Moya hat geschrieben: 07.03.2022, 22:49
Moimoin,
Auweh, auch Dein Beitrag zeigt mir, dass auch Du es nicht verstanden hast.
Bonsai ist eben NICHT nur 1x im Jahr topfen und 'ein bisschen schnibbeln' wie Du es ausdrückst. Mit einem Bonsai hat man die Verantwortung übernommen für ein lebendes Wesen - auch wenn uns dieses Leben unendlich fremd erscheint.
Ein Tier nebenbei zu halten ... da rollen sich mir als jahrelanger Tierschützer die Zehennägel auf. Ein Haustier ist ein Familienmitglied und als Solches zu behandeln ..... oder hälst Du Deine Kinder auch nur eben so mal nebenbei?
Manmanman das macht mich wirklich sprachlos.
Bäume sind Lebewesen und sollten von uns mit Respekt und Sorgfalt behandelt werden. Wenn wir das aus mangelndem Wollen nicht leisten können, sollten wir es lassen - aus Respekt.
Natürlich, man kann auch einfach pauschal jedem, der anderer Meinung ist, unterstellen, nichts verstanden zu haben ...
Ja, man hat mit einem Bonsai ein Lebewesen, aber dieses Lebewesen lebt auch nicht schöner oder besser oder gesünder, wenn man es täglich 5 Stunden lang anstarrt. Einmal am Tag gießen, fertig. Den Rest schafft der Baum schon alleine, die machen das schon seit Jahrmillionen ohne uns Menschen.
Meine Schildkröten laufen tagein, tagaus ohne unser Zutun in ihrem Gehege herum (jetzt im Winter schlafen sie natürlich, aber im Sommer dann). Denen ist es vollkommen wurscht, ob ich 5 Mal am Tag zu ihnen schaue oder nur 1 Mal in der Woche. Deswegen sind sie genauso gesund und zufrieden. Unsere Katzen liegen oft den ganzen Tag faul herum und beachten uns Menschen nur dann, wenn sie etwas zu fressen wollen. Was soll ich da den ganzen Tag mit ihnen machen, wenn sie ohnehin meistens nur schlafen wollen? Das Aquarium hat an 97% aller Tage einen Arbeitsaufwand von gerade einmal 1 Minute täglich: morgens Licht einschalten, unter Tags füttern, abends Licht ausschalten. Fertig. Trotzdem vermehren sich Pflanzen und Fische darin wie die Kaninchen und die Wasserwerte passen. Alle paar Wochen Wasser wechseln und den Dschungel durchforsten, das war's auch schon. Bin ich jetzt also ein Tierquäler?
Nur weil man weniger Zeit mit etwas verbringt, heißt das noch lange nicht, dass man etwas vernachlässigt. Wie heißt's so schön: Die Welt dreht sich auch ohne dich.
Und zu den Kindern: Wer ernsthaft Kinder mit einem Haustier vergleicht, bei dem hängt wohl einiges schief ... Einer unserer Professoren hat einmal die Hierarchie der Lebewesen verkürzt, aber treffend beschrieben: Ganz oben kommen Menschen, dann Tiere, dann Pflanzen und ganz unten Steine. Menschen sind natürlich mehr wert als jedes Tier und jede Pflanze, und wer ein Kind hat, sollte sich auch dessen bewusst sein, dass es mehr ist als nur füttern, waschen und zu Bett bringen. Wie man überhaupt vom Arbeitsaufwand der Bonsaigestaltung zu jenem bei Kindern kommt, ist mir schleierhaft. Vielleicht solltest du deine Prioritätensetzung nocheinmal überdenken und weniger sprachlos sein.
Wie gesagt, man kann auch Lebewesen (gerade Pflanzen) "respektvoll" behandeln, wenn man weniger Zeit aufwendet. 99,9% der Zeit steht die Pflanze sowieso nur herum, sie wächst nicht schneller, wenn man an ihr zieht.
MfG Reinhold!