Hallo Jörg,
mir geht es wie Stefan, auch ich empfinde den Anfang als gelungen. Wichtig ist erst einmal eine Vorstellung zu entwickeln wo die Reise hingehen soll.
Auch wenn ich persönlich kein Freund dieser Lebensbäume bin und sie sicherlich nicht zu den geeignetsten Pflanzen für dies Vorhaben zählen, so
spricht absolut nichts dagegen.
Wichtige Folgepunkte sind:
- Wie Stefan schon schrieb, nicht nur
"eine einzige" Ansichtseite festlegen wollen, sondern bedenken, dass man den Baum im Garten meist von mehreren Seiten sieht.
- Die 3 Stämme noch etwas interessanter gestalten (= Bewegung geben). Mit ein paar Stecken und Spannschnüren sollte man da noch viel erreichen können.
- Ca. 1-2 mal im Jahr schneiden.
Stefan K. hat geschrieben:
@sorry RolandS
Findest du man sollte bei sowas auf Verhältnis Stammdicke zu Stammhöhe achten ???
Also ich denke nicht.
Hallo RolandS, ich gehe da mit Stefan völlig d´accord. Die Proportionsvorschläge von David Prescott in Ehren - schließlich hat er sie auch nur abgeschrieben - doch dies ist eine sehr akademische Sicht auf die Dinge. Meist liegt man mit diesen Proportionen ja nicht falsch, doch eben die Ausnahmen bestätigen die Regel.
Moderne, dynamisch-expressive Baumskulpturen (das sind hochbezahlte
Bonsai) haben bewusst Proportionen von 1:2 bis 1:1.
Bei Gartenbonsai herrscht meist das andere Extrem vor. Verhältnisse von 1:20 bis 1:25 sind an der Tagesordnung und auch kein Problem. Einzig wichtig bleibt die Gesamtwirkung.
Übertragen auf Jörgs Lebensbaum bedeutet dies die Gesamtwirkung der Pflanze zu beachten, eine ansprechende Ausformung der Stämme u. Äste zu schaffen und auf das Größenverhätnis der drei Stämme zueinander Wert zu legen.
Nach soviel Worten noch 2 von mir gestaltete Beispiele:
a) Eibe auf dem Weg zum Gartenbonsai. Auf dem Foto ganz frisch gestaltet.
Beachte Stamm-/Astgestaltung, in diesem Fall mittels Spanndrähte u. Eisenstab. Auf dem Foto nicht erkennbar ist die 3-dimensionale Bewegung der Gestaltung, doch gerade die ist enorm wichtig! Der Stamm hatte 2 Stunden vorher noch die atemberaubende Kurvigkeit eines Besenstiels.
Die Proportion ist ca. 1:25 und wird sich langfristig auch kaum ändern.
b) Bergkiefer als Gartenbonsai.
Ca. 1990 als etwa 4 m hohe, ordinäre Baumschulpflanze gesetzt und begonnen zu gestalten. Die Kiefer wurde bewusst leicht schräg gepflanzt und anschließend Stamm und Äste durch sehr kräftiges spannen gestaltet.
Auf dem Bild (heute aufgenommen) ist sie nach 15 Jahren Pflege ca. 4,5 -5 m hoch und schon gut definiert. In 4-5 Wochen benötigt sie ihren Jahresschnitt. Bei einer Stammstärke von 22 cm hat sie also Proportionen von ca. 1:20