Grundgestaltung chin. Ulme

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NosD
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Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von NosD »

Hallo,

vor 2-3 Jahren habe ich eine chin. Ulme im Fachhandel gekauft, die eine rund gestaltete Krone hatte. Nach kurzer Zeit gefiel mir das künstliche Erscheinungsbild nicht mehr ganz so gut - nachdem die Ulme im vorletzten Winter dann massiv an Blättern und Zweigen eingebüßt hat (die Überwinterung in der Wohnung bekam ihr nicht allzu gut), nahm ich im letzten Jahr einen radikalen Rückschnitt der Ulme vor, mit dem Ziel, den Baum neu zu gestalten. Dabei trat eine große Schnittwunde zutage und eine Aststruktur, die mir Rätsel bezüglich der Gestaltung aufgibt. Da ich auch nach einem guten Jahr keine genaue Vorstellung bezüglich der Gestaltung habe, wollte ich nun mal euren fundierten Rat erfragen. Wie würdet ihr die Ulme gestalten? Wie kann die große Schnittwunde integriert werden?

Der Baum ist vital und wächst fleißig. Diesen Winter hab ich ihn trotz Wohnung ganz gut überwintert, ab dem nächsten Winter kann ich durch Umzug ins Haus den Baum angemessener überwintern. Im Sommer steht er ganztäglich in Südausrichtung auf dem Außenfensterbrett, gegenwärtig nur tagsüber.

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sauwoidman
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von sauwoidman »

Hallo!

Über die Schnittwunde würde ich mir keine Gedanken machen, die ist nicht groß und verwächst sich in 1-2 Jahren. Am ehesten würde mich das beunruhigen:
NosD hat geschrieben: 22.03.2022, 09:28 Der Baum ist vital und wächst fleißig. Diesen Winter hab ich ihn trotz Wohnung ganz gut überwintert, ...
Wenn du von dem Baum auf den Fotos sprichst, kann ich dir da nicht ganz zustimmen, der sieht nicht vital aus. Du hast ihn in der warmen Wohnung überwintert und er hat jetzt noch 5 Blätter, das sollte nicht so sein. Leben überhaupt noch alle Äste?
Ich würde ihn jetzt rausstellen in die Sonne und draußen lassen, auch in der Nacht, solange kein Frost angesagt ist. Nicht zu viel gießen, ohne Blätter braucht er kaum Wasser. Steht er zu nass, verfaulen die Wurzeln.

MfG Reinhold!
NosD
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von NosD »

sauwoidman hat geschrieben: 22.03.2022, 10:26 Hallo!

Über die Schnittwunde würde ich mir keine Gedanken machen, die ist nicht groß und verwächst sich in 1-2 Jahren. Am ehesten würde mich das beunruhigen:
NosD hat geschrieben: 22.03.2022, 09:28 Der Baum ist vital und wächst fleißig. Diesen Winter hab ich ihn trotz Wohnung ganz gut überwintert, ...
Wenn du von dem Baum auf den Fotos sprichst, kann ich dir da nicht ganz zustimmen, der sieht nicht vital aus. Du hast ihn in der warmen Wohnung überwintert und er hat jetzt noch 5 Blätter, das sollte nicht so sein. Leben überhaupt noch alle Äste?
Ich würde ihn jetzt rausstellen in die Sonne und draußen lassen, auch in der Nacht, solange kein Frost angesagt ist. Nicht zu viel gießen, ohne Blätter braucht er kaum Wasser. Steht er zu nass, verfaulen die Wurzeln.

MfG Reinhold!
Hallo Reinhold,

danke für die Antwort!

Der Eindruck täuscht etwas. Ich habe den Baum am letzten Wochenende frisch verschnitten. Es zeigen sich rundherum die Ansätze zahlreicher neuer Knospen, die auf den Fotos nicht gut abgebildet werden. Über den Winter hat der Baum zwar regelmäßig Blätter abgeworfen, war aber rundherum begrünt, wenn auch mit zahlreichen geilen Trieben. Ähnlich war es im letzten Jahr, wo der Baum nach einem drastischen Rückschnitt am Ende des Winters wieder sehr fleißig wuchs. Ob mein Vorgehen ideal ist, weiß ich nicht - schon der Standort zur Überwinterung ist es ja keinesfalls, obwohl ich da bisher keine Alternativen hatte. Aber im letzten Jahr bin ich mit dem Vorgehen gut gefahren und auch jetzt machen mir die vielen Knospen Mut. Mach mir da eigentlich keine Sorgen.

Bei der Schnittstelle würdest du demnach gar nichts machen? Hatte überlegt, etwas tiefer keilförmig nachzuschneiden und mit Wundschutzpaste versiegeln, weiß aber nicht, ob dadurch viel gewonnen wäre. Mit derartigen Schnittstellen habe ich auch bei meinen anderen Bäumen noch gar keine Erfahrung.

Hinweise zur weiteren Gestaltung sind, wie gesagt, sehr gern gesehen! :)
Hippo
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von Hippo »

Salü Kollega,

Dein Bäumchen wurde buschig gestaltet damit das Laubwerk die hässliche Schnittstelle verdeckt.

Du hast ihn eben "verschnitten" und musst nun mit dem Makel leben.
Natürlich kannst Du da noch was rumferkeln aber richtig zumachen wird der Baum das kaum oder nur langsam.
Ich denke, zu gestalten gibts da wenig, eher einfach in Form halten und sich daran erfreuen.

Ganz nebenbei; bei so Bäumchen die in einem knappen (passenden) Unterteller stehen, bekomme ich immer leichte Beklemmung weil ich weiss, dass da nach dem Giessen immer Wasser stehen bleibt welches den Gasaustausch im Boden verhindert und zur Wurzelfäule führen kann.
Dieser Unterteller ist wunderbar zur kurzzeitigen Präsentation auf dem Salontisch wenn Besuch kommt aber zur Indoor-Haltung eignet sich eher ein doppelt so grosser Teller mit Kies gefüllt und der Baum auf dem Kies stehend, wo das Abzugsloch keinen Kontakt mit dem stehenden Wasser hat.

Weiterhin viel Spass
Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
Michael 86
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von Michael 86 »

Hallo

Wenn du sicher bist, dass es dem Baum gut geht, ich war auch etwas überrascht.
Aber gut, die Schnittstelle verwächst ja schon. Bei mehr Wachstum und zukünftig besserer Pflege, wird sich das noch beschleunigen. Denke ein V-Schnitt hätte optisch wirklich besser gepasst, würde die Überwallung jetzt aber stark zurück werfen. So etwas macht man eben frühzeitig. Die Massenproduktion (geh jetzt einfach mal davon aus) hat da weniger ein Auge dafür.
Die vielen Äste um die Schnittwunde haben dafür gesorgt, dass es schneller geht. Hauptsächlich tragen dazu aber die beiden hoch ansetzenden Äst bei.
Jetzt sorgen aber so langsam die vielen Äste zur Knubbelbildung bei und ich würde da selektieren. Die Äste unter einem Ast zu entfernen, verheilt schneller.
Allerdings ist es bei solch einer Anzahl wichtig, dass man Höhenunterschiede erreicht. da würde ich an deiner Stelle mal intensiv drehen und mir Zeit lassen. Auch die Vorderseite ist dabei zu berücksichtigen. Auf den Fotos erscheint mir das schwierig zu beurteilen.
Wie wäre die Idee, nen AK oder WS zu suchen?
Grüße Michael :)
DHG
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von DHG »

Hallo,
meiner Erfahrung nach (und die ist eher noch eher dürftig) sollte sich die Wunde gut verschließen. Meine chinesische Ulme hat bereits fast alle Schnittstellen vom letzten Jahr komplett verschlossen. Das geht also relativ schnell wenn der Baum fit ist (was er aber für mich anhand der Bilder nicht ist). Den Kallus nochmal anzuritzen kann hilfreich sein ist aber denke ich Mal nicht nötig.

Zur Gestaltung ist es schwierig dir Tipps zu geben, weil einfach schon deine Fotos das kaum zulassen. Du solltest von allen 4 Seiten Fotos machen, waagerecht, nicht von schräg oben und ein 5. Foto von oben. Dann kann man sich einen besseren Eindruck machen.
Es sieht aber so aus als ob du viele Äste hast, die an der gleichen Stelle bzw. auf gleicher Höhe entspringen. Das ist in der Regel aus vielerleich Gründen eher nicht gut (Michael hat da schon einige angeführt).
Parallel dazu empfehle ich dir, dich mit den Gestaltungsgrundlagen auseinanderzusetzen. Dazu gibt es im Netz zahlreiche und anschauliche Erklärungen. Ich denke dann kannst du dir auch ganz gut selbst überlegen wie es weitergehen soll, da der Baum vermutlich nur wenige Möglichkeiten zur weiteren Gestaltung vorgibt bzw. sich in nächster Zeit nur wenige Optionen ergeben werden.

Grüße Marcus
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mydear
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von mydear »

Oh je… wo fange ich an? Du bekommst viele Antworten die du nicht hören willst und bist vielleicht frustriert. Ich probiere es trotzdem.

Selbst wenn du im Fachhandel kaufst gibt es auch dort schnell produzierte (relativ günstige) Massenware, weil niemand bereit ist als Einsteiger viel Geld zu investieren. Deiner Ulme fehlt die Grundstruktur. Da wurde mit Heckenschnittmethode immer auf eine runde Baumkrone getrimmt. Mehrere Äste wachsen aus der gleichen Stelle und überkreuzen sich. Die Verzweigung sitzt erst recht weit außen, innen sind die Triebe verkahlt. Entweder du arrangierst dich damit und schneidest weiter auf eine runde Krone hin.

Alternativ Äste aus einem Punkt auf einen Ast reduzieren. Die verbleibenden Äste einkürzen, sternförmig drahten, dass sie in alle Richtungen wachsen und die Leerräume füllen. Aus der Primärstruktur können dann Sekundär- und Tertiär-Verzweigungen entstehen. Diese Methode dann geduldig über die Jahre weiterverfolgen. Ohne drastischen Rückschnitt als ersten Schritt geht das natürlich nicht. Nach Rückschnitt könnte die Ulme wieder aus dem Stamm austreiben, sogenannte schlafende Augen aktivieren. Ohne Rückschnitt treiben die Äste nur außen aus (Spitzentriebförderung, Gipfeldominanz)

Dazu erscheint mir die Ulme aktuell allerdings zu schwach. Sie würde durch Rückschnitt noch weiter geschwächt, Ausgang ungewiss. Deshalb vorerst die richtige Pflege bis der Baum vor Kraft strotzt, dann erst an Gestaltungen denken.

Grüße
Rainer
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Mehrere Äste wachsen aus einem Punkt, behindern sich gegenseitig. An anderen Stellen wächst gar nichts, fehlen Äste. Dort müßte erst Knospenwachstum angeregt werden.
Mehrere Äste wachsen aus einem Punkt, behindern sich gegenseitig. An anderen Stellen wächst gar nichts, fehlen Äste. Dort müßte erst Knospenwachstum angeregt werden.
E1EA07EE-7838-48C6-85F8-6250B9FA2D21.jpeg (268.74 KiB) 1382 mal betrachtet
Äste überkreuzen sich, das könnte mit Drahten korrigiert werden
Äste überkreuzen sich, das könnte mit Drahten korrigiert werden
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Sternförmig Drahten, dass alle Äste genügend Licht bekommen
Sternförmig Drahten, dass alle Äste genügend Licht bekommen
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Stefan72
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von Stefan72 »

... zu der verwachsenden großen Schnittstelle noch ein Gedanke. So wie es auf dem Foto aussieht, wird Dir da das (Regen-)Wasser drin stehen bleiben, was Fäulnis begünstigt. Durch die Risse dringen Dir auch Pilze leicht in den Stamm ein. Das würde ich verschließen. 1-2 Tropfen heißes Bienenwachs sollten schon reichen. Das Wachs wird vom Kallus dann langsam verdrängt und schadet nicht. Die Stelle sollte aber vor dem Versiegeln ganz trocken sein.
Freundliche Grüße, Stefan

Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist in das Gelingen verliebt statt ins Scheitern.
NosD
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von NosD »

Hallo,

trubelige Tage, komme erst jetzt zum antworten.

Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge, insbesondere an Rainer für die Gestaltungshinweise.

Ich kann beim Anblick des Baumes die Sorge um dessen Gesundheit verstehen, aber das lag wirklich nur am Winterquartier und dem vorherigen Schnitt. Jetzt eine gute Woche später hat der Baum rundherum fleißig ausgetrieben - so, wie auf dem Bild, schaut es an allen Ästen aus (wenn auch manche Knospen noch geschlossen sind). Am Stamm haben sich 8 schlafende Augen in Triebe verwandelt, da bin ich zuversichtlich, zukünftige Äste zur Gestaltung zu bekommen. Ich werde den Baum noch etwas Kraft sammeln lassen und dann, wie von Rainer beschrieben, einige Äste entfernen. Denke auch, dass ich doch mein Glück versuche und die große Schnittstelle v-förmig einschneide, damit sie hoffentlich in einigen Jahren weniger auffällt und der Stamm im oberen Bereich den Ansatz einer zweiteiligen Krone bekommt. Schauen wir, wo die Reise hingeht. Vielen Dank!

Einen Bonsai AK gibt es in meiner Stadt leider nicht, da ich kein Auto besitze, fällt ein AK-Besuch in einer anderen Stadt leider raus.

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NosD
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von NosD »

Hallo,

ein paar Wochen sind vergangen und ich habe mich an die Umgestaltung der Ulme getraut. Habe alle Mehrfachäste ausgedünnt, die große Schnittstelle etwas natürlicher gestaltet und die Äste so gedrahtet, dass alle Äste hinreichend Sonne abbekommen. Bei der Kronengestaltung bin ich mir tatsächlich noch unschlüssig, was ich nach oben drahte. Froh bin ich über die vielen neuen Triebe im Stammbereich, ich denke, dass da mit den Jahren doch etwas erreicht werden kann.

Als nächstes würde ich wohl den einzelnen längeren Ast (letztes Bild, unterer Ast) einkürzen. Wollte dafür nur die Triebe im hinteren Bereich des Astes noch länger werden lassen.

Die Bilder zeigen auch, dass der Baum, wie anfangs erwähnt, durchaus vital ist - die Überwinterungsbilder in der Wohnung täuschten, wie gesagt, etwas.

Danke für eure Hilfe, ich bin gespannt, wie sich der Baum weiter entwickelt.


Beste Grüße
Marcus

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ElmarH
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Re: Grundgestaltung chin. Ulme

Beitrag von ElmarH »

... ich würde den Fokus auf das Nebari legen. Auf dem Bild erscheint mir die eine Seite verbesserungswürdig, kann aber auch täuschen....
LG
Elmar *wink*
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