Hallo zusammen
Bei diesem Baum habe ich einen Weg eingeschlagen, der mir nicht leicht gefallen ist und vermutlich polarisieren wird.
Zum oberen Kronenbereich ist mir nach langem Studieren der Möglichkeiten nichts Gescheites eingefallen. Zu invers die Verjüngung, zu gerade die Stammabschnitte, zu lückenhaft die Kallusbildung. Vorne fiel das nicht so auf, aber sobald man den Baum drehte, wuchs die Unzufriedenheit.
Natürlich hatte ich das Vereinzeln der Zwillingskrone im Hinterkopf. Ein daraus resultierendes Loch von 12x8cm auf der Rückseite, das bei dem beobachteten Wuchsverhalten nie richtig zuwachsen würde? Eine Baustelle, die bei einem Ahorn, wie ich ihn mir vorstelle, nicht passen wollte. Die Alternative, den Leittrieb lange durchwachsen zu lassen, hätte das Problem der inversen Verjüngung noch weiter verschlimmert oder die Schnittstelle unglaubhaft aussehen lassen. Summa summarum: auch das war keine Option für mich.
Ich haderte mit mir, ob es sich lohnen würde, noch einmal fünf Schritte zurückzugehen. Den Baum schlechter machen, um dann vielleicht in zehn Jahren entlohnt zu werden? Ich überlegte hin und her und schliesslich entstand daraus ein ungefährer Gestaltungsplan. All dies ermöglichte es, in einer ruhigen Minute "ja" zu sagen.

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Also habe ich den Baum mittig abgesetzt, in eine große Kiste gepflanzt und treiben lassen bei vollem Düngeprogramm, das jetzt zwei Jahre lang. Das Schließen der Wunde schreitet voran, wird aber noch Zeit benötigen.

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2023 plane ich mehrere Pfropfungen, um die Stammfortführung im oberen Bereich zu gestalten. Momentan geht es hauptsächlich um die Entwicklung des Stammes, des Nebari und des Tachiagari. Die noch verbliebenen Äste werden im Zuge der nächsten Jahre abgeschnitten und durch das ersetzt, was nachkommt oder gepfropft wird.
Liebe Grüsse Ben