte, die dem Baum nicht schaden. Allerdings bringt dass auch jedes Haustier und jeden Vogel zuverlässig um. Sollte man maximal mit einer Sprühdose mit Aufsatz direkt ins Wurmloch einbringen (und bitte eine Maske tragen und Tiere mal ein paar Tage davon fernhalten) ...
Grüße, Frank
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Andreas Ludwig
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Andreas Ludwig »

Barbara hat geschrieben: 29.06.2021, 17:37 Hast Du einen Tipp für mich?
Acephat oder Metamidophos... kennst du zufällig einen Chemiker an einer TU oder jemanden beim chinesischen Landwirtschaftsministerium? Die haben sowas, der Kleinhandel leider nicht (mehr).

Ganz im Ernst: Es irritiert mich, dass wir hier von einem Blauregen reden. Borkis sind sonst sehr auf Nadelholz fixiert. Allerdings gibt es ziemlich viele Borkis, möglich, dass eine Art eben Blauregen mag. Die ganze Borkenkäfer-Bekämpfung beruht auf Statistik, weil es den Menschen um Forstholz geht. Man rettet Abschnitte, Kubaturen, Stere, nicht einzelne Bäume. Man versucht, Populationen auf Fallen umzuleiten, sie an hingelegte Fallholz-Haufen zu binden. Der einzelne Baum interessiert nicht, den haut man raus.

Immerhin habe ich solches Bohrhmehl auch schon an diversen Prunus-Arten gesehen. Kupferstecher und Buchdrucker werden es hier nicht sein. Vielleicht ist es eben Anobium, der gewöhnliche Holzwurm (das helle Mehl passt) oder Hylotrupes, der Hausbock. Die bekämpft man (schlechte Nachricht) gewöhnlich mit Hitze, was bei Möbeln ja geht, aber für einen Bonsai nicht gut ist. Alternativ stellt man das Objekt in eine Nebelkammer und bedampft es mit Insektizid (wovon die meisten heute auch nicht mehr erhältlich sind) oder man injiziert es halt. Bloss – was wir sehen, sind eher die Austrittslöcher, nicht die Eingänge. Was bedeutet, dass wir oft verlassene Frassgänge behandeln, was wenig bringt. Mein Vater, immerhin Zoologe/Toxikologe und bewandert, hat jahrelang die Lärchenholz-Fassungen unserer Fenster so behandelt, aber jede Nacht hörte ich es als Kind drin knabbern und wischte dann das Mehl von den Fensterbänken...

Ehm - du spürst es? Vielleicht war es schön, diesen Blauregen zu haben. Vielleicht bleibt er dir erhalten, eher solltest du keinen zweiten daneben stellen. Die gute Nachricht: Wir sind nicht allein. Meine ich ganz im Ernst. Jeden Tag sitze ich in meinem winzigen Gärtchen vor der Kirche und staune, was alles es gibt, was alles lebt, frage mich, wem es dient, als Nahrung vielleicht oder sonstwie im Zyklus. Sieht man das versöhnlich, weil man denselben Baum durch eine blöde Aktion oder zwei Wochen Ferien mit einer miesen Giesshilfe vielleicht ja auch verloren hätte, ist es erträglicher. It's about life...
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Barbara
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Barbara »

Danke Euch, Frank und Andreas.

Das Problem an der ganzen Sache ist ja, dass man die Bohrlöcher nicht findet. Die müssen super winzig sein, so wie auch die Austrittsstellen des Bohrmehls. In der Rinde lässt sich nichts ausmachen, deshalb funktioniert auch das Reinspritzen eines Giftes nicht.
Ich wüsste nicht, wo ich da ansetzen sollte.
Momentan explodiert der Baum jedenfalls mit Knospen und Trieben.....vielleicht greifen ja die Selbstheilungskräfte, wenn er wieder Power hat. :wink:
So schnell gebe ich die Hoffnung jedenfalls nicht auf und werde noch ein Bisschen herumexperimentieren. 8)
Ich halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Liebe Grüße,
Barbara
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abardo
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von abardo »

Wie wärs, wenn man die Stellen, an denen man das Bohrmehl findet, die Äste grosszügig abdichtet ? Mit dem elastischen, schwarzen, selbstklebenden Band z.B. mit denen man die Rinde bei Biegungen schützt.

Was wird der Wurm dann machen ?
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Andreas Ludwig
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Andreas Ludwig »

Dem Wurm wird das egal sein, er braucht seinen Bohrkanal nicht als Atemweg, er dichtet ihn ja fast vollständig ab. Für ihn ist genug zum Leben im umgebenden, porösen Holz. Aber – was wird die Rinde dann machen? Wie sieht das aus, nimmt man das Klebeband runter? Was bildet sich allenfalls unter dem Band?

Es ist nunmal so, dass eigentlich alle menschlichen Strategien gegen Borkis und Verwandte darauf aufbauen, dass das Holz ohnehin tot ist. Es sind bei totem Holz eliminierende, bei lebenden Beständen präventive Strategien, nicht aber kurative an lebenden Einzelexemplaren. Nicht falsch scheint mir die Idee Barbaras, den Baum treiben zu lassen (was bedeutet, die Gestaltung mal auszusetzen für ein, zwei Jahre). Aber ich habe keine Ahnung, was geschehen wird, wenn die erste Generation Käfer ausgeschlüpft ist. Vielleicht ist da wer, der sie eliminiert – Singvögel, Wespen, was es alles so gibt. Vielleicht etabliert sich ein Pilz in den verlassenen Frassgängen. Vielleicht, vielleicht.

Sometimes you win, sometimes you loose. So what. Ich hatte mal einen wirklich schönen Baum, den mir eine Amsel eines Morgens schlicht geknickt hat. Soll ich jetzt deswegen auf Amseln schiessen?
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von abardo »

Dieses Schutzband hinterlässt keine Rückstände. Kann man bis zu 2 Jahre ohne Schäden dran lassen.

Mir ging es nicht um die Atemluft, sondern um das Bohrmehl des Wurmes.
Es wird einen Sinn haben, weshalb er es normalerweise nach draussen befördert ...
Grüße, Frank
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von ania »

Könnte es ein asiatischer Ambrosiakäfer sein, oder eine verwandte Art?
Er wird hier auf der letzten Seite beschrieben
https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/wal ... etzger.pdf
und nochmal hier
https://www.spektrum.de/lexikon/biologi ... aefer/2682
Er befällt gesundes Laubholz und produziert Bohrmehlwürste. Die erwachsenen Käfer legen in den Gängen einen Pilzgarten an, der den Larven als Nahrung dient.
Wenn es dieser wäre, könnte ein Pilzmittel wirken? Und ein Schälchen Bier als Lockmittel?
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Barbara
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Barbara »

Frank, das Abkleben wäre insofern schwierig, da die Bohrmehlwürste an unzähligen Stellen ,sowohl am Stamm, als auch an den Ästen austreten. Und es sind nicht immer die gleichen Stellen. Ich müsste fast den ganzen Baum abkleben und das würde mir zudem noch die frischen Knospen kaputtmachen.

Ania, Du bist eine Wucht. *little_kiss*
Ich denke, der Ambrosiakäfer ist es. Ziemlich eindeutig ist folgender Satz:

"Hat er sich in einen Baumstamm eingebohrt, hinterlässt er ein charakteristisches Bohrmehl: vom Stamm abstehende weiße Würstchen, die wie kleine Stacheln aussehen."

Das kommt auch größenmäßig hin, das sind ja nur Mikrolöcherchen.

Interessant ist, seitdem der Baum wieder treibt und ich ihn kräftige, hat die Anzahl der Würste rasant abgenommen.
Ich denke ich werde dann mal mit Aliette gießen und sprühen und zusätzlich ein Glas Bier opfern. :lol:

Vielen Dank, Ania!

Liebe Grüße,
Barbara
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Barbara
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Barbara »

*updated*

Hallo ihr Lieben,

der Blauregen hat die Attacke des Ambrosiakäfers überlebt. Es sind zwar ein paar Äste abgestorben, aber es haben auch am Stamm neue ausgetrieben. Ich muss ihn halt neu aufbauen, aber Hauptsache er hat sich wieder bekrabbelt.
Nachdem die Diagnose dank Ania feststand, hatte ich den Baum mit Aliette behandelt und ein Glas Bier danebengestellt. Das Bier haben die Käfer anscheinend verschmäht, oder, sie waren schon durch Aliette ins Jenseits befördert worden. *engel*
Hier ein Bild von heute. Er treibt wie verrückt.

Liebe Grüße,
Barbara
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hwolf
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von hwolf »

Das freut mich sehr!

LG
Heinrich
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Barbara »

Und mich erst, Heinrich....
der Stamm und die Äste sahen ja schon ziemlich vertrocknet aus auf den damaligen Bildern. *schwitz*
Aber er hat nochmal die Kurve gekriegt.
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Re: Bohrmehlwürste....

Beitrag von Georg »

Tja, Barbara, wir alle profitieren hier von Anja´s Beiträgen!
Nur das Bier hätte ich selber getrunken :lol:
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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