avicenna hat geschrieben:....Gibt es die wirklich schon ? ... allgemeine Regeln ? ... übertragbar auf jeden Baum ? ... beziehen sie sich auf bestimmte Stilrichtungen ? ... beziehen sie sich auf bestimmte Species ? Wo könnte man sowas nachschlagen ? ... so als kleine Aktivitätsstütze vor jeder Gestaltung ? :D
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Doch Dietmar, ich denke schon das es diese Regeln gibt. Es sind die klassischen Regeln die da in etwa sagen „erster Ast im Winkel von ca. XYZ° nach vorne, zweiter in gleichem Winkel auf der anderen Seite, dritter Ast nach hinten aber etwas vorschauen lassen….die Äste nach oben hin immer dichter, ….bla bla bla“. Das sind nun mal die Regeln und wenn man die befolgt, bekommt man am Ende ja auch irgendwo einen brauchbaren Bonsai dabei raus. Ey! Schon klar, dass das immer materialabhängig ist und es 5000000 Varianten geben kann. Spielt aber doch zunächst mal keine Rolle.
Auch immer daran denken! Diese Regeln sind ja auch auf gärtnerische Aspekte ausgelegt. Äste die direkt übereinander stehen rauben sich das Licht und verkümmern mit der Zeit. Und Kiefern sind apikal dominant und Azaleen eben basal dominant und und und.
Dennoch! Mein Lieblingsbeispiel bleibt der Doppelstamm! Gerade zur Unterstreichung der klassischen Regeln. Geh hin und mache den ersten Ast an den größeren Baum und nicht wie „vorgeschrieben“ an den kleineren der beiden Stämme. Es sieht dann einfach nur noch „Sche…“ aus!
Neue Regeln wie sie anhand der „regelwidrigen“ Gestaltungen vom Walter gefordert werden, lassen sich aus meiner Sicht überhaupt nicht aufstellen. Wie soll das gehen? Also ich meine, Walters Visionen kann man nicht beschreiben. Oder wenn dann nur sehr schwer. Da sind zB. schon mal dickere Äste oben im Baum wie sie unten zu finden sind. Das ist zwar natürlich aber eben bei klassischen Bonsai unpassend. Wenn man jetzt ableiten wollte „dicke Äste oben sind nix schlechtes“ müsstest du das so in Einklang mit anderen „naturalistischen“ Regeln bringen, dass da auch was rauskommt, was so aussieht wie das was Walter da macht. So. Und das, und das bestätigt Walter ja auch, ist nicht einfach so’n „Das lass ich jetzt mal dran, weil das sieht natürlich aus!“, sondern ein über Jahrzehnte antrainiertes Schauen, erfassen und konsequent abarbeiten einer Vision. Da brauchst du mehr als nur einen WS zur Potentialerkennung.
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