ficus retusa

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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achim73
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ficus retusa

Beitrag von achim73 »

diesen ficus habe ich 2009 von einer ausstellung mitgenommen. er war günstig, und mir gefiel das knorrige, knubbelige. auch die inverse verjüngung stört mich in dem fall nicht.
zuhause topfte ich ihn in eine schale, drahtete ihn und fands so erstmal ganz gut.
06-09c.jpg
leider sind mir zwei winter später durch einen pflegefehler (zu dunkel, zu kalt, zu nass) zwei wichtige untere äste abgestorben, was eine neugestaltung notwendig machte.
ich habe mich dann entschlossen, den baum zu neigen und eine flache, schirmförmig breite krone zu gestalten, wie sie dem natürlichen habitus entspricht.
das ist der stand im herbst 2014:
10-14b.jpg
ziel ist es jetzt, die verzweigung bzw. kronendichte zu verbessern und die krone noch weiter nach links über die stammbasis zu entwickeln.
weil besonders die unteren äste innen verkahlt waren, was beim ficus in unseren breiten leider schnell passiert, habe ich den baum im mai 2015 radikal zurückgeschnitten:
05-15.jpg
dann kam erstmal prompt eine 3-wöchige kälteperiode, und es tat sich nichts... :?
als ich schon anfing, zu befürchten, dass die unteren äste nicht mehr austreiben würden, wurde es warm, und mit ordentlich wasser und dünger ... BAM ! :)
der baum fing aus allen löchern an zu treiben. allein am untersten ast bildeten sich 6 neue triebe.
ich habe dann über den sommer lediglich den starken austrieb oben auf 1-2 blätter zurückgeschnitten.
bevor ich ihn anfang november rein geholt habe, habe ich nochmal überall ca 1/3 der grünmasse entfernt. das hilft meiner erfahrung nach dem ficus dabei, ohne innen blätter abzuwerfen über den winter zu kommen. jetzt wird wenig gegossen und kaum gedüngt.
zur förderung der stammnahen oberflächenwurzeln hatte ich spaghnum-moos aufgelegt, hat aber (im gegensatz zu anderen arten) nicht viel gebracht.
11-15b.jpg
im frühjahr wird umgetopft, dabei werde ich versuchen, den baum noch etwas weiter links zu platzieren.
dann werde ich auch drahten und dann gehts wieder nach draussen.

hier noch ein bild, auf dem die vezweigung besser zu erkennen ist :
11-15c.jpg
Gruss, Achim
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raga
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Re: ficus retusa

Beitrag von raga »

Hallo Achim,
achim73 hat geschrieben:ziel ist es jetzt, die verzweigung bzw. kronendichte zu verbessern und die krone noch weiter nach links über die stammbasis zu entwickeln.
du könntest den Baum auch an dem geneigten Stamm Luftwurzel bilden lassen und ihn damit standfester wirken lassen.
Unbenannt.jpg
Gruß Ralf
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tamandua
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Re: ficus retusa

Beitrag von tamandua »

Der Baum hat jedenfalls einen sehr speziellen Charakter.
Die Frage ist nun, ob der Knubbel, der für die inverse Verjüngung verantwortlich ist, auch dauerhaft so erhalten bleiben soll. Falls nicht (und falls der Baum dort nicht abgestorben ist), könntest du auch dort Luftwurzeln ziehen und den Stamm dadurch nach unten hin optisch verdicken. Hierdurch würde der Baum allerdings seine Besonderheit einbüßen.
Ficus1.jpg
Ficus1.jpg (162.23 KiB) 4064 mal betrachtet
Eine ganz andere Möglichkeit, die mir beim Anblick dieser Proportionen eingefallen ist: Du könntest den Stamm kippen, abmoosen und und auf der Erde aufliegen lassen, um einen durch einseitiges Übergewicht gekippten Baum zu simulieren. Dafür müsste allerdings eine größere Schale her.
Ficus2.jpg
Ficus2.jpg (150.89 KiB) 4064 mal betrachtet
Grüße
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achim73
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Re: ficus retusa

Beitrag von achim73 »

danke für die anregungen.
das mit den luftwurzeln wäre schön, klappt aber in unserem klima nicht (zumindest nicht bei mir).
und da ich auch kein aquarium oder sowas habe, wird es wohl ohne gehen müssen.
der knubbel ist vermutlich zum grössten teil abgestorben, aber das holz macht bis jetzt keine anstalten zu verfaulen.
was mich eher stört, ist die rötliche farbe der ausgefrästen bereiche.
mit der zeit wird das zwar grau, aber da werde ich wohl nochmal mit jin-mittel nachhelfen.
leider sieht man, wie bei vielen dieser chinapflanzen, immer noch die rostspuren von dem billigen eisendraht, den die da verwenden.
aber das geht mit der zeit auch noch weg.
ich war jedenfalls sehr zufrieden, wie der baum nach dem starken rückschnitt neu ausgetrieben hat.
ich denke, so wird man mkit den jahren eine schöne krone hinbekommen.
Gruss, Achim
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tamandua
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Re: ficus retusa

Beitrag von tamandua »

achim73 hat geschrieben: das mit den luftwurzeln wäre schön, klappt aber in unserem klima nicht (zumindest nicht bei mir).
und da ich auch kein aquarium oder sowas habe, wird es wohl ohne gehen müssen.
Auch nicht mit viel feuchtem Moos am Stamm und einer übergestülpten und fest verschnürten Plastiktüte? Damit wuchern die Wurzeln eigentlich verlässlich und kräftig. Vielleicht ist das aber auch von Ficus zu Ficus unterschiedlich.
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achim73
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Re: ficus retusa

Beitrag von achim73 »

ist mir ehrlich gesagt zu aufwendig auf die vage möglichkeit hin, dass sich zufällig an den gewünschten stellen tatsächlich wurzeln bilden...was in zukunft mit dem knubbel passiert, weiss ich noch nicht.
gibt dem baum halt seinen charakter und hat auch ganz schöne details.
mal sehen, wie es wirkt, wenn die krone ihre endgültige form hat.
Gruss, Achim
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Holger
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Re: ficus retusa

Beitrag von Holger »

Hallo Achim,

ich als "bekennender Ficus-Fan" finde deinen Ficus, so wie er ist, sehr interessant und würde ihn so weiterentwickeln. Wenn eine ansprechende Krone aufgebaut wird (und beim Retusa sollte das im Laufe der Jahre kein Problem sein), wird der "Knubbel" nicht mehr stören - er stört mich schon jetzt nicht wirklich. Und das Problem ist, wenn man ihn entfernt, gibt es eine häßliche Stelle - und mit dem Überwallen haben es die Ficen nicht so wirklich - jedenfalls in unseren Breitengraden.

Gruß
Holger
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Mechwyn
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Re: ficus retusa

Beitrag von Mechwyn »

https://www.youtube.com/watch?v=I2bwGRxzdgE
Schau mal da... wegen den Luftwurzeln.
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achim73
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Re: ficus retusa

Beitrag von achim73 »

ja, holger, genau so sehe ich es auch.
werde ihn nächstes jahr mal wieder zeigen.
Gruss, Achim
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Andreas M.
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Re: ficus retusa

Beitrag von Andreas M. »

Zu dem problem mit den Luftwurzeln und unseren klimazonen:


-Topf-Gewächshaus, viereckig, schwarz, transparenter Deckel, 22 x 22 x 26 cm
in die suchmaschine kopieren und für 10 euro maximal bestellen.
-nen passend großen Untersetzer mitbestellen

Den 11l topf in den keller stellen oder wegwerfen, die abdeckhaube behalten.

-Baum auf den untersetzer stellen, kräftig gießen, haube drüber und nen paar tage warten.(ab und an mit nem drucksprüher die luftfeuchte anheben.

mein Ficus panda zeigte schon nach weniger als einer woche erste luftwurzel SPITZCHEN. (ohne anritzen der rinde und ohne hormon)
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achim73
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Re: ficus retusa

Beitrag von achim73 »

und was ist aus den luftwurzeln geworden ? kannst du mal bilder zeigen ?
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achim73
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Re: ficus retusa

Beitrag von achim73 »

ich will mal die lose dokumentation dieses seltsamen bäumchens fortsetzen.
das ist so ein kandidat, den man hauptsächlich aus nostalgischen gründen behält, trotz vieler rückschläge und formalen defiziten, die man bei einem neukauf heute nie akzeptieren würde...

nun ja.
2018 habe ich den baum in eine flache schale getopft und noch stärker geneigt, weil mir das vorher zu unentschlossen wirkte.
07-20a.jpg
07-20a.jpg (132.96 KiB) 1377 mal betrachtet
07-20b.jpg
07-20b.jpg (138.69 KiB) 1377 mal betrachtet
als ich gerade mit der verzweigung auf einem ganz guten weg war, ist mir im winter 2018 was ganz doofes passiert: der baum stand - wie immer - auf einem brett am fenster, über einer heizung, die aber so gut wie nie an ist. er wurde - ebenfalls wie immer eher trocken gehalten, gießen war gerade wieder dran. dann hatte ich abends besuch, der hat gefroren und ich habe die heizung angedreht. und vergessen, sie über nacht wieder auszuschalten. :roll:
das hat gereicht, um den ballen komplett durchtrocknen zu lassen.
der baum hat in der folge 90 % der blätter abgeworfen und leider auch große teile der aufgebauten verzweigung absterben lassen *autsch*

also wieder 5 jahre zurückgeworfen. egal, weiter.
im letzten sommer kurz nach dem jährlichen starken rückschnitt sah er so aus:
06-22b.jpg
06-22b.jpg (199.46 KiB) 1377 mal betrachtet
um die hässlichen wurzeln zu kaschieren, habe ich den bereich mit verschiedenen sempervivum-sorten bepflanzt. funktioniert draußen gut, aber jetzt über den winter sind fast alle abgestorben.
die mögen also das wohnungsklima auch nicht...oder hat da jemand einen tip ?

interessant ist, dass der baum tatsächlich weit unten aus dem alten holz einen neuen trieb geschoben hat. bei genügend sonne ist also auch das mit etwas glück möglich.

jetzt baue ich gerade wieder die verzweigung auf, im mai oder juni gibts dann mal aktuelle bilder.
fototechnisch bin ich leider nach wie vor ne niete.
Gruss, Achim
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