Europäische Lärche / #1

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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ARH
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Europäische Lärche / #1

Beitrag von ARH »

Moin zusammen,

bin neu im Forum und und wollte Mal meinen ersten Baum Präsentieren.

Mit Bonsai beschäftige ich mich schon seit über 18 Jahren, mit kleinen Pausen, aber jetzt wieder intensiver und wollte euch gerne teilhaben lassen.

Europäische Lärche (larix decidua)
Ursprung Yamadori aus den Ö österreichischen Alpen
Alter ca. 35-40 Jahre
Erstgestaltet von mir 2013
Schale Atelier Klika & Kuratkova

Erstes Foto vom Jan.23, das zweite April 2013.

Die Schale wirkt auf dem Bild etwas wuchtig. Wobei eventuell in Zukunft eine vielleicht etwas flachere die aktuelle ersetzen könnte.
Im wesentlichen geht es jetzt um den Aufbau einer wirklich schönen feinen Verzweigung, die letzten Spanndrähte werden denke ich gegen Ende des Jahres abgenommen.

Freue mich auf eure Anregungen und Kommentare Bild

Gruß
ArturBildBild

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mydear
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von mydear »

ARH hat geschrieben: 08.01.2023, 17:26 Moin zusammen,
Mit Bonsai beschäftige ich mich schon seit über 18 Jahren
Servus Artur (eine Alpen-Lärche will schließlich vernünftig begrüßt werden),

wunderbar reife Lärche, da kommt deine Erfahrung durch.
Nur die Wuchsrichtung der Krone irritiert mich. Spontan hätte ich lieber nach rechts mit dem Stammverlauf gedacht. Dann stehen Höhe bis zum ersten Ast und Höhe bis zur Spitze im Verhältnis 1 : 1. Also doch nach links mit Einkürzen der Gesamthöhe? Mal abwarten was andere sagen.

Grüße
Rainer
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ARH
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von ARH »

Hallo Reiner,

guter Punkt. Die Spitze habe ich letzten Herbst noch stehen lassen, weil ich mich nicht entscheiden könnte ob ich sie wie du beschrieben hast kürze, zu nen Jin gestalte oder noch nutze im einen Opferast, um das Dickenwachstum des Stammes nochmal zu pushen.

Aber super das dir es auch gleich aufgefallen ist

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ARH
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von ARH »

Generell soll der obere Bereich noch etwas an Volumen zunehmen.

Damit die Proportionen zu den beiden ersten Hauptästen noch harmonischer wirken.

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mydear
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von mydear »

Zum Bilder einstellen:

Hochkant-Bilder müssen jetzt vorher bearbeitet werden, sonst liegen sie auf der Seite. Ausnahme: die Bilder werden vom Aufnahmegerät direkt hochgeladen. Also die Bilder im Beitrag wieder löschen. Vor dem nächsten Hochladen am Computer/iPad/Handy bearbeiten - egal wie, denn dabei wird das Format gespeichert. Erneut hochladen, fertig.

Viel Glück
Rainer
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von mydear »

ARH hat geschrieben: 08.01.2023, 18:52 Generell soll der obere Bereich noch etwas an Volumen zunehmen.

Damit die Proportionen zu den beiden ersten Hauptästen noch harmonischer wirken.
Sorry Artur, dicker werden sie oben von selbst, soll das nicht ein eleganter Gipfel bleiben? Die meisten kämpfen bei reifen Lärchen eher mit zu dicken Trieben oben.

Grüße
Rainer
ps: a wie Anfang, nicht e wie Ende, sonst hole ich den Arthur raus :lol:
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ARH
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von ARH »

Hallo Reiner,

das mit dem Bild ist mir auch aufgefallen.

Mit Volumen meinte ich nicht die dicke der Äste, sondern die länge, sprich der Raum der von den Ästen eingenommen wird.

Gruß
Artur

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Hippo
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von Hippo »

Salü Artur,

Man sieht deine 9 jährige Gestaltung an dem Baum. Hübsche Arbeit!

Je länger ich den Baum betrachte desto mehr drängt sich mir die Frage auf; wo hat es eigentlich hingehen wollen und wo geht es tatsächlich hin?

Du hast die Äste gekonnt in eine "alpine" Position gesenkt und die Zweige sehr schön ausgefächert.
Auch den Nebari stellst Du hübsch zur Schau.
Ebenfalls den Stamm, mit seinen fast erotischen Kurven stellst Du durchgehend eindrücklich in den Mittelpunkt.
Alle Einzelteile sind gekonnt ausgearbeitet und man sieht dem Baum an, dass er geliebt wird.

Ich habe den Luxus, dass ich aus der Ferne die Gestaltung beurteilen darf und ich hoffe inständig, dass Du meine Ansichten und Vorschläge nicht in den falschen Hals bekommst.
Ich weiss, als Nichtbeteiligter an der Arbeit und Pflege, lässt es sich leicht lästern über eine Arbeit.
Aber wenn ich mich an meine Bonsaijahre zurückerinnere hat mich das Lästern Anderer immer am stärksten beeinflusst besser zu werden. Leider war das viel zu selten, denn niemand will offen dem Vorstand ans Bein pinkeln und so musste ich mir Kritiken immer mit Anschleichen zusammenklauen. :lol:
Also möchte ich einige umherschwirrende Gedankenfetzen einfangen, diese etwas ordnen und mit dir teilen.

Gut, ich fange mal beim Stamm an; er ist wohl abenteuerlich geschwungen aber die Hauptäste nehmen den Schwung nicht wirklich auf und daher verpufft diese visuelle Energie am zweiten Hauptast rechts.

Beim Nebari ist es eindrücklich wie er sich nach rechts in die Erde krallt.
Stellt nun der Bonsai einen Solitär dar der auf ebenem Boden wächst, stellt sich mir die Frage: Was könnte die Ursache für so einen einseitigen Kraftakt sein? Daraus leite ich die Folgerung ab, dass eine geometrische Schale mit horizontaler Erdoberfläche vielleicht nicht zwingend das Richtige sein muss.

Beim Gesamteindruck sticht mir ins Auge, dass die an sich hübsche Krone, ganz leicht wie ein Fremdkörper über einem krummen Stiel thront. Das wird vom nachfolgenden Kritikpunkt erklärt.

Die Kronenspitze schlängelt sich mit kleinen Kurven schräg aufrecht gegen den Himmel.
Irgendwie erscheint sie mir weder authentisch noch plausibel. Denn ist der Baum gestaucht und niedergedrückt von den Unbillen der Natur, müsste dieser Teil auch irgendwie beeinträchtigt sein und nicht fröhlich, in jugendlicher Frische, aus der Gestaltung rauswachsen.

Das wären meine vier Lästerpunkte und selbstverständlich kann man meine Ansichten verreissen, das Gegenteil behaupten usw..
Wir müssen ja hier nicht einen Konsens finden sondern lediglich Gedanken austauschen.
Aber mein Lästern wäre nichts Wert ohne Lösungen für die angesprochenen Punkte anzudeuten. Aber das sind auch sehr persönliche und zum Teil abstrakte Ansichten ohne Rücksicht auf deine Vorarbeit.

Den ersten Ast links würde ich soweit einkürzen, dass er hauptsächlich einen Background bildet und kein seitliches Gegengewicht zur Stammkrümmung darstellt.
Der zweite Hauptast rechts, würde nach einer stärkeren Stammkrümmung etwas senkrechter runterschauen. Das erklärt sich aus meiner Vorstellung, dass ich den Baum in eine Schieflage, in eine virtuelle Felswand eintopfen würde, wo das Nebari sich nach rechts aufwärts, in den Abhang krallt.
Die Lange Kronenspitze würde ich auf einen Stumpen einkürzen und mit relativ wenig Grün einen dichten, aber kleinen Baumspitz bilden.
Ergo käme ein Bunjin in einer Mondschale heraus.
Soweit meine Hirngespinste.

Gruss George
Grumpy old fat Kiboko.
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ARH
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Re: Europäische Lärche / #1

Beitrag von ARH »

Hallo Georg,

danke für deine offenen Worte.

Ich bin sehr dankbar für einen solchen Austausch und genau das ist es ja auch, was einen weiter bringt. Genau wie du sagst.

Auch bei Bonsai hat man ja öfter Mal die Betriebsblindheit.

Die Spitze ist definitiv nicht in Arbeit, ist Reiner auch gleich aufgefallen. Man sieht es auch direkt das ich da noch keine finale Entscheidung habe.

Die Krone oben soll auf jeden Fall noch mehr Raum einnehmen, um dann die Dominanz der beiden ersten Äste etwas aufzufangen, dennoch gebe ich dir Recht, das ein Einkürzen des ersten linken Astes sich positiv auswirkt.

Mal von einer Mondschale angesehen, welche Schale würdest du denn empfehlen?
Hatte ja mit einer runden geliebäugelt, wollte es dann aber doch mit einer eckigen mit aber sanften Ecken probieren.
Oder eine doch eher klassische Schale?

Bin auf deine Ideen gespannt?

Gruß
Artur

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