Acer Palmatum Sango Kaku

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mydear
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von mydear »

BenBonsai hat geschrieben: 30.10.2020, 20:24 Oh mein Gott, Hilfe, mein Baum brennt :lol:
Mein Mitleid hält sich in Grenzen ... 8)

Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Hehe Rainer, die Sorte Sango Kaku ist im Herbst echt eine Granate...da ist zwischen gelb, orange und rot alles dabei. Ich bin heute staunend davor gestanden und wünschte mir, die Zeit für einen Moment anhalten zu können.
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Georg
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von Georg »

Ben, ich habe mir den ganzen thread jetzt nochmal durchgeschaut.
M. E. findet auch die Basis des Baumes, sprich Nebari, in der Bearbeitung zuwenig Beachtung. Bisher und auch in der Bearbeitung finde ich zu der massiven Basis keine Fortsetzung im Nebari. Auch da müsste nach meiner unmaßgebenden Meinung auf weniger aber auch dann dickerer Wurzeln gearbeitet werden, um von da aus eine so feine Wurzelauffächerung zu erlangen. Sonst erhält Du kein harmonisches Nebari, was immer ein erster optischer Anziehungspunkt bleiben wird.
Liebe Grüße
Rüdiger
P. S. : trotzdem gefällt mir der Baum!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Servus Georg

Danke für Deine Kritik. Sicherlich sind meine bisherigen Maßnahmen, das Nebari voranzubringen, noch optimierbar. Ich schreibe mal, wie ich bisher vorgegangen bin und wie ich das jeweils begründet habe, dass Du Dir ein Bild davon machen kannst.

- Am Anfang war der Wurzelballen ca. 60cm x 50cm. Als ersten Schritt habe ich die Muttererde ganz ausgewaschen.
- In den ersten Jahren habe ich jeweils 10-15cm, dann in den letzten Jahren 5-10cm unten am Wurzelballen weggenommen.
- Die Wurzeln sind auf diese Weise etappenweise an die Stammbasis herangerückt.
- Da es sich um eine empfindliche Sorte handelt und wenige Erfahrungsberichte zu finden sind, habe ich weniger gemacht, als ich es beim normalen Acer Palmatum tun würde.
- Blöderweise habe ich das Pflanzgefäß abschnittsweise zu klein gewählt, was bereits kritisiert und nun verändert wurde.
- Nun steht der Baum in einer größeren Schale, um dem Nebari in der Seitenausdehnung mehr Raum zu geben.
- Seit zwei Jahren lege ich oben Sphagnummoos auf und mische es auch zu 10-20% ins Substrat.

Es zeigen sich nun bereits erste Fortführungen an den dicken Wurzeln, was mich glauben ließ, dass der eingeschlagene Weg nicht ganz so verkehrt ist. Konkret kann man die zaghaften Fortschritte auf den Bildern Anfang 2020 sehen.

Vielleicht magst Du oder auch die anderen, die Einfälle haben, mir anhand der Bilder zeigen, an welchen Stellen man zusätzlich noch optimieren könnte? Am meisten beschäftigt mich die gerade Wurzel rechts auf dem ersten Bild, da kommen bislang nur am Ende fein gefächterte Wurzeln...
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Norbert_S
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von Norbert_S »

Ben,
ich hänge einfach einmal exemplarisch zwei Bilder an. Die gekennzeichneten Wurzeln würde ich entfernen und die verbleibenden Wurzeln richtig ordenen. Ein kleiner Ast unter die Wurzeln geschoben und mit Raffia daran die Wurzeln festbinden. So halten sie lange genug die Form um sich zu stabilisieren, das Raffia fault andererseits schnell genug um nicht einzuschneiden.
Da ist sicherlich nach viel mehr möglich, dass kann im Detail aber nur vor Ort entschieden werden. Das Prinzip dahinter sollte aber klar geworden sein.
Und dann natürlich meine Standardempfehlung für sollche Fälle: Ab in eine Kiste.
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Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Danke für Deinen Rat, Norbert. Im Frühjahr schauen wir weiter. 2021 probiere ich eine Kiste aus und bin gespannt auf den Effekt.
Michael 86
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von Michael 86 »

BenBonsai hat geschrieben: 31.10.2020, 10:42Vielleicht magst Du oder auch die anderen, die Einfälle haben, mir anhand der Bilder zeigen, an welchen Stellen man zusätzlich noch optimieren könnte? Am meisten beschäftigt mich die gerade Wurzel rechts auf dem ersten Bild, da kommen bislang nur am Ende fein gefächterte Wurzeln...
Hallo Ben

Ich würde die Wurzeln mehr bedecken. Die liegt ja sehr frei. Berücksichtigt man etwas Austrocknung in den obersten wenigen Zentimetern, bleibt dem Baum ja kaum ne Möglichkeit, als am Ende Wurzeln zu schlagen. Ich würde es mit tiefer eintopfen versuchen, alternativ die Fahrradschlauchmethode oder SP. Moos an gewünschter Stelle auflegen.
Grüße Michael :)
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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Hey Michael, die Oberflächenwurzeln liegen von März bis September unter Sphagnummoos, das zusätzlich mit einem Gitter abgedeckt wird, dass die Vögel es nicht klauen...
An vereinzelten Stellen kamen neue Wurzeln, aber an dem von Dir angesprochenen Wurzelbereich kam leider (noch) nichts. Ich bleibe dran...
Michael 86
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von Michael 86 »

Ah okay. Das ist nicht zu sehen auf den Fotos. Vielleicht versuchst du wirklich mal Teichfolie oder Fahrradschlauch auf das Moos zu legen. Es nimmt die Sonneneinstrahlung besser auf und Wärme als auch Feuchtigkeit staut sich darunter. Möglicherweise erhöht das die Chancen. Heike VG hat das schon gezeigt, aber das hast du sicherlich schon gesehen.
Grüße Michael :)
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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Hallo zusammen

Bei diesem Baum habe ich einen Weg eingeschlagen, der mir nicht leicht gefallen ist und vermutlich polarisieren wird.

Zum oberen Kronenbereich ist mir nach langem Studieren der Möglichkeiten nichts Gescheites eingefallen. Zu invers die Verjüngung, zu gerade die Stammabschnitte, zu lückenhaft die Kallusbildung. Vorne fiel das nicht so auf, aber sobald man den Baum drehte, wuchs die Unzufriedenheit.

Natürlich hatte ich das Vereinzeln der Zwillingskrone im Hinterkopf. Ein daraus resultierendes Loch von 12x8cm auf der Rückseite, das bei dem beobachteten Wuchsverhalten nie richtig zuwachsen würde? Eine Baustelle, die bei einem Ahorn, wie ich ihn mir vorstelle, nicht passen wollte. Die Alternative, den Leittrieb lange durchwachsen zu lassen, hätte das Problem der inversen Verjüngung noch weiter verschlimmert oder die Schnittstelle unglaubhaft aussehen lassen. Summa summarum: auch das war keine Option für mich.

Ich haderte mit mir, ob es sich lohnen würde, noch einmal fünf Schritte zurückzugehen. Den Baum schlechter machen, um dann vielleicht in zehn Jahren entlohnt zu werden? Ich überlegte hin und her und schliesslich entstand daraus ein ungefährer Gestaltungsplan. All dies ermöglichte es, in einer ruhigen Minute "ja" zu sagen.


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Also habe ich den Baum mittig abgesetzt, in eine große Kiste gepflanzt und treiben lassen bei vollem Düngeprogramm, das jetzt zwei Jahre lang. Das Schließen der Wunde schreitet voran, wird aber noch Zeit benötigen.


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2023 plane ich mehrere Pfropfungen, um die Stammfortführung im oberen Bereich zu gestalten. Momentan geht es hauptsächlich um die Entwicklung des Stammes, des Nebari und des Tachiagari. Die noch verbliebenen Äste werden im Zuge der nächsten Jahre abgeschnitten und durch das ersetzt, was nachkommt oder gepfropft wird.


Liebe Grüsse Ben
Zuletzt geändert von BenBonsai am 13.09.2022, 21:32, insgesamt 22-mal geändert.
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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Zum Wurzelbereich: die lange gerade Wurzel habe ich abgemoost, die anderen Wurzeln vereinzelt und großflächig mit Sphagnum gearbeitet.

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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Hallo zusammen

Bei diesem Baum habe ich mich 2022 dazu entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen. Leider musste ich erstmal auf eine raschere Entwicklung und eine ansprechende Form verzichten. Mir war bewusst, dass der Baum für viele Jahre nicht in vorderer Reihe stehen würde. Auch, dass viel Zeit benötigt wird, um den Neuaufbau zu entwickeln.

Mit langsamen Schritten geht es nun weiter. Die grosse Wunde ist fast zu, die Stammfortführung ausreichend verdickt. Erst kommende Saison werde ich wieder größere Schnitte machen können, ohne den Saftfluss zu gefährden.

Mit diesem Ahorn habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch Ahornsorten, die gemeinhin als "schwierig" gelten, gut zu pflegen sind, wenn man nicht zu viel auf einmal macht. In meinem Garten stehen ganz unterschiedliche Sorten mit eigenartigen Namen, die allesamt irgendwie japanisch klingen. Sie haben eines gemeinsam: ich kannte anfangs deren Eigenschaften nicht, entweder weil sie in Bonsaikreisen unbekannt waren oder man allgemein wenig Informationen findet, die auf Bonsai anwendbar sind.

Ich bin dankbar für dieses Neuland, weil ich auf diese Weise selbst lernen muss. Viele dieser Ahorne haben einen ganz eigenen Rhythmus, und zwar oft einen Langsamen. Immer dann, wenn ich etwas zu hastig unterwegs war, gab mir der Baum ein Zeichen, das ich leider nicht immer bemerkte.

Heute achte ich ganz akribisch auf die Blattgesundheit, die Rindengesundheit, das Austriebverhalten, und lasse dem Baum viel Zeit, um sich zu erholen. Die Entwicklung in Holzkisten mit hochprozentigen Anteil an Bims haben sich bewährt. Existenzgefährdende Pilzinfektionen treten so zum Glück sehr selten oder gar nicht mehr auf.
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Norbert_S
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von Norbert_S »

Man muss ja nicht mit seinen Bäumen reden, zuhören reicht vollkommen.
Es wird deinen Bäumen zugute kommen.
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
Norbert

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BenBonsai
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von BenBonsai »

Ich werde gerne weiter berichten, Norbert.

Ein kleiner Nachtrag: so in etwa stelle ich mir den nächsten Schritt vor. Ich hoffe, das wird 2025 umsetzbar sein.

In fünf Jahren wird kaum mehr ein Ast mehr an der Stelle sein, wo er heute ist.
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roro
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Re: Acer Palmatum Sango Kaku

Beitrag von roro »

Hallo Ben,

interessante Dokumentation. Das Rubinrot scheint in der Weinkiste noch stärker zu leuchten 😉.
Du gehst nun einen Weg wie viele höherpreisige japanische Ahornbonsais hergestellt werden., Reduktion auf Stamm und dann kompletter Neuaufbau der Aststruktur. Ich habe mal einen solch nakten Stamm gesehen und war beeindruckt was daraus wieder entstehen jann. Quasi Phönix aus der Asche...

Das Thema mit dem Verhalten unterschiedlicher Palmatumsorten kenne ich und auch die fehlende Literatur. Vielleicht wäre das etwas hier im Forum bei der Pflege zu ergänzen?

Liebe Grüsse, Roro
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
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