Hallo,
nun muss ich doch ein wenig über den Tag in Enger berichten!
Meine Kamera hat leider gestreikt, die Akkus sind bei Kälte in letzter Zeit sofort schachmatt (nun sind neue bestellt), aber zum Glück hatten einige andere BFF-Kameraden funktionstüchtige Fotoapparate dabei, so dass wir das versprochene Gruppenfoto (oder auch mehrere) doch noch hier erwarten dürfen!
Walter und Manni Thielk und ich waren bereits gegen 8 Uhr in der Nordheide gestartet und nach gemütlicher Fahrt mit kleiner Pause und zweitem Frühstück gegen 10.20 Uhr in Enger angekommen.
In den 20 Minuten seit Öffnung waren ganz offensichtlich schon eine ganze Reihe der schönen Schalen von Peter Krebs verkauft worden - die gingen weg wie warme Semmeln!
Es war mir eine Freude, mit Herrn Krebs ein paar Worte zu wechseln, nachdem ich schon so viele Jahre seine vielen tollen Schalen-Artikel in allen Fachzeitschriften gelesen und auch schon mal eins seiner Produkte erworben hatte.
Wir schlenderten neugierig durch die Gewächshäuser und an den Feldern entlang, jeder auf der Suche nach anderen Baumarten.
Der Logo-Baum und Herrmann Piepers andere Solitäre aus seiner persönlichen Sammlung standen jetzt nicht mehr auf ihren üblichen Plätzen draußen, sondern waren in einem Folienhaus in Torfbeete eingesenkt. Der Treffpunkt am Logo-Baum war also jetzt nicht mehr ganz so eindeutig!
Wieder einmal hatten wir große Entscheidungsschwierigkeiten, weil die Auswahl an Rohlingen, vorgestalteten und gestalteten Bonsai so groß war.
Walter allerdings stellte fest, dass der Feuerdorn, den er schon im Herbst bewundert hatte, ganz offensichtlich auf ihn gewartet hatte.
Manni entschied sich für eine dickstämmige Schwarzerle. Ich schwankte zwischen zwei imposanten Rohlingen, einem Dreispitzahorn und einer koreanischen Hainbuche.
Als wir eine Pause bei Tee und Kuchen (alles sehr lecker und zum Selbstkostenpreis angeboten!) einlegten, trafen wir schon ein bekanntes BFF-Gesicht. Mit dem Namen waren wir uns nicht mehr ganz sicher - Tom M. vielleicht? Auch er zog mit einer wunderschönen Krebs-Schale und zwei Bäumchen von dannen.
Gegen Mittag trafen wir dann die Truppe aus Dortmund, mit der wir verabredet waren: Erwin, Erik, Adolf und Levin.
Endlich konnte ich die herrlichen Schalen in Empfang nehmen, die Meister Grzesinski für mich hergestellt hatte! Welch eine Freude!

Diesmal konnte Herr Krebs in mir nun keine Kundin finden...
Gemeinsam drehten wir dann wieder einige Runden durch die Gewächshäuser, Beete und Felder, wobei alle möglichen Neuigkeiten und Ansichten ausgetauscht und einige Fotos gemacht wurden.
Da die koreanische Hainbuche mittlerweile schon einen anderen Abnehmer gefunden hatte und die Dortmunder mir den Dreispitzahorn ausredeten, ließ ich mir dann am Ende eine halbwegs kapitale Zelkowe aus dem Feld ausbuddeln. Diese Rohlinge hatte ich im Herbst schon gesehen, aber damals hatte noch so viel trockenes Laub daran gehangen, dass man den Stamm- und Astverlauf nicht sehen konnte. Das war jetzt anders.
Erik äußerte schließlich, dass er mit einer Azalee liebäugelte und Erwin und ich gingen mit ihm noch einmal in die Azaleen-Ecke. Zu meiner Überraschung handelte es sich nicht um eine junge "normale" Standard-Satsuki, sondern um die kleine, wunderschöne, makellose Pflanze, die wir alle bei unseren Rundgängen schon bewundert hatten.

Natürlich hatte niemand etwas an dieser Azalee auszusetzen und alle freuten sich, dass sie in die guten Hände eines BFFlers kam und wir in Zukunft ab und zu Bilder von ihr zu sehen bekommen können!
Die Blütenfarbe ist noch nicht bekannt, darauf sind wir schon gespannt!
Tatsächlich ließ sich mein dicker Babybauch noch problemlos durch die Bonsaischule bewegen und nicht nur meine Begleiter sorgten als echte Kavalliere für mein Wohlergehen.
Auch die liebe Frau Pieper sorgte wie eine Mutter für mich, wusch mir die im Feld verdreckten Trekkingschuhe mit dem Wasserschlauch ab und schob mir sofort ihren Stuhl hin, als ich von draußen herein kam.
Alle Angestellten der Bonsaischule waren gut gelaunt, freundlich und zuvorkommend und machten den Eindruck, ihre Arbeit gerne zu tun, auch am Wochenende.
In solcher Atmosphäre war es wirklich wieder ein besonders schöner, angenehmer Bonsaitag!
Gestern durfte die Zelkowe dann Ballentuch und Lehmbatzen gegen Bonsaischale und durchlässige Erdmischung eintauschen und musste in der Krone enorm "Federn" lassen. Natürlich ließen mich die Foto-Akkus wieder nach wenigen Bildern im Stich, aber Fortsetzung folgt.
Viele liebe Grüße,
Heike